Demokratie lebt vom Mitmachen

Ingolstadt erlebte einen Abend voller Austausch und Begegnung

Die Lange Nacht der Demokratie hat in Ingolstadt gezeigt, wie vielfältig politische Bildung und gesellschaftliches Engagement sein können. Nach der ersten Ausgabe, die noch ausschließlich in der Fronte 79 stattfand, verteilte sich das Programm diesmal auf vier Veranstaltungsorte: die Fronte 79, die Volkshochschule, die Stadtbücherei und die Galerie im Theater.

Zur Eröffnung in der Fronte 79 begrüßte Eveline Hermannseder von der Fachstelle Politische Bildung des Stadtjugendrings die Gäste. Unter ihnen waren auch Zweiter Bürgermeister Franz Wöhrl, Dritter Bürgermeister Christian De Lapuente sowie Mitglieder des Stadtrates.

Wöhrl schlug in seiner Rede den Bogen von einer persönlichen Kindheitserinnerung zur Bedeutung von Mitbestimmung. Auch beim Thema Wählen ab 16 habe sich seine Haltung verändert. Früher sei er eher skeptisch gewesen, heute sehe er die Beteiligung junger Menschen positiver – vor allem dann, wenn sie sich aktiv einbringen und politische Prozesse mitgestalten.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war das gegenseitige Verständnis. Demokratie beginne nicht erst in Parlamenten, sondern im Alltag. Wichtig seien Respekt, zuzuhören und unterschiedliche Meinungen zu akzeptieren.

Cornelia Böhm vom Vorstand des Stadtjugendrings stellte den Abend auch in den Zusammenhang mit dem bevorstehenden Tag der Deutschen Einheit. Sie erinnerte daran, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei. Entscheidend sei nicht nur die Frage, was Demokratie für die Menschen leiste, sondern auch, was jeder Einzelne zu ihrem Erhalt beitragen könne.

Dritter Bürgermeister Christian De Lapuente richtete den Blick besonders auf gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Beteiligung junger Menschen. Demokratie müsse alle Menschen einschließen – unabhängig von Nationalität, Religion, Hautfarbe oder Geschlecht. Gleichzeitig müsse Politik zuhören und aus Beteiligung auch konkrete Verbesserungen ableiten. Gerade junge Menschen sollten erleben, dass ihre Meinung nicht nur abgefragt, sondern auch ernst genommen wird.

Die Lange Nacht der Demokratie wurde so zu einem abwechslungsreichen Abend mit vielen Fachstellen, Organisationen und engagierten Beteiligten. An den verschiedenen Veranstaltungsorten wurde diskutiert, informiert und miteinander gesprochen. Gerade diese Vielfalt machte den Abend aus: Demokratie wurde nicht nur thematisiert, sondern durch Begegnung, Beteiligung und Austausch ganz praktisch gelebt.

Ein Abend, der deutlich machte: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt vom Austausch, von unterschiedlichen Meinungen und vor allem von Menschen, die sich einbringen.

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