Neue Hütten für neugierige Forscher am Baggersee

Neue Forscherhütten erweitern das Bildungsangebot der Umweltstation Ingolstadt – mit Experimenten rund um Klima und Energie.

Wie lässt sich Sonnenenergie nutzen? Was kann Windkraft leisten? In den neuen Forscherhütten am Jugendbildungshaus am Baggersee können junge Menschen diesen Fragen selbst nachgehen. Am 8. Oktober eröffnete die Umweltstation Ingolstadt Mensch.Natur.Stadt. die neu eingerichteten Räume. Zweiter Bürgermeister Franz Wöhrl, Stadtrat Markus Reichhart, Vertreter von Partnerorganisationen und Interessierte folgten der Einladung.

Auch praktisch packten die Beteiligten mit an: Bei der offiziellen Eröffnung griff Wöhrl zum Akkuschrauber, während Dieter Edenharter, der neue Geschäftsführer des Stadtjugendrings, ein Windrad installierte. Der Zweite Bürgermeister schwang sich außerdem auf ein Fahrrad und trieb mit seiner Muskelkraft eine Seifenblasenmaschine an. Ein anschauliches Beispiel für die Kraft der Sonne ist auch der selbstgebaute Solarkocher: Allein durch Sonnenstrahlung erhitzte sich der Topf so stark, dass darin in diesem Sommer sogar Kartoffeln gekocht werden konnten.

Experimente und Spiele sollen Klimaschutz und erneuerbare Energien verständlich und greifbar machen. Die Teilnehmer lernen Handlungsmöglichkeiten kennen und diskutieren Wege in eine nachhaltigere Zukunft. Die Hütten ergänzen das bestehende Wasserlabor und den Kunstraum. Sie schaffen außerdem Platz für eine weitere Schulklasse auf dem Gelände.

Möglich wurde das Projekt durch mehrere Unterstützer: Die Ausstattung finanzierte der Klimaaktionsfonds des Klimabeirats der Stadt Ingolstadt. Im Juli sanierten 15 junge Menschen aus ganz Europa die Hütten im Rahmen eines internationalen Workcamps der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd). Erasmus+ förderte das Workcamp, die Stiftung meistro gGmbH finanzierte die Renovierung. Innerhalb von zwei Wochen arbeiteten die Helfer auch am Haupthaus und an einer neuen Terrasse.

Wöhrl würdigte den Einsatz der jungen Menschen. Wer selbst mitarbeite, lerne den Wert des Geschaffenen kennen. Edenharter betonte, dass die Umweltstation vom persönlichen Engagement der Beteiligten lebe. Vieles wäre nicht möglich, wenn sie ihre Arbeit nur als Job betrachteten. Die Einrichtung zeige, wie sich auch mit begrenzten finanziellen Mitteln etwas aufbauen lasse. Obwohl es auf dem Gelände noch einiges zu tun gebe, gehe die Entwicklung jedes Jahr voran.

Auch der frühere Geschäftsführer des Stadtjugendrings, Stefan Moser, war bei der Eröffnung dabei. Edenharter würdigte seinen Einsatz für die Entstehung der Umweltstation.

Helene Theobald erläuterte, warum praktische Erfahrungen so wichtig sind: Kinder und Jugendliche sollen erleben, dass sie selbst etwas bewirken können. Beispiele dafür sind ein gemeinsam mit Kindern gebautes Balkonkraftwerk und ein klima- und insektenfreundlicher Garten. Im vergangenen Jahr erreichte die Umweltstation nach ihren Angaben gut 250 Schulklassen.

Die Anreise zum Baggersee bleibt allerdings für viele Klassen eine Herausforderung. Bei Unterrichtsveranstaltungen organisiert das Schulamt den Transport der Grundschulklassen. Weiterführende Klassen müssen den Weg dagegen laut Theobald zu Fuß zurücklegen, was viel Zeit beansprucht. Die schwierige Busanbindung erschwert damit den Besuch. Auch deshalb plant die Umweltstation, künftig mit einem Teil der Experimentiermaterialien direkt an die Schulen zu gehen.

Die Eröffnung fand im Rahmen der Woche der Umweltstationen statt. Mit der bayernweiten Aktion machen die Einrichtungen gemeinsam mit ihrem Dachverband ANU Bayern auf ihre Bildungsarbeit aufmerksam. Die 67 staatlich anerkannten Umweltstationen in Bayern vermitteln unter anderem Kompetenzen in Klimaschutz, Biodiversität und sozialem Miteinander.

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