Ein Sprung ins kühle Wasser, Sonne auf der Haut und danach am Mühlrad sitzen und die Zeit vergessen: Alte Familienfotos erinnern an die Badefreuden am Winklerweiher – vielen Ingolstädtern noch als Schutterbad bekannt.
Was heute kaum noch vorstellbar ist, gehörte für viele Ingolstädter früher ganz selbstverständlich zum Sommer. An heißen Tagen zog es Kinder und Erwachsene an den Winklerweiher, um sich dort zu erfrischen und gemeinsam Zeit am Wasser zu verbringen.
Die historischen Aufnahmen aus meinem Familienalbum dürften um 1970 oder etwas früher entstanden sein. Sie zeigen mehrere Mitglieder meiner Familie beim Baden und vermitteln einen Eindruck davon, wie lebendig es dort einst zuging.



Der Winklerweiher blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ursprünglich gehörte er zur Winklermühle und diente als Mühlweiher. Als die Fotos entstanden, war der Mühlenbetrieb längst eingestellt. Der Weiher aber blieb ein Ort der Erholung. Für viele ältere Ingolstädter ist er bis heute als Schutterbad in Erinnerung.
Gebadet wurde im Schutterwasser, zwischendurch saß man am Mühlrad, unterhielt sich und ließ den Sommertag einfach verstreichen. Auch im Winter hatte der Weiher seinen Reiz: Wenn er ausreichend zugefroren war, wurden die Schlittschuhe ausgepackt und auf dem Eis die Runden gedreht.
Heute liegt der Winklerweiher still im Ingolstädter Grüngürtel unmittelbar bei der Brodmühle. Das Gelände befindet sich in Privatbesitz und ist von einem Zaun umgeben. Vom früheren Badeleben ist kaum noch etwas zu erahnen.
Umso mehr erzählen die alten Fotografien von einem Stück Ingolstädter Alltagsgeschichte, das heute fast verschwunden ist.
Wer kann sich noch an das Schutterbad erinnern? Vielleicht schlummern ja auch in anderen Familienalben noch Bilder und Geschichten von den Sommertagen am Winklerweiher.

