Von Chacón bis heute

Vier Jahrzehnte Kunst, Begegnung und Experimentierfreude.

Am 5. September eröffnet Bürgermeister Franz Wöhrl die Jubiläumsausstellung „40 Jahre Art Experiment – von Chacón bis heute“ im Exerzierhaus. Die Laudatio hält Veronika Peters.

Art Experiment wurde 1986 maßgeblich von dem Biennale-Künstler René Chacón gegründet. Der gemeinnützige Verein versteht sich als offenes Netzwerk und verfolgt bewusst keine einheitliche Stilrichtung. Malerei, Bildhauerei, Installation, Objektkunst, Fotografie, Performance und multimediale Arbeiten stehen gleichberechtigt nebeneinander. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Jubiläumsausstellung vom 5. bis 13. September wider, bei der die rund 20 Mitglieder ihre unterschiedlichen künstlerischen Positionen präsentieren.

Der Verein blickt auf vier Jahrzehnte mit teils spektakulären Kunstprojekten zurück. Dazu zählen das „Donau-Projekt“ mit einer Bilderbrücke über die Donau im Jahr 1987, die Freiluftaktion „Komposition am Scherbelberg“ 1989 sowie zahlreiche Themenausstellungen in Ingolstadt, unter anderem in der Reithalle, im Kreuztor und im Künettegraben. Zuletzt setzten sich 19 Künstlerinnen und Künstler in der Ausstellung „Des(s)ert“ mit Gegensätzen wie Überfluss und Mangel, Schönheit und Trostlosigkeit sowie Natur und Zerstörung auseinander. Mit seinen Ausstellungen war Art Experiment darüber hinaus auch in München, Bonn, Neuburg und Bad Wörishofen vertreten.

Einladung an junge Kunstschaffende

Die Jubiläumsausstellung ist zugleich ein Gedenken an den Initiator René Chacón, der vor zehn Jahren verstorben ist. Anton Tyroller, ebenfalls aktives Vereinsmitglied, verwaltet heute Chacóns Nachlass und wird innerhalb der Ausstellung für ein würdiges Gedenken an den aus El Salvador stammenden Künstler sorgen. Chacón studierte Bildende Kunst unter anderem in Florenz und München. Mit seinem offenen, experimentellen Kunstverständnis prägte er den Verein nachhaltig und legte damit Werte fest, die ihn bis heute prägen. In diesem Sinne möchte Art Experiment auch künftig junge Kunstschaffende für den Verein gewinnen und sie zum experimentellen Mitwirken ermutigen

Gleichzeitig erinnert die Ausstellung an zwei weitere verstorbene Mitglieder: Traudl Brunnquell und Helmut Kaiser, der eine Stiftung zur Förderung der Kunst hinterließ. Auch ihrem Wirken ist innerhalb der Jubiläumsausstellung ein würdiger Platz gewidmet.

Die Ausstellung blickt nicht nur auf vier Jahrzehnte Art Experiment zurück, sondern macht auch deutlich, dass der Verein auch künftig offen für junge Kunstschaffende und neue Ideen bleibt. (HaGa)

Foto: privat

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