im MEG Culture Club
In seiner Begrüßung freute sich Franz Schabmüller sen. darüber, dass sich die zahlreichen Gäste nicht von der sommerlichen Hitze abschrecken ließen und seiner Einladung zur Vernissage „Gipfelmomente“ am Sonntag, 16. August 2026, um 16.30 Uhr folgten. Veranstaltungsort war das historische Anwesen der ehemaligen Direktorenvilla von Schubert & Salzer, in dem heute der noch junge gemeinnützige MEG Culture Club zuhause ist. Der Verein wurde im Sommer 2025 gegründet und dürfte in Ingolstadts Kulturlandschaft noch öfter von sich hören lassen.
Schabmüller stellte den Besuchern die Künstlerin Cyrielle Recoura vor, die er bei der MUC Art in München kennengelernt hatte. Recoura wurde 1989 in Grenoble am Fuß der französischen Alpen geboren. Die Berge spielen bis heute eine zentrale Rolle in ihrer Arbeit.
Sie studierte Mathematik und Informatik und spielte gleichzeitig Basketball auf professionellem Niveau. Ihre Karriere führte sie unter anderem durch Frankreich und Kanada. 2016 kam sie nach Deutschland und erhielt einen Vertrag als Profi-Basketballspielerin bei den Bad Aiblinger Firegirls. In ihrer Rede erinnerte sich Recoura an ihre ersten Eindrücke von Bayern: „Als ich auf der Autobahn am Irschenberg fuhr, war mir klar: Hier gefällt es mir.“
Nach dem Ende ihrer Profikarriere im Basketball 2018 widmete sich Cyrielle Recoura zunehmend ihrer zweiten großen Leidenschaft: der Kunst. Was zunächst nebenbei und nach dem Prinzip „Learning by doing“ begann, entwickelte sich über zahlreiche Ausstellungen und Auftragsarbeiten stetig weiter. 2025 machte sie schließlich den Schritt zur Vollzeitkünstlerin.
Besonders charakteristisch für ihre heutige Arbeit sind ihre Bergcollagen. Dafür verwendet sie ausgeschnittene Elemente aus zahlreichen Zeitschriften und setzt daraus detailreiche Berglandschaften zusammen. Recoura erzählte, dass sie für eine Collage etwa drei bis vier Wochen benötigt und dafür oftmals mehr als 200 Zeitschriften nach passenden Farben und Motiven durchsucht.
Die Berge stehen für sie nicht nur für Landschaft, sondern auch für Kraft, Ausdauer und das Überwinden von Hindernissen. „Ich schaffe Kunst für Menschen, die die Berge im Herzen tragen und das Gipfelmindset teilen: weitergehen, auch wenn der Weg steil wird. Nicht aufgeben, auch wenn der Atem kurz und die Beine schwer werden“, sagte die Künstlerin.
Ihre fantastischen, farbenfrohen und detailreichen Bergcollagen sind damit weit mehr als alpine Landschaften. Die ehemalige Profisportlerin verbindet darin Erfahrungen aus dem Spitzensport mit ihrer Kunst. „Meine Collagen stehen für Kraft, Ausdauer und den Mut, den eigenen Gipfel zu erklimmen.“ Die Werke begeistern nicht nur den Betrachtenden, sondern ihn auch an die eigenen Erfolge erinnern – an jene Momente im Leben, die oft nur mit Ausdauer, Kraft und dem Willen zum Weitergehen erreicht werden können.
Fotos: HaGa










