Am 25. und 26. Juli pilgerten zahlreiche Grill-Enthusiasten nach Fulda. Hier richtete die German Barbecue Association (GBA) die Deutsche Grill- und BBQ-Meisterschaft aus – den größten und renommiertesten Wettbewerb im Bereich des Grillens im Land. Der 1996 gegründete Verband ist der einzige seiner Art in Deutschland, Mitglied der World Barbecue Association (WBQA) und kürt jährlich den Deutschen Grill- und BBQ-König. Tausende Besucher pilgerten an diesem Wochenende an die Rhön, 32 Amateur- und Profi-Teams kämpften um Ruhm, Ehre und Punkte der blind verkostenden Jury.
Mittendrin statt nur dabei: die Grillwerkstatt Ingolstadt, die bereits zum dritten Mal in Folge bei der Deutschen Meisterschaft antrat. Zum neunköpfigen Team gehören Team-Captain Michael Bodenloher, Peter Dasch und Mario Engelbrecht aus Ingolstadt, Heiko und Sandra Meinikheim von MeinGarten Ingolstadt, Benjamin und Juliane Blechinger vom BBQ Valley Beilngries sowie Lutz Brackhoff und Boris Röder. Für das Team begann der entscheidende Tag lange vor Sonnenaufgang. „Wir sind um 4 Uhr morgens gestartet, um die Beef Ribs rechtzeitig zu smoken“, erzählt Bodenloher. Sechs Stunden brauchten die Rippen auf dem Smoker, ehe sie pünktlich um 12 Uhr perfekt gegart an die Jury gehen konnten – eine logistische Punktlandung.
Benjamin Blechinger bringt die Stimmung im Team auf den Punkt: „Wir sind ein cooles Team und mit unserer Leistung sehr zufrieden – auch wenn wir diesmal nicht aufs Treppchen der Gesamtwertung gekommen sind.“ Von 13 Teilnehmern im Amateurbereich belegte die Grillwerkstatt am Ende Platz 5 – ein Ergebnis, mit dem das Team sehr gut leben kann.
Sechs Gänge, eine Wurst zum Merken – und der Blick nach vorn
Das Team um Michael Bodenloher war keineswegs mit leeren Händen angereist. Bei der Deutschen Meisterschaft im letzten Jahr sicherte sich die Grillwerkstatt Ingolstadt den Titel des Deutschen Vize-Meisters der Amateure. Die diesjährige Grillmeisterschaft in Fulda erwies sich erneut als Kraftakt mit Frühaufsteher-Disziplin, brachte aber auch eine ordentliche Portion Spaß mit sich. Neun Personen, ein Ziel – und am Ende ein Ergebnis, mit dem sich gut leben lässt, auch wenn es diesmal in der Gesamtwertung nicht ganz für das Siegertreppchen reichte.


Der Gang, auf den das Team am meisten stolz ist, kam bei einer der Improvisationsrunden zustande. Erst um 7 Uhr morgens erfuhren die Teams bei der Warenausgabe überraschend, was zu verarbeiten war: „Da haben wir Kartoffeln, eine Schweineschulter und einen Darm erhalten und daraus eine Wurst mit Cheddar, Jalapeños und Cranberries gezaubert. Darauf sind wir besonders stolz. Die werden wir uns auf alle Fälle merken“, so Michael Bodenloher. Aus den Kartoffeln bereiteten sie einen Kartoffelsalat mit Miso-Paste und Mayonnaise, also keine traditionell bayrische Variante des beliebten Beilagen-Klassikers.
Auch beim zweiten geheimen Warenkorb bewies das Team Nerven: Beef Ribs, ohne Beilage serviert, mussten dieses Mal ganz für sich überzeugen. Das gelang eindrucksvoll – Platz 2 in diesem Gang war das Resultat der nächtlichen Vorbereitung und des sechsstündigen Smoker-Marathons.
Nicht ganz so rund lief es beim vegetarischen Pflichtgang mit Kohlrabi, Karotte und Mangold. „Beim vegetarischen Gericht haben wir nicht so performt, aber wir sind halt auch einfach Fleischliebhaber“, gibt Benjamin Blechinger schmunzelnd zu. Eine ehrliche Einschätzung, die zeigt: Bei aller Ambition nimmt sich das Team auch selbst nicht zu ernst.
Was die Deutsche Grillmeisterschaft so besonders macht, ist aber nicht nur der Wettkampf. „Man kennt mittlerweile die anderen Teams, man hilft sich gegenseitig, da ist keiner neidisch auf den anderen. Man gönnt auch den anderen den Sieg“, beschreibt Bodenloher die Atmosphäre unter den Konkurrenten. Ein Zusammenhalt, der die Deutsche Grillmeisterschaft von vielen anderen Wettbewerben unterscheidet und aus Rivalen über die Jahre hinweg schon eine BBQ-Familie gemacht hat.


Am Ende steht für die Grillwerkstatt Ingolstadt Platz 5 von 13 Teilnehmern in der Gesamtwertung – kein Podestplatz, aber ein Wochenende, das dem Team noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. „Wir haben als Team super zusammengearbeitet und wir hatten richtig gute Laune. Wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir abgeliefert haben“, zieht der Grillmeister Bilanz. Aber jetzt freut sich das Team auch erstmal wieder auf ein paar ruhigere Tage mit den Kindern und Familien daheim.
Ganz zur Ruhe kommen wird die Grillwerkstatt Ingolstadt aber nicht: Der nächste Schritt ist bereits angedacht. „Nächstes Jahr werden wir uns wahrscheinlich trauen, von den Amateurmeisterschaften zu den Profis zu wechseln“, blickt Michael Bodenloher voraus. Ein ambitionierter Plan – und ein weiterer Beweis dafür, dass sich das Ingolstädter Team auf dem Rost so schnell nicht zufriedengibt. Und vielleicht kommt der eine oder andere Ingolstädter auch mal in den Genuss des neu kreierten Grillwürstchens (AF).

