Imre Hasanic – „Jetzt wird wa(h)r“

Seit Samstag lädt die Ausstellung des Künstlers Imre Hasanic in der Harderbastei zu einer besonderen Begegnung mit seiner Kunst ein. Im Mittelpunkt stehen Werkreihen über Stoffe, Spiegel und die menschliche Wahrnehmung. Es sind Arbeiten, an denen der Künstler nach eigenen Angaben seit 2025, also seit seinem Ruhestand, intensiv gearbeitet hat.

Imre Hasanic hat einen ungewöhnlichen Lebensweg. Er wurde 1958 in Palić (damaliges Jugoslawien, heute Serbien) geboren. Mit 13 Jahren kam er mit seiner Familie nach Deutschland, wo er zunächst ein Ingenieurstudium absolvierte. 1984 wurde er Meisterschüler des italienischen Malers Roger Ades. Später studierte er am ArtCenter College of Design in Pasadena (Kalifornien). Bis 2024 war er als Designer bei Audi tätig. Parallel dazu verfolgte er kontinuierlich seine künstlerische Laufbahn. So verbindet er technisches Denken mit einer langjährigen Tätigkeit als Maler und Bildhauer.

Seine teils großformatigen Gemälde beeindrucken durch ihre intensive Farbigkeit und symbolische Bildsprache. Die Werkreihe „Spiegel“ lädt den Betrachter dazu ein, mit sich selbst in einen Dialog zu treten. Die Serie „Das magische Tuch – Verwandlungen“ thematisiert den Entstehungsprozess eines Stoffes: „Durch unzählige Hände gereicht, mit Gedanken und Wünschen versehen, durch Träume geprägt, behutsam bewegt, erlangt er schließlich die magische Fähigkeit zur Enthüllung von Geheimnissen.“

Hasanic zeigt, dass das Tuch nicht nur verhüllt oder Individualität unterstreicht, sondern zugleich Verborgenes sichtbar machen kann. Weitere Gemälde der Ausstellung zeigen stilisierte Gesichter und Figuren, die den Betrachter zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit Identität und Wahrnehmung anregen.

Der Ausstellungstitel „Jetzt wird wa(h)r“ ist als Wortspiel zu verstehen und verweist auf die doppelte Bedeutung von Wahrnehmung und Wahrheit, sowie Gegenwart und Zukunft. 
Die Ausstellung ist im Rahmen der Reihe „Kunststücke“ des Berufsverbandes Bildender Künstler Oberbayern Nord und Ingolstadt bis 2. August zu sehen. Geöffnet ist sie donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr. (HaGa)

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