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„Es reicht!“ – Protest auf dem Rathausplatz

Rund 50 Teilnehmer folgten dem Aufruf der Linken – Kritik an Einschnitten bei Pflege, Gesundheit, Rente und Teilhabe

Unter dem Motto „Raus zum Sozialprotest – Es reicht!“ hatte Die Linke am Freitag zu einer Kundgebung auf dem Rathausplatz aufgerufen. Rund 50 Teilnehmer kamen zusammen. In den Redebeiträgen ging es um die Zukunft des Sozialstaats, um Pflege und Gesundheitsversorgung, Rente, Barrierefreiheit und Bildung. Die zentrale Forderung: eine soziale Politik, „die niemanden zurücklässt“.

Die Ingolstädter Stadträtin Eva Bulling-Schröter kritisierte die aktuelle Sozialpolitik scharf. „Wir erleben, wie der Sozialstaat systematisch angegriffen wird“, sagte sie. Statt weiterer Kürzungen forderte sie Investitionen in Wohnen, Bildung, Gesundheit und Pflege sowie eine stärkere Besteuerung großer Vermögen. „Echte Sicherheit beginnt dort, wo Menschen ohne Angst vor Armut, Krankheit oder Wohnungslosigkeit leben können.“

Die Bundestagsabgeordnete Sarah Vollath (Die Linke) gehörte ebenfalls zu den Rednern der Kundgebung. Sie ging in ihrem Beitrag auf die aktuelle Sozialpolitik ein

Auch Achim Werner, Stadtrat der Linken, nahm vor allem die Entwicklungen in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung in den Blick. Er warnte vor Leistungskürzungen und höheren Belastungen für die Betroffenen. Besonders deutlich wurde er beim Thema Pflege: „Die Pflege kann man nicht billiger machen. Sie wird von Menschen erbracht.“ Einsparungen dürften deshalb nicht zulasten von Pflegebedürftigen und Beschäftigten gehen.

Karoline Klapper, ebenfalls Stadträtin der Linken, rückte die Situation von Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt. Sie forderte verbindliche Barrierefreiheit und warnte vor Einsparungen bei der Eingliederungshilfe. „Teilhabe und Barrierefreiheit sind keine Gefälligkeiten. Sie sind Menschenrechte“, betonte Klapper. Auch beim Hitze- und Katastrophenschutz müssten die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung stärker berücksichtigt werden.

Wie sich die aktuellen Debatten im Gesundheitswesen auf die Beschäftigten auswirken, schilderte Yvonne Glöckl, Betriebsgruppenvorsitzende am Klinikum Ingolstadt. Sie sprach von wachsendem Arbeitsdruck und Sorgen vor weiteren Einschnitten. „Wir waren während Corona die Helden. Wir waren systemrelevant. Und jetzt werden wir nicht mehr gehört“, kritisierte Glöckl. Auch eine Anhebung des Renteneintrittsalters sieht sie gerade für Menschen in körperlich belastenden Berufen kritisch.

Die Perspektive der jüngeren Generation brachte Frizi vom Schulstreikkomitee Ingolstadt ein. Frizi kritisierte hohe Verteidigungsausgaben, sprach sich gegen eine Wehrpflicht aus und forderte stattdessen mehr Geld für Bildung und Soziales. „Wer von Sozialabbau redet, darf von der Aufrüstung nicht schweigen“, hieß es in dem Redebeitrag. Zudem verwies das Schulstreikkomitee auf den Sanierungsbedarf an Schulen und rief zu weiteren Protesten auf.

Neben den genannten Rednern kamen weitere Vertreter aus Politik, Sozialverbänden und Initiativen zu Wort. Dabei ging es unter anderem um steigende Lebenshaltungskosten, soziale Absicherung und Investitionen in die öffentliche Infrastruktur.

Zum Abschluss stand vor allem ein gemeinsamer Appell: Die Teilnehmer sollten auch über die Kundgebung hinaus ihre Stimme erheben und sich gegen soziale Einschnitte einsetzen. „Alleine schaffen wir das nicht. Wir schaffen das nur als Gemeinschaft zusammen“, brachte Glöckl die Botschaft des Nachmittags auf den Punkt.

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