Der Jahresbericht 2025 zeigt, wie vielfältig die Ingolstädter Museumslandschaft trotz knapper Mittel arbeitet. Kultur- und Bildungsreferent Marc Grandmontagne warnt davor, ihren Wert allein an Einnahmen und Besucherzahlen zu messen.
Die Ingolstädter Museen haben im vergangenen Jahr rund 63.000 Besucher verzeichnet. Damit lag die Zahl etwas unter dem Vorjahreswert. Als wesentlicher Grund gelten die stark eingeschränkten Öffnungszeiten des Museums für Konkrete Kunst. Dennoch zeigt der jetzt veröffentlichte Jahresbericht 2025, wie vielfältig die Häuser trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen gearbeitet haben.
Mehr als 700 museumspädagogische Programme wurden gebucht. Hinzu kamen Ausstellungen, digitale Angebote, Restaurierungsarbeiten und mehrere Jubiläen. Dazu zählten unter anderem 100 Jahre Alf Lechner, 30 Jahre Bauerngerätemuseum Hundszell, 20 Jahre UNESCO-Welterbe Obergermanisch-Raetischer Limes und 80 Jahre Kriegsende.
Internationale Aufmerksamkeit erhielt das Deutsche Medizinhistorische Museum als Gastgeber einer Tagung der „International Association of Medical Museums and Collections“. Zahlreiche weitere Projekte konnten mithilfe von Drittmitteln, Spenden und Kooperationen umgesetzt werden.
Kultur- und Bildungsreferent Marc Grandmontagne betonte bei der Vorstellung des Berichts, Museen dürften nicht allein nach Eintrittseinnahmen, Besucherzahlen oder Kostendeckungsgraden bewertet werden. Sie seien Bildungsorte, kulturelle Treffpunkte und wichtige Einrichtungen für die Lebensqualität einer Stadt.
Zugleich machte Grandmontagne deutlich, unter welchen schwierigen Bedingungen die Mitarbeiter arbeiten. Wenig Personal, reduzierte Öffnungszeiten und kaum finanzielle Möglichkeiten für Werbung oder zusätzliche Vermittlungsangebote wirkten sich zwangsläufig auf die Zahlen aus. Umso mehr würdigte er das Engagement der Beschäftigten.
Dass sich die Sparmaßnahmen auch beim Jahresbericht bemerkbar machen, zeigt dessen Veröffentlichung: Er erscheint erstmals ausschließlich digital. Lediglich für die Museen wurde eine kleine Zahl an Belegexemplaren gedruckt. Auch die grafische Gestaltung übernahmen die Mitarbeiter selbst.
Grandmontagne verwies zudem auf die wirtschaftliche Bedeutung von Museen. Nach einer von ihm genannten Studie erzeugt jeder Euro, den die öffentliche Hand in Museen investiert, rund 1,70 Euro Wertschöpfung. Werden zusätzliche Ausgaben der Besucher etwa für Gastronomie oder Übernachtungen berücksichtigt, fällt der wirtschaftliche Effekt noch höher aus.
Große Chancen sieht Grandmontagne im künftigen Museum für Konkrete Kunst und Design. Das Haus könne neue touristische Impulse setzen und die Wahrnehmung Ingolstadts über die Region hinaus stärken. Sein Appell: Die bestehenden Museen auch in finanziell schwierigen Zeiten zu erhalten und ihnen langfristig wieder bessere Rahmenbedingungen zu ermöglichen.

