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Kommentar: Muss das Auto wirklich bis vor die Tür?

Der Parking Day in der Harderstraße hat mir eines wieder deutlich gemacht: Wie anders sich eine Straße anfühlt, wenn nicht allein das Auto den Raum bestimmt.

Für ein paar Stunden standen auf mehreren Stellplätzen keine Fahrzeuge. Dort saßen Menschen, spielten Schach, malten, redeten miteinander oder tranken gemeinsam Kaffee. Eigentlich nichts Spektakuläres. Und trotzdem veränderte sich die Atmosphäre.

Gerade die Harderstraße zeigt für mich aber auch, dass Verkehrsberuhigung nicht mit einem Umbau erledigt ist. Trotz verengter Fahrbahn empfinde ich den Verkehr dort noch immer als laut, teilweise schnell und gefährlich. Während des Parking Days hatte ich zeitweise sogar den Eindruck, dass bereits die Tatsache, dass einige Parkplätze von Menschen statt von Autos genutzt wurden, bei manchen Autofahrern für zusätzliche Ungeduld sorgte.

Genau deshalb müssen wir über den öffentlichen Raum diskutieren.

Dabei geht es nicht darum, das Auto aus Ingolstadt zu verbannen. Viele Menschen sind darauf angewiesen. Es geht vielmehr um eine Frage, die wir uns vielleicht viel zu selten stellen: Müssen wir wirklich jedes Ziel möglichst direkt mit dem Auto anfahren können?

Ingolstadt verfügt rund um die Innenstadt über zahlreiche Parkhäuser und Parkflächen zum Teil auch P&R. Dass dort durchaus Kapazitäten vorhanden sind, zeigt auch die städtische Parkplatzauskunft immer wieder – wobei die Auslastung natürlich je nach Tag und Uhrzeit schwankt.

Wie selbstverständlich der Anspruch auf den möglichst kurzen Weg geworden ist, wurde mir kürzlich auch in der Theresienstraße bewusst. Ein Autofahrer stellte sein Fahrzeug ins Halteverbot.

Seine Begründung: Sein Anliegen dauere schließlich nur drei Minuten.

Drei Minuten!

Zum Artikel Parking Day

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