Wasser, Abwasser, Müll und Straßenreinigung werden spürbar teurer – ein Musterhaushalt zahlt künftig rund 344 Euro mehr im Jahr.
Ab dem 1. Oktober 2026 treten bei den Ingolstädter Kommunalbetrieben (INKB) neue Gebühren und Beiträge in Kraft. Betroffen sind alle zentralen Leistungen der kommunalen Daseinsvorsorge: Trinkwasser, Schmutz- und Niederschlagswasser, Abfallentsorgung und Straßenreinigung. Grund ist eine gesetzlich vorgeschriebene Neukalkulation, die alle vier Jahre stattfindet – diesmal mit deutlichen Aufschlägen.
Die neuen Gebühren im Überblick
| Bereich | Änderung |
|---|---|
| Trinkwasser (Verbrauch) | +53 % auf 2,13 €/m³ |
| Trinkwasser (Grundgebühr) | +25 % |
| Schmutzwasser | +53 % |
| Niederschlagswasser | +43 % |
| Abfallentsorgung | +21 bis 24 % |
| Straßenreinigung | +27 bis 31 % |
| Anschlussbeiträge (Wasser/Abwasser) | unverändert |
Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet das: Die jährlichen Kosten für Wasser, Abwasser und Müll steigen von bisher 768 Euro auf künftig 1.112 Euro – ein Plus von rund 45 Prozent oder etwa 29 Euro im Monat.
Warum wird es teurer?
Die INKB sind als kommunaler Ver- und Entsorger an das sogenannte Kostendeckungsprinzip gebunden: Sie dürfen keine Gewinne erwirtschaften, müssen aber sämtliche Kosten über Gebühren und Beiträge decken. Da die letzte Kalkulation für die Jahre 2022 bis 2026 galt, schlagen die in dieser Zeit stark gestiegenen Bau-, Energie-, Material- und Personalkosten nun erstmals voll durch.
Hinzu kommen zwei weitere Faktoren:
- Der bayerische Wassercent, der seit 2026 gilt und den die INKB für die Grundwasserentnahme an den Freistaat abführen müssen, fließt in die Wassergebühren ein.
- Eine Umstellung der Abschreibung in den investitionsintensiven Bereichen Wasserversorgung und Entwässerung auf den Wiederbeschaffungszeitwert soll helfen, langfristig Rücklagen für die Erneuerung von Leitungen, Pumpwerken und Wasserwerken aufzubauen.
So äußert sich der INKB-Vorstand
INKB-Vorstand Thomas Schwaiger räumt ein, dass die Anpassungen für viele Bürgerinnen und Bürger eine finanzielle Belastung darstellen. Man arbeite kontinuierlich daran, wirtschaftlicher zu werden und Kosten zu senken – die allgemeine Kostensteigerung lasse sich aber nicht vollständig auffangen. Wichtig sei es den Kommunalbetrieben gewesen, Spielräume dort zu erhalten, wo Bürger ihre Gebühren durch eigenes Verhalten beeinflussen können.
Wo Bürger sparen können
Ein erheblicher Teil der Gebühren richtet sich nach dem tatsächlichen Verbrauch. Konkret heißt das:
- Wasser sparen senkt sowohl die Trinkwasser- als auch die Schmutzwassergebühr.
- Regenwasser versickern lassen statt in die Kanalisation einzuleiten spart die Niederschlagswassergebühr vollständig.
- Konsequent Müll trennen ermöglicht es oft, mit einer kleineren Restmülltonne auszukommen – vorausgesetzt, das vorgeschriebene Mindestvolumen pro Person wird eingehalten.
Zusätzlich bieten die Kommunalbetriebe Förderungen im Trinkwasserschutz, bei der Niederschlagswassernutzung und zur Abfallvermeidung an, etwa in Form von Zuschüssen und Gebührenreduzierungen. Details dazu gibt es unter www.in-kb.de/foerderungen.
Wie geht es weiter?
Der Verwaltungsrat der Ingolstädter Kommunalbetriebe hat die neuen Sätze bereits am 15. Juli beschlossen. Die endgültige Verabschiedung durch den Stadtrat ist für den 29. Juli vorgesehen. Vorab hatte der Vorstand Stadt- und Verwaltungsräte in zwei Informationsveranstaltungen über die Hintergründe informiert.
Die neuen Gebühren gelten ab Oktober 2026, wirken sich aber erst bei der rückwirkenden Jahresabrechnung im Oktober 2027 tatsächlich auf die Zahlungen der Haushalte aus.
Fragen zur Gebührenanpassung beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunalbetriebe telefonisch unter 0841 305-3334 oder per Mail an kontakt@in-kb.de.
Pressestelle INKB-Ingolstädter Kommunalbetriebe
