Bündelung der stationären Leistungen in Eichstätt
Eichstätt/Kösching – Die Kliniken im Naturpark Altmühltal (KNA) setzen den bereits 2022 gemeinsam mit dem Landkreis Eichstätt begonnenen Transformationsprozess konsequent fort. Aufgrund des sich zuletzt weiter verschärfenden Personalmangels lässt sich die stationäre Versorgung am Standort Kösching – einschließlich der Notaufnahme – nicht länger aufrechterhalten. Der Betrieb der stationären Notaufnahme am Standort Kösching soll zum 01.08.2026 eingestellt und die stationären Leistungen sollen am Standort Eichstätt gebündelt werden.
Vor diesem Hintergrund hat KNA-Vorstand Marco Fürsich, den Verwaltungsratsvorsitzenden, Landrat Alexander Anetsberger, gebeten, die zuständigen Gremien mit den erforderlichen Beschlüssen zu befassen. Der Verwaltungsrat der KNA soll in seiner Sitzung am 13. Juli 2026 über das Vorgehen entscheiden. Für den 20. Juli ist eine Sondersitzung des Kreistages vorgesehen, in der diese Entscheidung final bestätigt werden soll.
Ziel ist es, die medizinische Versorgung mit Blick auf die tiefgreifenden Veränderungen im Gesundheitswesen langfristig auf stabile, tragfähige und qualitativ hochwertige Strukturen auszurichten. Parallel zur Bündelung der stationären Leistungen in Eichstätt wird das Gesundheitszentrum Kösching als moderner ambulanter Versorgungsstandort weiter ausgebaut.
Konzentration und Ambulantisierung als Zukunftsmodell
„Die notwendige Konzentration stationärer Leistungen und die zunehmende Ambulantisierung bieten die Chance, Versorgung neu zu denken und langfristig tragfähig aufzustellen. Entscheidend ist dabei das enge Zusammenspiel aller Akteure im Gesundheitswesen – insbesondere mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten“, sagt Fürsich.
Auch Joachim Christ, Ärztlicher Direktor der Klinik Eichstätt, erwartet in den kommenden Jahren eine rasante Ambulantisierung in der Medizin. „Mit dem Gesundheitszentrum in Kösching können wir unseren Patienten eine qualitativ hochwertige und zukunftsfähige Struktur anbieten. Der Standort Eichstätt wird für komplexere Eingriffe und Therapien, die eine stationäre Behandlung erfordern, weiter ausgebaut. Mit beiden Standorten stellen wir eine umfassende Gesundheitsversorgung für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises sicher.“
Eichstätt entwickelt sich zum hochmodernen Akutstandort
Eichstätt wird als leistungsfähiger Akutstandort medizinisch und baulich konsequent weiterentwickelt. Die Bettenkapazität steigt von 162 auf künftig 172 Betten. Bereits heute stehen dort eine moderne Notaufnahme mit Chest Pain Unit, Kurzliegerstation, neue OP-Bereiche sowie eine modernisierte Intensivstation zur Verfügung.
Zum Ende des ersten Quartals sind zudem die elektive Station sowie die Intensiv- und Palliativstation in den neu errichteten Nordflügel umgezogen. Dieser entspricht den modernsten baulichen und medizinischen Standards. Der zweite Bauabschnitt soll voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen werden. Dann wird unter anderem auch das neue Herzkatheterlabor in den Nordflügel verlegt.
Auch die medizinische Entwicklung bestätigt den eingeschlagenen Weg: Die Zahl der Behandlungsfälle steigt kontinuierlich. Die Nachfrage nach operativen Eingriffen ist inzwischen so hoch, dass bereits der Bau eines vierten Operationssaals genehmigt wurde. Gleichzeitig kann das medizinische Leistungsspektrum auf Grundlage der Leistungsgruppen strukturell und qualitativ langfristig gesichert werden.
„Mit den Investitionen in unsere medizinischen Strukturen schaffen wir die Voraussetzungen, um Patientinnen und Patienten auch künftig auf höchstem Niveau zu versorgen. Die moderne Infrastruktur eröffnet uns die Möglichkeit, unser Leistungsspektrum entsprechend den Anforderungen der Krankenhausreform bestmöglich weiterzuentwickeln“, sagt Prof. Dr. Gregor Voggenreiter, Chefarzt des Orthopädisch-Traumatologischen Zentrums.
Notfallversorgung bleibt gesichert
Für die Bevölkerung bleibt die Notfallversorgung zuverlässig gewährleistet. Die Notaufnahme in Eichstätt entwickelt sich positiv und bietet vergleichsweise kurze Wartezeiten. Die Notfallambulanz im Gesundheitszentrum Kösching hat außerdem ihre Öffnungszeiten montags bis freitags von 8 bis 21 Uhr ausgeweitet. Auch für das Wochenende und Feiertage sind stundenweise Öffnungszeiten vorgesehen, die möglichst zeitnah umgesetzt werden sollen.
Patienten können in der Notfallambulanz sowohl mit als auch ohne Termin vorstellig werden. Auch sie können von kurzen Wartezeiten profitieren. Rettungswache und Notarztstandort in Kösching bleiben unverändert bestehen. Schwere Notfälle werden bereits heute überwiegend in die dafür spezialisierten Akutkliniken der Region, darunter die Klinik Eichstätt, gebracht.
Die Stadt Ingolstadt sowie der Aufsichtsrat des Klinikums Ingolstadt wurden über die geplante Schließung der Notaufnahme Kösching bereits informiert. Eichstätt und Ingolstadt stehen auch weiterhin im konstruktiven Austausch zur Gesundheitsversorgung in der Region.
Gesundheitszentrum Kösching wächst stetig
Parallel wird auch das Gesundheitszentrum Kösching kontinuierlich weiterentwickelt. In den vergangenen Monaten wurde das Angebot um eine urologische Facharztpraxis, ein ambulantes Diabetes- und Fußzentrum mit besonderem Fokus auf die Wundheilung, eine Kurzzeitpflege sowie ein ambulantes Operationszentrum erweitert. Bereits heute werden dort rund 2.500 ambulante Eingriffe pro Jahr durchgeführt – Tendenz steigend. Die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche unter einem Dach ermöglicht eine schnelle, koordinierte und wohnortnahe Versorgung mit kurzen Wegen für die Patientinnen und Patienten.
Beschäftigungsgarantie für Mitarbeitende
Für die Mitarbeitenden der KNA in der Notaufnahme Kösching gilt die bestehende Beschäftigungsgarantie nach dem Rationalisierungsschutztarifvertrag (RatSchTV). In persönlichen Gesprächen werden gemeinsam individuelle Perspektiven und Einsatzmöglichkeiten innerhalb der Kliniken erarbeitet.
Bild: Die Kliniken im Naturpark Altmühltal wollen die stationären Leistungen ab dem 1. August in der Klinik Eichstätt bündeln. Für den Landkreis Eichstätt ist dies ein wichtiger Schritt für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung. (Fotocredit: Tom Zinram)
