Blick über die Schulter: Wie Träger und Kitas Hand in Hand arbeiten

Zu Besuch in unseren Einrichtungen – Linda Schröfelbauer und Einrichtungsleitung Birgit Dunz im Interview über den Sinn von pädagogischen Hospitationen und den Austausch auf Augenhöhe.

„Reflexion der Hospitation“ – das klingt im ersten Moment nach grauer Theorie, Aktenordnern und Formularen. Doch wer einen Blick hinter die Kulissen der katholischen Kita IN gGmbH wirft, stellt schnell fest: Dahinter verbirgt sich gelebte Praxisnähe und ein wertschätzender Austausch auf Augenhöhe. Regelmäßig besucht die pädagogische Trägervertretung die Einrichtungen des Verbunds, um den Alltag hautnah mitzuerleben. Doch worum geht es dabei eigentlich genau? Wie fühlt sich das für die Teams vor Ort an? Wir haben bei Linda Schröfelbauer (pädagogische Trägervertretung) und Birgit Dunz (Leiterin der Kita St. Nikolaus in Lenting) nachgefragt.

Frau Schröfelbauer, was genau passiert eigentlich, wenn Sie einen Tag lang in einer Einrichtung wie St. Nikolaus in Lenting über die Schultern schauen?

Linda Schröfelbauer: Ich nehme ganz bewusst die Beobachterrolle ein, um einen echten Einblick in die täglichen Abläufe und die Pädagogik vor Ort zu gewinnen. Mein Tag startet meistens direkt mit der Bringzeit am Morgen. Ich sehe, wie der Übergang ins Freispiel gestaltet wird und wie Bildungsangebote ablaufen. Für mich ist es unglaublich spannend zu erleben, wie die Kinder die Räume und das Material in ihrer Kita mit Leben ausfüllen. Ich nehme wahr, wie die Kommunikation mit den Kindern und unter den Mitarbeitenden geführt wird, wie Konflikte gelöst werden und wie die Hygiene- und Sicherheitsstandards im Alltag fließen. Kurz gesagt: Ich lerne die Einrichtungen noch besser kennen und kann die individuellen Themen jedes Hauses viel tiefer nachvollziehen.

Frau Dunz, als Leitung steht man ja ohnehin im engen Austausch mit dem Träger. Wie unterscheidet sich der Hospitationstag von den regulären Treffen und wie hat Ihr Team diesen Tag erlebt?

Birgit Dunz: Als Leitungsteam unterhalten wir eigentlich immer einen engen Kontakt zu „unserer“ pädagogischen Trägervertretung. Auch während der vier Quartalsgespräche innerhalb eines Jahres tauschen wir uns intensiv über pädagogische, organisatorische und personelle Themen aus. Frau Schröfelbauer nutzt diese Quartalsbesuche zudem immer für einen kurzen Augenblick, um mit den Kolleginnen ins Gespräch zu kommen – sie ist also das ganze Jahr über nah an unserer pädagogischen Arbeit dran. Der Hospitationstag ist nun ein Tag, an dem sich die pädagogische Trägervertreterin noch mehr Zeit nimmt. Zeit, um intensiv mit dem gesamten pädagogischen Personal ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und in der Praxis zu erleben, was sie aus den Berichten bereits kennt. Natürlich ist das ein besonderer Tag für das ganze Haus.

Manch einer denkt bei dem Begriff „Hospitation“ vielleicht erst einmal an Kontrolle. Warum ist das Gegenteil der Fall und wie schaffen Sie eine Atmosphäre auf Augenhöhe?

Linda Schröfelbauer: Neue Mitarbeitende haben zu Beginn vielleicht tatsächlich manchmal das Gefühl, kontrolliert zu werden. Aber wer schon länger bei uns arbeitet, weiß, dass sich die Träger-Hospitation in unserem Verbund längst als fester, positiver Bestandteil des Qualitätsmanagements etabliert hat. Niemand wird hier überrascht: Es gibt einen klaren Leitfaden mit Beobachtungskriterien, der allen Teams im Vorfeld bekannt ist, und wir vereinbaren die Termine immer gemeinsam. Es soll für die Kita passen und nicht belasten.

Morgens begrüße ich alle und stelle mich vor. Auch die Kinder beziehe ich gern mit ein, indem ich ihnen Fragen zu Abläufen oder ihren Materialien stelle. Vor Kurzem hatte ich dazu ein wunderbares Erlebnis: Ich fragte ein Kind, ob ich einen Blick in sein Portfolio werfen dürfte – und bekam ein ganz klares, selbstbewusstes „Nein“ als Antwort. Das fand ich großartig! Ich habe das natürlich sofort respektiert, und auch die Mitarbeitenden vor Ort haben nicht versucht, das Kind zu überreden, nur weil die Trägervertretung da war. Mein Feedback ans Team war danach: „Ihr habt Kinder, die mutig für sich einstehen. Was will man mehr!“

Frau Dunz, wie hat sich das für Ihr Team angefühlt? Konnte diese Offenheit im anschließenden Reflexionsgespräch gelebt werden?

Birgit Dunz: Absolut. Das liegt vor allem an der Haltung, mit der Linda Schröfelbauer in diese Hospitation geht – nämlich mit einer großen Wertschätzung und Anerkennung. Uns war schnell klar: Hier geht es nicht um Fehlersuche, sondern um den wertvollen Blick von außen, der die Pädagogik in unserem Haus anerkennt und gemeinsam weiterbringt. Während des Reflexionsgespräches war das ganze Team beisammen. Es wurde viel nachgefragt, was sich aber nie nach Kontrolle, sondern nach echtem, tiefem Interesse angefühlt hat. Wir haben viel gelacht, uns über bestimmte Standpunkte ausgetauscht und eine richtig gute Beziehung gefestigt. Das Team lernt den Träger so noch besser kennen. Am Ende stand der gemeinsame Wunsch, die Pädagogik Hand in Hand weiterzuentwickeln. Der Austausch war sehr praxisnah und hat uns neue, wertvolle Blickwinkel eröffnet.

Können Sie uns dafür ein konkretes Beispiel nennen?

Birgit Dunz: Ja, wir haben zum Beispiel darüber gesprochen, wie wir unsere Rolle als Teil der Pfarrei bereits im Eingangsbereich für alle Besucher noch sichtbarer machen können. Ein anderer Impuls war, die Alltagsaufgaben der Kinder – wie zum Beispiel den Telefondienst, den sie bei uns übernehmen – künftig auch fest in ihren Portfolios zu verankern, um diese wichtige Selbstständigkeit sichtbar zu machen.

Frau Schröfelbauer, zum Abschluss: Warum ist dieser tiefe Einblick für Sie so wichtig, um die Qualität im gesamten Verbund nachhaltig zu sichern?

Linda Schröfelbauer: Ganz einfach: Ich kann unsere Kitas nur dann gut begleiten und unterstützen, wenn ich sie wirklich kenne und verstehe. Um zu analysieren, was ein Team braucht, um gut arbeiten zu können, und was Kinder für eine gesunde Entwicklung benötigen, braucht es ein ganzheitliches Verständnis. Das fängt schon an der Eingangstür mit den Elterninformationen an. Durch die Nähe zur Praxis lassen sich Bedürfnisse viel besser einschätzen. Unser gemeinsames Feedback stärkt das Lernen im gesamten Team. Kurz gesagt: Wenn wir Qualität nachhaltig sichern wollen, geht das nur über die direkte Nähe zur Praxis – und genau das macht die Zusammenarbeit mit Teams wie dem von Frau Dunz so wertvoll.

Bildtext-Vorschlag für das Foto:

Pädagogik auf Augenhöhe weiterentwickeln: Die pädagogische Trägervertretung Linda Schröfelbauer (katholische Kita IN gGmbH) im intensiven und fröhlichen Reflexionsgespräch mit Einrichtungsleitung Birgit Dunz und dem Team der Kita St. Nikolaus in Lenting. Bei der regelmäßigen Hospitation stehen der praxisnahe Austausch und die gegenseitige Wertschätzung im Mittelpunkt. (Foto: Katholische Kita IN gGmbH)

Pressestelle Zu Besuch in unseren Einrichtungen – Linda Schröfelbauer und Einrichtungsleitung Birgit Dunz im Interview über den Sinn von pädagogischen Hospitationen und den Austausch auf Augenhöhe.

