Anzeige

Ein Künstler, der Räume verändert

Daniel Malun Lange zeigt im Kreuztor mit „From the Present to the Past“ zwei Jahrzehnte seines künstlerischen Weges – von den Anfängen im Graffiti bis zur expressiven figurativen Malerei

Das Kreuztor wurde am Freitagabend zum Treffpunkt für Kunstfreunde, Wegbegleiter und neugierige Besucher. Zahlreiche Gäste kamen zur Eröffnung der Ausstellung „From the Present to the Past“ von Daniel Malun Lange. Die Räume waren gut gefüllt – viele wollten die Werke sehen und den Künstler erleben, dessen Name in Ingolstadt seit vielen Jahren eng mit Kunst und Kultur verbunden ist.

Die Begrüßung übernahm Siegfried Bauer vom Förderverein Kreuztor. Er betonte die Bedeutung des historischen Bauwerks als Ort für Kunst und Kultur und zeigte sich dankbar für die Möglichkeit, das Kreuztor regelmäßig für Ausstellungen und Begegnungen öffnen zu können. Besonders erfreulich sei die unbefristete Verlängerung der Vereinbarung mit der Stadt Ingolstadt. Damit bleibt das Kreuztor auch künftig ein wichtiger Kulturort.

Musikalisch begleitet wurde die Vernissage von Bettina Rottler, Leonie Hell und Quirin Witty, die mit ihren Beiträgen für einen passenden Rahmen sorgten.

Vom Graffiti zur eigenen Bildsprache

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch zwei Jahrzehnte des künstlerischen Schaffens von Daniel Malun Lange. Zu sehen sind Werke aus verschiedenen Phasen seiner Entwicklung – von den Anfängen im Graffiti bis hin zur expressiven figurativen Malerei der Gegenwart. Ergänzt wird die Ausstellung durch Leihgaben aus Privatsammlungen sowie aktuelle und bislang unveröffentlichte Arbeiten.

In ihrer Laudatio würdigte Christina Diederichs, Leiterin des Amts für Internationale Beziehungen und Kulturverwaltung, den Künstler als jemanden, der weit über klassische Kunstgrenzen hinauswirkt:

„Daniel Malun Lange ist ein Künstler, der Räume verändert. Er gestaltet nicht nur Leinwände, sondern Fassaden, Plätze und Begegnungen.“

Seine Werke seien keine bloße Dekoration. Sie würden Fragen stellen, Erinnerungen wecken und neue Perspektiven eröffnen. „Seine Kunst kennt keine Berührungsängste“, sagte Diederichs. Sie finde ihren Platz in Galerien ebenso wie im öffentlichen Raum.

Ein Weg von Gera nach Ingolstadt

Daniel Malun Lange wurde 1978 in Gera geboren. In der Nachwendezeit entdeckte er Graffiti für sich und entwickelte sich autodidaktisch weiter – in einer Zeit, in der Inspiration noch nicht einfach über das Internet verfügbar war. Was zunächst Ausdruck von Rebellion und Identitätssuche war, entwickelte sich zu einer eigenen künstlerischen Sprache.

1997 kam Lange nach Bayern. In Ingolstadt traf er auf eine junge Hip-Hop- und Graffiti-Szene, die noch am Anfang stand. Er verband Musik, Tanz und visuelle Kunst und schuf gemeinsam mit anderen neue Räume für Kreativität.

Im Laufe der Jahre wurde er zu einer prägenden Persönlichkeit der Ingolstädter Kulturszene. Projekte wie das Filmfestival 20minmax, die Open-Air-Galerie, Landmarks oder das Tagtraumfestival sind eng mit seinem Namen verbunden.

Nach einer Zeit in Berlin kehrte Lange nach Ingolstadt zurück. Für Christina Diederichs war diese Rückkehr ein Gewinn für die Stadt. Viele Menschen seien im Laufe der Jahre mit seinem Wirken in Berührung gekommen – oder würden es noch.

„Netzwerk, Liebe, Hoffnung und Glaube“

Neben seiner Kunst steht für Daniel Malun Lange vor allem die Verbindung zu Menschen im Mittelpunkt. Er selbst beschreibt seine Haltung mit drei Begriffen:

„Netzwerk, Liebe sowie Hoffnung und Glaube.“

Dabei geht es ihm um das Verbinden von Menschen, um die Liebe zu dem, was er tut, und um den Glauben an Möglichkeiten – verbunden mit der Hoffnung, diesen Glauben nicht zu verlieren.

Christina Diederichs griff diese Worte in ihrer Laudatio auf und zeigte, wie sehr sie zu seinem Wirken passen. Daniel bringe Menschen zusammen, unterstütze andere Künstler und schaffe Räume, in denen Begegnungen entstehen können.

Auch in seiner eigenen Rede wurde deutlich, dass Austausch für ihn ein zentraler Bestandteil von Kunst ist:

„Lasst uns reden. Lasst uns austauschen. Lasst uns Bilder angucken und einen schönen Abend haben.“

Zwischen Sprühdose und Leinwand

Auch künstlerisch entwickelt sich Daniel Malun Lange stetig weiter. Neben der Sprühdose gehören inzwischen Pinsel, Bleistift, Kohle, Öl und Pastellkreiden zu seinen Ausdrucksmitteln. Seine Werke entstehen in einem intensiven Prozess und verbinden Kraft, Emotion und Melancholie.

Die Ausstellung im Kreuztor zeigt damit nicht nur einen Rückblick, sondern auch die Weiterentwicklung eines Künstlers, der immer wieder neue Wege sucht.

Blick nach vorne: Neue Projekte und Landmarks

Bei der Vernissage gab Daniel Malun Lange auch einen Ausblick auf kommende Projekte. Neben der Ausstellung „Art of Snowboards“ in München und seiner Beteiligung an der Nacht der Museen steht auch die nächste Ausgabe von Landmarks bevor.

Mindestens zwei neue Wände sind geplant. Unter anderem wird die Graffiti- und Muralkünstlerin Frau Isa eine Wand im Rahmen von Landmarks gestalten. Ein weiteres Projekt kündigte Lange bereits an, ohne Details zu verraten: Es werde „speziell“.

Damit bleibt Daniel Malun Lange seinem Weg treu: Kunst sichtbar machen, Menschen verbinden und neue Begegnungen ermöglichen.

„From the Present to the Past“ ist deshalb mehr als eine Ausstellung über Bilder. Sie erzählt die Geschichte eines Künstlers, der seine Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet – und gleichzeitig bereits die nächsten Kapitel vorbereitet.

Die Ausstellung ist vom 15. bis 30. August 2026 im Kreuztor, Kreuzstraße, zu sehen.
Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 15 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 20 Uhr.

Artikel teilen:

Verlinkte Themen: