Angelika Heckls Engagement für Kinder, Radfahren und die Umwelt
Spricht man Angelika Heckl auf ihr Engagement für Umweltschutz und Fahrradfahren an – insbesondere, wenn es dabei um Kinder geht –, ist sie kaum zu halten. Aus jedem ihrer Worte sprüht die Begeisterung für diese Themen. Schnell wird klar: Auch zahlreiche Zeitungsartikel belegen, an Angelika kommt man nicht vorbei. Und sie lässt sich einiges einfallen, um vor allem Kinder für ihre große Leidenschaft zu begeistern: Bereits seit mehr als 15 Jahren organisiert sie Familien-, aber auch eigene Kinderfahrradtouren. Diese sind inzwischen so begehrt, dass sie sie für verschiedene Träger anbietet: beim Bürgerhaus, dem Ferienpass des Stadtjugendrings in Ingolstadt sowie dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) in Ingolstadt und Pfaffenhofen. Neu hinzugekommen ist der Familienstützpunkt Süd. Dieser hatte ein eigenes Freizeitprogramm speziell für Väter und Kinder entwickelt und googelte kurzerhand Angelika, um sie zu fragen, ob sie ihre Familienfahrradtouren speziell dafür anbieten könnte. Was natürlich der Fall war. Auch die Idee, dass die Kinder ihren Papa einmal ganz für sich alleine haben, unterstützt sie gerne, denn das geht in den meisten Familien im Alltag doch etwas unter.
Kindertouren mit viel Spaß und klaren Regeln
Ganz besonders liebt sie die Fahrradtouren nur mit den Kindern. Natürlich trägt sie dabei viel Verantwortung und klärt deshalb zunächst die Regeln. Neben dem Radln stehen Spiel und Spaß im Vordergrund, allerdings muss jederzeit die Sicherheit – vor allem im Straßenverkehr – gewährleistet sein. „Der Chef bin ich!“ gilt dabei zuoberst. Gefahren wird hintereinander, auch hinter der Mitarbeiterin, die vorne fährt. Keiner darf sie überholen. Die zertifizierte Tourenleiterin bildet den Schlusspunkt und hat so alle im Blick. Sie achtet darauf, dass niemand zurückbleibt.
Erleichternd ist, dass jedes Kind seinen Namen auf dem Rücken befestigt bekommt. So kann sie schnell und persönlich zur Ordnung rufen. Wenn das nicht hilft, bekommt das betreffende Kind die gelbe Weste als letzte Warnung „verpasst“. Hilft auch das nicht, müssen die Eltern das Kind ohne Wenn und Aber sofort abholen.
Mit diesen klaren Regeln kann die Tour mit viel Spaß, zahlreichen Spielen, Brotzeit und genügend Freiraum für die Ideen der Kinder genossen werden. Und das tun sie ausgiebig. Manche sind so begeistert, dass sie immer wieder teilnehmen – ein Mädchen hat sich sogar viermal für diesen Tag angemeldet. Aber auch die Familien-Radtouren sind so beliebt, dass manche Familien einen weiten Weg auf sich nehmen. Eine Familie kam sogar schon mit der Bahn aus Dachau.
Autonomie und Umweltschutz
Angelika freut sich über so viel Begeisterung. Denn neben der Liebe zum Fahrradfahren möchte sie den Kindern vor allem eines vermitteln: „Ich kann das selbst, ich benötige niemanden, um von A nach B zu kommen.“ Was man als Kind mit so viel Begeisterung erlebt, bleibt. Es ist dieses Gefühl von Autonomie, das Angelika den Kindern mitgeben möchte. Ihr ist klar, irgendwann werden die Kinder einen Führerschein machen und das Autofahren wird für sie eine neue Erfahrung sein. Aber das positive Gefühl, das sie mit dem Fahrradfahren verbunden haben, bleibt.
Wie wichtig der begeisterten Fahrradfahrerin ihr Anliegen ist, zeigt sich auch daran, dass sie konsequenterweise inzwischen sogar einen eigenen Verein „Fahrradtouren AraKi“ gegründet hat. Dieser wurde vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt, sodass Spenden steuerlich absetzbar sind. Die Finanzmittel benötigt sie vor allem für kleine, aber für Kinder ungemein wichtige Dinge wie Aufkleber, Tattoos oder sogar Fahrrad-Orden, die selbstredend nur tolle Radlfahrer-Kinder bekommen.
Ihr großes Engagement hört aber nicht bei den Fahrradtouren auf. Sie unterstützt auch zahlreiche Kindergärten dabei, die Kleinen für dieses nachhaltige Fortbewegungsmittel zu begeistern. Jedes Jahr nimmt sie außerdem mit dem offenen Kinderteam „Angelikas Radlkinder und Freunde“ am Stadtradeln teil – und das sehr erfolgreich. Heuer gewann das Kinderteam mit 167 Teilnehmenden und 33.000 Kilometern sogar den ersten Platz. Für Angelika zählt dabei vor allem: Jeder Kilometer, der mit dem Fahrrad zurückgelegt wird, ist einer, bei dem auf das Auto verzichtet und damit ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet wurde.
Angelika setzt sich mit ihrer Expertise für Kinder im Verkehr ein
Ihre Expertise ist inzwischen so angesehen, dass sie sogar als Mitglied der Verkehrskommission zur Verkehrsschau im Landkreis Gießen eingeladen wurde. Bei einer Verkehrsschau, die alle zwei Jahre stattzufinden hat, kommen Vertreter der verschiedenen am Verkehr Beteiligten zusammen: Polizei, Ordnungsamt, Behindertenbeauftragte und Verkehrsgesellschaft. Jeder bringt seine Sicht und seine Anliegen ein. Angelika ist es wichtig, dass dabei auch die Sicht der Schwächsten im Verkehr berücksichtigt wird – die der Kinder. Denn gerade für sie gibt es ihrer Meinung nach noch zu wenig.
Erstaunlicherweise scheinen die Kräfte dieses Energiebündels keine Grenzen zu kennen. Sie reichen sogar noch aus, um sich bei der Schulbegleitung, der Bahnhofsmission und im Reparatur-Café zu engagieren. (Ha-Ga)

