Volles Haus, leere Felder: Krautfest trotzt der Erntekrise!

Das Krautfest 2026 bei Franz Wöhrl in Ingolstadt war Publikumsmagnet für jung und alt. Wie in jedem Jahr erfreute sich der Fuhrpark mit seinen Bulldogs, Tieren und landwirtschaftlichem Gerät großer Beliebtheit. Der Landwirt und 2. Bürgermeister der Stadt lud zum Anschauungsunterricht und Austausch über Landwirtschaft, Krautanbau und die aktuelle Erntelage – und die Menschen kamen zahlreich. Selbst kräftiger Wind konnte die Gäste nicht vertreiben. An beiden Festtagen waren vor allem die Innenräume bestens besucht. Gastgeber Wöhrl zog ein entsprechendes positives Fazit.

Doch hinter der ausgelassenen Feststimmung zeigt sich ein bitteres Bild. Auf den Feldern kämpft das Kraut ums Überleben. Die Ernte ist zwar erst zu einem Drittel eingebracht, aber was bisher vom Feld kam, war enttäuschend. „Die Erträge sind schwach. Die extreme Sommerhitze bremste das Wachstum zeitweise nahezu aus. Bewässerung hielt die Pflanzen zwar am Leben, doch auf kiesigen und weniger ertragreichen Böden bleibt die Lage kritisch“, sagt Wöhrl.

Selbst auf den besseren Böden bräuchten die Krautköpfe eigentlich noch mehrere Wochen bis zur Reife. Die Folgen sind deutlich: weniger Gewicht, mögliche Abstriche bei Inhaltsstoffen und Färbung, denn das Kraut hat den gewünschten Weißgrad noch nicht erreicht. Schnelle oder einfache Lösungen für die kommenden Jahre sieht Wöhrl kaum, denn bei extremer Hitze sind dem Pflanzenwachstum trotz aller betrieblichen Maßnahmen Grenzen gesetzt. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit seien dabei aber nicht nur Witterung und Bodenqualität, sondern ebenso die Nachfrage des Marktes und die Möglichkeiten der Verarbeitung. Das Krautfest machte damit zweierlei sichtbar: die Begeisterung der Gäste für ein traditionsreiches landwirtschaftliches Produkt und zugleich die großen Herausforderungen, vor denen der Krautanbau in der Region steht.

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