DGB-Stadtverband Ingolstadt gedenkt am Antikriegstag

Blumen für Georg Oberhäußer – Erinnerung an Verfolgung und Auftrag für die Gegenwart

Ingolstadt, 1. September 2026 – Zum diesjährigen Antikriegstag legt der DGB-Stadtverband Ingolstadt Blumen an der Georg-Oberhäußer-Gedenkstele nieder; in diesem Jahr im Beisein von Petra Schleer-Leitmayr, Urenkelin von Georg Oberhäußer. Damit erinnert der DGB an den Gewerkschafter, der während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt und inhaftiert wurde, und setzt zugleich ein Zeichen für Frieden, Demokratie und Völkerverständigung.

Georg Oberhäußer war ein Gewerkschaftsfunktionär in Ingolstadt. Während der NS-Zeit geriet er aufgrund seines politischen und gewerkschaftlichen Engagements ins Visier der Nationalsozialisten und wurde verfolgt. Seine Geschichte steht beispielhaft für Menschen, die sich der nationalsozialistischen Diktatur und der Zerschlagung demokratischer Strukturen entgegenstellten.

„Erinnerung bedeutet für uns auch Verantwortung für die Gegenwart“, erklärt der DGB-Stadtverband Ingolstadt. „Der Antikriegstag mahnt uns, dass Frieden, Demokratie und soziale Gerechtigkeit keine Selbstverständlichkeiten sind. Sie müssen immer wieder verteidigt und gestaltet werden.“

Der DGB stellt den diesjährigen Antikriegstag unter das Leitmotiv „Friedensfähig statt kriegstüchtig! Gemeinsam für Völkerverständigung, soziale Gerechtigkeit und eine Welt ohne Krieg.“

Angesichts der internationalen Konflikte und zunehmender Großmachtkonkurrenz warnt der DGB vor einer Politik, die Sicherheit vor allem militärisch definiert. Statt einer dauerhaften Ausrichtung auf „Kriegstüchtigkeit“ fordert der Gewerkschaftsbund eine Politik der Friedensfähigkeit, die auf Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und faire internationale Beziehungen setzt.

Dabei gehört für den DGB auch die soziale Dimension von Frieden und Sicherheit untrennbar dazu. Soziale Gerechtigkeit, demokratische Stabilität und gute Lebens- und Arbeitsbedingungen sind Voraussetzungen für eine widerstandsfähige Gesellschaft. Der massive Aufwuchs der Militärausgaben dürfe deshalb nicht zulasten von sozialer Sicherung, Bildung, öffentlicher Daseinsvorsorge und Zukunftsinvestitionen gehen.

Der DGB-Stadtverband Ingolstadt unterstützt zugleich die Forderung des DGB nach einem klaren Bekenntnis zum Völkerrecht. Unabhängig davon, wer Völkerrecht verletzt, müsse für dessen Einhaltung eingetreten werden. Frieden könne dauerhaft nur auf Grundlage von Recht, internationaler Zusammenarbeit und dem Ausgleich von Interessen entstehen.

„Wir bleiben bei unserem gewerkschaftlichen Grundsatz: Nie wieder Krieg. Wir wollen friedensfähig statt kriegstüchtig sein und bleiben“, so der DGB-Stadtverband Ingolstadt.

Mit der Blumenniederlegung an der Georg-Oberhäußer-Gedenkstele verbindet der DGB das Gedenken an die Opfer von Verfolgung und Krieg mit einer klaren Botschaft für die Gegenwart: Frieden braucht Erinnerung, soziale Gerechtigkeit, Demokratie und den Mut zur Verständigung.

Pressemitteilung DGB Oberbayern

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