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Ein Blick ins Programm der AfD

Kommentar von Hermann Käbisch

Keine andere Partei schwimmt zurzeit auf einer derartigen Erfolgswelle wie die AfD. Auch in Ingolstadt war sie zuletzt bei der Kommunalwahl 2026 erfolgreich und konnte ihr früheres Ergebnis aus dem Jahre 2020 verdoppeln. Was macht die AfD so erfolgreich? Hat sie ein so attraktives Kommunalwahl-Programm vorgelegt? Man kommt nicht umhin darin zu lesen.

Unter der Überschrift: „Keine Macht den Nervensägen: Für eine Stadt für alle Bürger“ wird unter anderem ausgeführt:

„Unser städtisches Gefüge leidet an manchen Stellen unter einem erheblichen Mangel an politischer Neutralität. Besonders deutlich wird dies an Einrichtungen wie dem Jugend- und Kulturzentrum Fronte 79: Anstatt ein offener Raum für alle jungen Bürger zu sein, dominieren dort stark linkslastige Veranstaltungen, während konservative oder abweichende Positionen kaum zu Wort kommen oder gar nicht erst zugelassen werden.“ Nach diesen markigen Worten ist man ja richtig gespannt, welche ideologische Beeinflussung die Jugendlichen in der Fronte 79 erwartet. Machen Sie sich die Mühe und schauen Sie sich das Programm dieser Einrichtung des Stadtjugendrings einmal an. Sie werden dann sehen, wie es die AfD mit der Wahrheit bzw. der Realität hält. Bei einem Blick ins Programm der Fronte 79 haben wir jedenfalls u. a. gelesen: „Rock’n’Roll Tanzabend“ in Kooperation mit dem Rock’n’Roll Casino (7. November), „UN4GET Battle 2026“ (Tanz und Breakdance-Competition) am 14.11. oder „BanffMountain Film Festival World Tour 2027“ am 23. Januar 2027 (Outdoor- und Abenteuerfilme). Dieses Filmfestival ist eines der weltweit renommiertesten Festivals für Outdoor-, Gebirgs- und Abenteuerfilme. Es werden preisgekrönte Kurzfilme und Dokumentationen über Extremsport, Expeditionen, Naturerlebnisse und ferne Kulturen gezeigt.

Darüber hinaus gibt es in der Fronte79 wöchentliche Kurse: zum Beispiel einen Musical-Workshop, eine Zirkusgruppe, Schachkurse, Mal- und Zeichenkurse, einen Basketballtreff und Karaoke-Singen. Das ist nur ein Teil des Angebots. Wer das Programm der AfD studiert und anschließend nachliest, was es in der Fronte 79 wirklich an Angeboten gibt, der kommt nicht umhin festzustellen: Das AfD-Programm ist ein verlogenes Pamphlet.

Unter der Überschrift „Freie Fahrt für freie Bürger“ befasst sich das AfD-Programm mit lokaler Verkehrspolitik. Da heißt es: „Die Behinderung des Individualverkehrs wird von der AfD strikt abgelehnt. Zu einer modernen freiheitlich-bürgernahen Stadt gehört die Wahlfreiheit der Verkehrsmittel. Wir werden daher prüfen, inwiefern verkehrseinschränkende Maßnahmen der letzten Jahre aufgehoben werden können.“ Dazu: Hat jemals der Ingolstädter Stadtrat einem Bürger vorgeschrieben, welches Verkehrsmittel er benutzen müsse und hat er die Nutzung eines Verkehrsmittels untersagt? Nein! Aber lesen Sie mal weiter im Programm: „Wir wollen die Beeinträchtigung der Sicherheit durch E-Roller kritisch untersuchen lassen und hier Gegenmaßnahmen, falls notwendig, einleiten.“ Was ist das? Die Ankündigung einer „verkehrseinschränkenden Maßnahme“, die man ja gerade abgelehnt hat. Und fragen Sie doch bitte mal die Vertreter der AfD im Stadtrat, welche der kritisierten „verkehrseinschränkenden Maßnahmen“ sie inzwischen haben aufheben lassen.  

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