65-jähriger fährt trotz geschlossener Schranke auf Bahnübergang bei Manching
PKW Fahrer per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus –130 Personen evakuiert – Bahnstrecke nach Regensburg über 5 Stunden gesperrt
Gestern Nachmittag, am Dienstag, 11. August ist an einem Bahnübergang bei Manching ein Pkw mit einem Personenzug zusammengestoßen. Der 65-jährige Autofahrer wurde dabei leicht verletzt. Die 132 Fahrgäste des Zuges blieben nach bisherigen Erkenntnissen unverletzt.
Gegen 14.10 Uhr befuhr ein Mann aus Baar-Ebenhausen mit seinem Pkw die Niederfelder Straße in südliche Richtung. Am dortigen Bahnübergang fuhr er trotz geschlossener Halbschranken in den Gleisbereich ein.
Zeitgleich näherte sich ein Personenzug der Agilis auf der Fahrt von Ingolstadt in Richtung Regensburg. Der mit 132 Personen besetzte Zug war nach Angaben der Polizei mit rund 120 km/h unterwegs. Trotz einer eingeleiteten Notbremsung konnte der Lokführer den Zusammenstoß mit dem Fahrzeug nicht mehr verhindern.
Durch die Kollision wurde der Pkw nach links geschleudert und blieb auf der Beifahrerseite liegen. Der Fahrer wurde in seinem Fahrzeug eingeschlossen und musste von den Einsatzkräften der Feuerwehr mit schwerem Rettungsgerät befreit werden. Anschließend wurde er mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.
Der Zug kam rund 400 Meter nach der Unfallstelle auf freier Strecke zum Stehen. Die Fahrgäste blieben nach aktuellem Kenntnisstand unverletzt. Sie wurden durch die Feuerwehr aus dem Zug evakuiert und anschließend mit Bussen zum Bahnhof Vohburg gebracht.
Der entstandene Sachschaden wird auf einen hohen fünfstelligen Betrag geschätzt. Nach ersten Erkenntnissen waren die beiden Halbschranken sowie die vier Signalleuchten des Bahnübergangs zum Unfallzeitpunkt ordnungsgemäß in Betrieb. Hinweise auf eine technische Störung liegen derzeit nicht vor.
Die Bahnstrecke sowie die querende Kreisstraße mussten für die Dauer der Unfallaufnahme und der Bergungsarbeiten vollständig gesperrt werden. Der Zug wurde anschließend durch einen Werkstattzug abgeschleppt, der Pkw durch ein Abschleppunternehmen geborgen. Die Sperrung dauerte rund fünfeinhalb Stunden.
Gegen den 65-Jährigen wird nun wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr ermittelt. Die Verkehrspolizeiinspektion Ingolstadt hat die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang übernommen.
Foto: Symbolbild
Verkehrspolizei Ingolstadt