„Reflexion der Hospitation“ – das klingt im ersten Moment nach grauer Theorie, Aktenordnern und Formularen. Doch wer einen Blick hinter die Kulissen der katholischen Kita IN gGmbH wirft, stellt schnell fest: Dahinter verbirgt sich gelebte Praxisnähe und ein wertschätzender Austausch auf Augenhöhe. Regelmäßig besucht die pädagogische Trägervertretung die Einrichtungen des Verbunds, um den Alltag hautnah mitzuerleben. Doch worum geht es dabei eigentlich genau? Wie fühlt sich das für die Teams vor Ort an? Wir haben bei Linda Schröfelbauer (pädagogische Trägervertretung) und Birgit Dunz (Leiterin der Kita St. Nikolaus in Lenting) nachgefragt.

Frau Schröfelbauer, was genau passiert eigentlich, wenn Sie einen Tag lang in einer Einrichtung wie St. Nikolaus in Lenting über die Schultern schauen?

Linda Schröfelbauer: Ich nehme ganz bewusst die Beobachterrolle ein, um einen echten Einblick in die täglichen Abläufe und die Pädagogik vor Ort zu gewinnen. Mein Tag startet meistens direkt mit der Bringzeit am Morgen. Ich sehe, wie der Übergang ins Freispiel gestaltet wird und wie Bildungsangebote ablaufen. Für mich ist es unglaublich spannend zu erleben, wie die Kinder die Räume und das Material in ihrer Kita mit Leben ausfüllen. Ich nehme wahr, wie die Kommunikation mit den Kindern und unter den Mitarbeitenden geführt wird, wie Konflikte gelöst werden und wie die Hygiene- und Sicherheitsstandards im Alltag fließen. Kurz gesagt: Ich lerne die Einrichtungen noch besser kennen und kann die individuellen Themen jedes Hauses viel tiefer nachvollziehen.

Frau Dunz, als Leitung steht man ja ohnehin im engen Austausch mit dem Träger. Wie unterscheidet sich der Hospitationstag von den regulären Treffen und wie hat Ihr Team diesen Tag erlebt?

Birgit Dunz: Als Leitungsteam unterhalten wir eigentlich immer einen engen Kontakt zu „unserer“ pädagogischen Trägervertretung. Auch während der vier Quartalsgespräche innerhalb eines Jahres tauschen wir uns intensiv über pädagogische, organisatorische und personelle Themen aus. Frau Schröfelbauer nutzt diese Quartalsbesuche zudem immer für einen kurzen Augenblick, um mit den Kolleginnen ins Gespräch zu kommen – sie ist also das ganze Jahr über nah an unserer pädagogischen Arbeit dran. Der Hospitationstag ist nun ein Tag, an dem sich die pädagogische Trägervertreterin noch mehr Zeit nimmt. Zeit, um intensiv mit dem gesamten pädagogischen Personal ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und in der Praxis zu erleben, was sie aus den Berichten bereits kennt. Natürlich ist das ein besonderer Tag für das ganze Haus.

Manch einer denkt bei dem Begriff „Hospitation“ vielleicht erst einmal an Kontrolle. Warum ist das Gegenteil der Fall und wie schaffen Sie eine Atmosphäre auf Augenhöhe?

Linda Schröfelbauer: Neue Mitarbeitende haben zu Beginn vielleicht tatsächlich manchmal das Gefühl, kontrolliert zu werden. Aber wer schon länger bei uns arbeitet, weiß, dass sich die Träger-Hospitation in unserem Verbund längst als fester, positiver Bestandteil des Qualitätsmanagements etabliert hat. Niemand wird hier überrascht: Es gibt einen klaren Leitfaden mit Beobachtungskriterien, der allen Teams im Vorfeld bekannt ist, und wir vereinbaren die Termine immer gemeinsam. Es soll für die Kita passen und nicht belasten.

