Bio aus der Region erleben
Am Sonntag, den 4. Oktober, von 10 bis 17 Uhr wird das Exerzierhaus im Klenzepark wieder zum Treffpunkt für regionale Bio-Produkte. Der Öko-Bauernmarkt der Öko-Modellregion Stadt.Land.Ingolstadt ist Teil der bayerischen Bio-Erlebnistage, die von Ende August bis Mitte Oktober auf Höfe, in Manufakturen, Küchen und Läden einladen. Dort lässt sich erleben, was hinter regional erzeugten Lebensmitteln steckt – und wie vielfältig Bio in Bayern inzwischen aufgestellt ist.
In Ingolstadt treffen sich dazu Erzeuger, Vermarkter und Besucher unter einem Dach. Es geht ums Einkaufen, aber ebenso um den direkten Austausch: Wer produziert die Lebensmittel, unter welchen Bedingungen entstehen sie und warum kostet ein Bio-Produkt manchmal mehr? „Persönlicher Kontakt schafft Vertrauen und Verständnis“, sagt Projektmanagerin Petra Simon. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Felix Wiedner, beide Projektmanager der Öko-Modellregion, organisiert sie den Markt.
Denn die Herausforderungen für Bio-Betriebe sind nicht kleiner geworden. Klimawandel und neue Schädlinge erschweren den Anbau, zugleich bleibt die Vermarktung eine zentrale Aufgabe. Gerade der direkte Verkauf an Verbraucher kann für landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich interessant sein. Der Markt macht diese Zusammenhänge sichtbar und zeigt zugleich, welche regionalen Strukturen bereits funktionieren.
Im Mittelpunkt stehen deshalb Menschen und Produkte aus der Region – vom Gemüse und Getreide bis zu verarbeiteten Spezialitäten. Dazu kommen Informationen, Mitmachangebote und Gelegenheit zum Probieren. Bio soll hier nicht verklärt werden, sondern konkret erfahrbar werden: mit den Produkten und vor allem mit denjenigen, die dahinterstehen.
Bio zum Anfassen
Landwirtschaft, Genuss und modernste Technik
Wie vielfältig regionale Bio-Landwirtschaft sein kann, zeigt sich auf dem Öko-Bauernmarkt besonders an den Ausstellern. Die Birkenschwaige bringt Eier, Nudeln, Karotten, Kraut und Hopfen mit – und dazu Technik, die zeigt, dass Bio längst nicht nur mit Handarbeit verbunden ist. Stefan Froschmeir präsentiert unter anderem ein Hackgerät für den Schlepper und einen autonomen Hackroboter. Seit 2005 arbeitet der Betrieb nach Naturland-Richtlinien und baut verschiedene Früchte an. Zudem erfasst er als Regionalstelle Bio-Getreide, Körnerleguminosen und Ölsaaten von mehr als 40 Betrieben aus der Region und bereitet dieses auf. Die Birkenschwaige ist damit nicht nur Erzeuger, sondern auch ein wichtiger Baustein regionaler Vermarktung.
Ganz anders, aber ebenso anschaulich, ist der Ansatz der Familie Stöckl aus Rohr. Im Gepäck sind drei Sorten der eigenen Streuobstschorle Lilo, Säfte aus der Hofmosterei, Tafeläpfel und Trockenobst. Besonders interessant sind alte Apfelsorten, die im normalen Handel kaum noch zu finden sind. Die 2026 als eines der fünf besten Bioprodukte Bayerns ausgezeichnete Lilo-Schorle besteht ausschließlich aus eigenem Streuobstsaft und Mineralwasser. Hinter dem Produkt stehen Handarbeit, regionale Verarbeitung und der Erhalt artenreicher Streuobstwiesen.
Auch die übrigen Marktstände machen den Besuch abwechslungsreich. Regionale Bio-Produkte treffen auf Informationsangebote und kulinarische Spezialitäten. Beim Marktquiz lässt sich Wissen mit etwas Glück in Preise verwandeln. Wer mag, kann Obst pressen oder beim Schaubrauen zuschauen. Kutschfahrten und Hopfenzupfen bringen Landwirtschaft unmittelbar ins Geschehen, während moderne landwirtschaftliche Technik zeigt, wie sich Produktion weiterentwickelt. Ergänzt wird das Programm durch eine Kräuterführung mit Irina Kuttenreich sowie Speisen mit 100 Prozent Biozutaten. Am Sonntag gibt es ein Weißwurstfrühstück, vegane Leckereien und später weitere Schmankerl sowie Roggenbrot aus dem Holzbackofen. Bereits am Samstagabend stimmen „Souled Out“ und anschließend DJ Franz Eisgruber auf das Wochenende ein. So verbindet der Markt Genuss, Information und Begegnung – ohne Bio zur heilen Welt zu erklären – und macht regionale Landwirtschaft in unterschiedlichen Facetten verständlich und erlebbar für Jung und Alt gleichermaßen direkt vor Ort.
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Bilder: Ökomodellregion, Daniel Delang/Ökomodellregionen Bayern, Stöckl







