Sollen künftig fahrerlose Taxis durch Ingolstadt fahren? Die CSU-Stadtratsfraktion will diese Möglichkeit jetzt konkret prüfen lassen. Mit einem Stadtratsantrag fordert sie die Stadt auf, frühzeitig Gespräche mit Anbietern autonomer Fahrdienste aufzunehmen und Ingolstadt für Verkehrs-Angebote für Level-4-Fahrzeuge ins Spiel zu bringen.
„Ingolstadt darf bei der Mobilität der Zukunft nicht Zuschauer sein. Wenn autonome Fahrdienste jetzt in Bayern Realität werden, müssen wir frühzeitig am Tisch sitzen und klären, was davon auch bei uns möglich ist“, sagt CSU- Fraktionsvorsitzender Christopher Hofmann.
Im Blick hat die CSU insbesondere die Entwicklungen rund um Robotaxi-Projekte in München. Die Stadtverwaltung soll deshalb prüfen, ob solche Angebote perspektivisch auch auf Ingolstadt ausgeweitet werden könnten und welche rechtlichen, technischen und organisatorischen Voraussetzungen dafür notwendig wären.
Für Hofmann geht es dabei nicht um Technik um der Technik willen: „Ein Robotaxi ist für uns kein Ersatz für den Bus oder das Taxi. Aber es kann genau dort eine sinnvolle Ergänzung sein, wo die klassische Personenbeförderung an ihre Grenzen der personellen & wirtschaftlichen Rentabilität stößt – bei der ersten und letzten Meile, in Randzeiten oder bei der Anbindung von Stadtteilen und Gewerbegebieten.“
Gerade als Flächenstadt kann Ingolstadt von flexiblen autonomen Angeboten profitieren. Damit könnte das Mobilitätsangebot für Bürger, die auf ein eigenes Fahrzeug verzichten wollen oder müssen, nochmals gestärkt werden.
Die CSU fordert deshalb, auch die Ingolstädter Verkehrsgesellschaft in die Prüfung einzubeziehen und Gespräche mit möglichen Anbietern sowie den zuständigen Behörden von Freistaat und Bund aufzunehmen.
Der frühere Oberbürgermeister und CSU-Stadtrat Dr. Christian Lösel sieht darin eine langfristige Weichenstellung für Ingolstadt: „Für Ingolstadt kann das in Kombination zum ÖPNV ein großer Wurf sein, weil es das Mobilitätsangebot stärkt. Ingolstadt ist Automobilstadt und Technologiestandort. Wir sollten neue Mobilität deshalb nicht erst diskutieren, wenn sie in anderen Städten längst Alltag geworden ist. Unser Anspruch muss sein, Entwicklungen früh zu erkennen und für die Menschen in unserer Stadt nutzbar zu machen.“
Deshalb soll autonomes Fahren nach dem Willen der CSU auch fest im derzeit entstehenden Mobilitätsplan Ingolstadt 2040+ verankert werden.
„Wer einen Mobilitätsplan bis weit in die 2040er-Jahre entwickelt, kann autonomes Fahren nicht ausklammern“, betont Lösel. „Sonst planen wir die Mobilität von morgen mit den Instrumenten von heute.“
Die CSU will mit ihrem Antrag erreichen, dass Ingolstadt nicht erst reagiert, wenn Standorte und Modellregionen bereits feststehen. Hofmann: „Wir wollen nicht heute entscheiden, wo morgen Robotaxis fahren. Wir wollen aber dafür sorgen, dass Ingolstadt bereit ist, wenn sich diese Chance bietet.“
Pressemitteilung der CSU Stadtratsfraktion
