Viele Themen in zwei Tagen
Die Grüne Stadtratsfraktion traf sich am letzten Septemberwochenende in Weichering zu ihrer Fraktionsklausur mit folgenden Schwerpunkten: Hitzeschutz, Klimaanpassung, Bildungsstandort Ingolstadt – Update, Mobilität, Wohnen, Gesundheit, Kultur.
Unter dem Eindruck des Hitzesommers 2026 und der Erderwärmung ist der Hitzeschutz ein zentrales Thema. An Kitas und Schulen sind Maßnahmen gegen unerträgliche Raumtemperaturen ein Beitrag zum Gesundheits- und Arbeitsschutz und eine fundamentale Bedingung für Lernen und Lehren. Wir müssen sofort Maßnahmen vorbereiten, um für künftige Hitzeperioden besser gerüstet zu sein. Dazu gehört ein möglichst exaktes Erfassen der Hitzebelastung und Hitzeschutzausstattung vor Ort. Wie hoch waren die Raumtemperaturen? Gibt es außenliegenden Sonnenschutz, Klimatechnik, PV, ausreichend Schatten im Außenbereich?
„Dieselben Vorbereitungen und Maßnahmen gelten auch für Alten- und Pflegeeinrichtungen. Und der Hitzeschutz am Klinikum darf nicht auf den geplanten Neubau verschoben werden“, mahnt der Grüne Co-Fraktionsvorsitzende Dr. Christoph Spaeth. Hier sehen die Grünen bei der Finanzierung den Freistaat und den Bund in der akuten Pflicht, zeitnah für eine Verbesserung für Patient*innen, Pflegepersonal und Ärzt*innen zu sorgen.
Das Prinzip der Schwammstadt soll weiter konsequent bei allen Baumaßnahmen verfolgt werden. Jeder Baum, jeder Quadratmeter entsiegelte Fläche trägt zur Klimaanpassung bei. Das Parken für Anwohner in der Altstadt soll deshalb vermehrt in die nicht ausgelasteten Tiefgaragen verlegt, Stellplätze sollen zu einem vergünstigten Tarif angeboten werden. Das schafft oberirdisch Platz für mehr Pflanzen, kühle Plätze und gutes Mikroklima in der Stadt. Während die Pflanzung größerer Bäume besonders in der Innenstadt häufig daran scheitert, dass wegen der im Boden liegenden Sparten nicht genug Wurzelraum zur Verfügung steht, sehen die Grünen bei kleineren Bäumen und vor allem bei der Fassadenbegrünung noch höchst wirksame Möglichkeiten, Bestandsgebäude dem veränderten Klima anzupassen.
Die charakteristischen Auwälder entlang der Donau mit ihrer einzigartigen Artenvielfalt und unsere Grünringe sind ein besonderer Naturschatz und unsere Grüne Lunge. Sie brauchen deshalb besonderen Schutz.
Unter dem Eindruck der miserablen Pisa-Ergebnisse für Deutschland stellt sich die Fraktion die Frage nach der Situation vor Ort. Ingolstadt hat im Vergleich zu anderen bayerischen Städten früh mit dem Ausbau der Betreuungseinrichtungen und der frühkindlichen Förderung an Kitas und Grundschulen begonnen. Die erste Ganztagsklasse wurde 2006 eingerichtet. Barbara Leininger, Co-Vorsitzende der Fraktion, bringt die anstehenden Fragen auf den Punkt: „Wie steht Ingolstadt 2026 da? Lassen sich Erfolge der kommunalen bildungspolitischen Maßnahmen der letzten 20 Jahre ablesen? Wo waren wir erfolgreich? Wo müssen wir künftig unsere Anstrengungen verstärken?“ Aus diesem Grund beantragen die Grünen die Fortschreibung des Bildungsberichts der Stadt von 2013.
Die Grünen wollen die Schaffung von Wohnraum weiter fördern. Das Potenzial der Umwandlung bestehender Büro- und Geschäftsflächen in Wohnraum muss ausgelotet werden. Die generelle Prüfung der Sanierungsmöglichkeiten oder die Umnutzung von Bestandsgebäuden statt eines Neubaus soll der Normalfall werden.
Es ist das erklärte Ziel der Fraktion, den Festsaal schnell wieder zur Verfügung zu haben. Während der Sanierungsmaßnahmen soll der Festsaal nur eine möglichst kurze Zeit geschlossen werden, sodass er auch während der weiteren Baumaßnahmen genutzt werden kann. Das ist sowohl für Chöre, Orchester, Konzertverein, überhaupt für das kulturelle Leben und auch für die Stadtgesellschaft in Ingolstadt überlebenswichtig.
Das Theater hat im Holztheater am Glacis eine gute Ersatzspielstätte gefunden, aber die Suche nach einem Zuhause für das Junge Theater bleibt für uns dringend. Die Bespielung wechselnder improvisierter Spielstätten mag zwar ganz reizvoll sein, ist aber als Dauerzustand nicht akzeptabel. Zum Erhalt des hohen Niveaus des Theaters muss möglichst bald auch das Kinder- und Jugendtheater wieder ein eigenes Haus haben.
