SPD will Mängelmelder auf den Prüfstand stellen

Mehr Transparenz und effiziente Verwaltungsabläufe trotz angespannter Haushaltslage

Der Mängelmelder der Stadt Ingolstadt ist ein etabliertes und bürgernahes Instrument, um Probleme und Schäden im öffentlichen Raum an die zuständigen Stellen weiterzugeben. Die SPD-Stadtratsfraktion beantragt nun, seine Nutzung und Bearbeitung systematisch auszuwerten und den Mängelmelder zugleich digital weiterzuentwickeln.

Anlass ist die schwierige finanzielle Situation der Stadt. Gerade bei knappen Kassen und vorläufiger Haushaltsführung müsse die Verwaltung zeigen, dass sie ihre Kernaufgaben zuverlässig erfüllt und vorhandene Ressourcen möglichst wirksam einsetzt.

„Sparen darf nicht bedeuten, dass Bürgeranliegen einfach länger liegen bleiben“, erklärt Quirin Witty, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. „Wir wollen wissen, wo die Verwaltung gut funktioniert, wo es Engpässe gibt und wie wir mit den vorhandenen Ressourcen möglichst viel erreichen.“

Wie wichtig es ist, bei Einsparungen nicht nur auf die unmittelbare finanzielle Wirkung zu schauen, zeigt für Witty auch die Diskussion um die reduzierten Öffnungszeiten der Toiletten auf den städtischen Friedhöfen.

„Die Geschichte mit den Friedhofstoiletten war eine ziemlich misslungene Aktion“, so Witty. „Natürlich muss eine Stadt sparen. Aber gerade dann muss man vorher genauer hinschauen: Was spart eine Maßnahme tatsächlich ein – und welche Folgen hat sie für die Menschen?“

Dr. Dorothea Deneke-Stoll, die in der vergangenen Stadtratsperiode als 2. Bürgermeisterin tätig war, sieht in der Auswertung eine Chance, Verwaltungsprozesse gezielt zu verbessern.

„Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein. Wenn Meldungen automatisch bei der richtigen Stelle landen und ihre Bearbeitung transparent nachvollziehbar ist, profitieren Verwaltung und Bürgerschaft gleichermaßen“, sagt Deneke-Stoll.

„Wir wollen keine Schuldigen suchen, sondern Schwachstellen finden“, fasst Witty zusammen. „Gerade in einer angespannten Haushaltslage müssen wir wissen, was funktioniert – und wo wir besser werden können.“

Pressestelle SPD Stadtratsfraktion Ingolstadt


Foto: Archiv IN-direkt

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