Morgens begrüße ich alle und stelle mich vor. Auch die Kinder beziehe ich gern mit ein, indem ich ihnen Fragen zu Abläufen oder ihren Materialien stelle. Vor Kurzem hatte ich dazu ein wunderbares Erlebnis: Ich fragte ein Kind, ob ich einen Blick in sein Portfolio werfen dürfte – und bekam ein ganz klares, selbstbewusstes „Nein“ als Antwort. Das fand ich großartig! Ich habe das natürlich sofort respektiert, und auch die Mitarbeitenden vor Ort haben nicht versucht, das Kind zu überreden, nur weil die Trägervertretung da war. Mein Feedback ans Team war danach: „Ihr habt Kinder, die mutig für sich einstehen. Was will man mehr!“

Frau Dunz, wie hat sich das für Ihr Team angefühlt? Konnte diese Offenheit im anschließenden Reflexionsgespräch gelebt werden?

Birgit Dunz: Absolut. Das liegt vor allem an der Haltung, mit der Linda Schröfelbauer in diese Hospitation geht – nämlich mit einer großen Wertschätzung und Anerkennung. Uns war schnell klar: Hier geht es nicht um Fehlersuche, sondern um den wertvollen Blick von außen, der die Pädagogik in unserem Haus anerkennt und gemeinsam weiterbringt. Während des Reflexionsgespräches war das ganze Team beisammen. Es wurde viel nachgefragt, was sich aber nie nach Kontrolle, sondern nach echtem, tiefem Interesse angefühlt hat. Wir haben viel gelacht, uns über bestimmte Standpunkte ausgetauscht und eine richtig gute Beziehung gefestigt. Das Team lernt den Träger so noch besser kennen. Am Ende stand der gemeinsame Wunsch, die Pädagogik Hand in Hand weiterzuentwickeln. Der Austausch war sehr praxisnah und hat uns neue, wertvolle Blickwinkel eröffnet.

Können Sie uns dafür ein konkretes Beispiel nennen?

Birgit Dunz: Ja, wir haben zum Beispiel darüber gesprochen, wie wir unsere Rolle als Teil der Pfarrei bereits im Eingangsbereich für alle Besucher noch sichtbarer machen können. Ein anderer Impuls war, die Alltagsaufgaben der Kinder – wie zum Beispiel den Telefondienst, den sie bei uns übernehmen – künftig auch fest in ihren Portfolios zu verankern, um diese wichtige Selbstständigkeit sichtbar zu machen.

Frau Schröfelbauer, zum Abschluss: Warum ist dieser tiefe Einblick für Sie so wichtig, um die Qualität im gesamten Verbund nachhaltig zu sichern?

Linda Schröfelbauer: Ganz einfach: Ich kann unsere Kitas nur dann gut begleiten und unterstützen, wenn ich sie wirklich kenne und verstehe. Um zu analysieren, was ein Team braucht, um gut arbeiten zu können, und was Kinder für eine gesunde Entwicklung benötigen, braucht es ein ganzheitliches Verständnis. Das fängt schon an der Eingangstür mit den Elterninformationen an. Durch die Nähe zur Praxis lassen sich Bedürfnisse viel besser einschätzen. Unser gemeinsames Feedback stärkt das Lernen im gesamten Team. Kurz gesagt: Wenn wir Qualität nachhaltig sichern wollen, geht das nur über die direkte Nähe zur Praxis – und genau das macht die Zusammenarbeit mit Teams wie dem von Frau Dunz so wertvoll.

Bildtext-Vorschlag für das Foto:

Pädagogik auf Augenhöhe weiterentwickeln: Die pädagogische Trägervertretung Linda Schröfelbauer (katholische Kita IN gGmbH) im intensiven und fröhlichen Reflexionsgespräch mit Einrichtungsleitung Birgit Dunz und dem Team der Kita St. Nikolaus in Lenting. Bei der regelmäßigen Hospitation stehen der praxisnahe Austausch und die gegenseitige Wertschätzung im Mittelpunkt. (Foto: Katholische Kita IN gGmbH)

Pressestelle Kath. Kita IN gGmbH – Verena Vogl

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