Teure Container, marode Hallen und fehlender Platz: Schulbau wird zur Mammutaufgabe

Im Ausschuss für Kultur und Bildung wurde deutlich: Ingolstadts Schulbauprojekte hängen immer stärker voneinander ab. Gleichzeitig sorgen hohe Kosten, knapper Raum und gesperrte Sporthallen für wachsende Herausforderungen – auch für den Vereinssport.

Die Stadt Ingolstadt treibt ihre Schulbauprojekte weiter voran. Über den aktuellen Stand informierte Baureferent Matthias Franz im Ausschuss für Kultur und Bildung. So soll die neue Grundschule an der Lessingstraße Ende Juli an die Schule übergeben werden. Auch bei den Projekten in Irgertsheim, Haunwöhr und Ringsee laufen die Arbeiten beziehungsweise Planungen weiter.

In der Diskussion wurde jedoch deutlich, dass die Herausforderungen weit über einzelne Baustellen hinausgehen. Mehrere künftige Schulprojekte stehen im Zusammenhang mit dem geplanten Schulcampus Nordost, während an vielen Schulen schon jetzt der Platz knapp wird.

Matthias Schickel (UWG) zeigte sich besorgt über die Formulierung, einzelne Maßnahmen seien „abhängig vom Schulcampus Nordost“. Das klinge für ihn „nach einer Hintertür, durch die man sich aus der Maßnahme rausstehlen möchte“. Er warnte davor, dass notwendige Sanierungen weiter hinausgeschoben werden könnten.

Schickel lenkte außerdem den Blick auf den Sport. Schulturnhallen würden nicht nur für den Unterricht genutzt, sondern auch von Vereinen. Die Sperrung der Paul-Wegmann-Halle ab Ende Juli bis voraussichtlich Ende des Jahres treffe deshalb nicht nur die Schulen, sondern auch den Vereinssport, der Ausweichmöglichkeiten finden müsse.

Bürgermeister Franz Wöhrl machte deutlich, dass notwendige Maßnahmen nicht aufgeschoben werden dürften. Größere Projekte bräuchten zwar Zeit, kleinere Verbesserungen müssten aber bereits jetzt umgesetzt werden. Mit Blick auf die zahlreichen Schulbaumaßnahmen sagte Wörl: „Wir müssen Gas geben.“ Auch die zunehmende Hitzebelastung in Schulgebäuden müsse künftig stärker berücksichtigt werden.

Besonders kritisch wurden die Kosten für Übergangslösungen diskutiert. Jakob Schäuble (FDP) verwies auf die Container an der Grundschule Unsernherrn. Für gebrauchte Container würden dort rund 2.200 Euro pro Quadratmeter ausgegeben. Das sei „absurd teuer“. Schäuble sprach sich deshalb dafür aus, den Brückenkopf möglichst pragmatisch als Ausweichquartier nutzbar zu machen. „Goldrandlösungen“ könne man sich derzeit nicht leisten. Die Platzsituation an den Schulen sei insgesamt „extrem schwierig“.

Barbara Leininger (Bündnis90/Die Grünen) begrüßte, dass beim Schulcampus Nordost beziehungsweise auf dem Rosner-Gelände nun Bewegung in die Planungen komme. Dort sind die Mittelschule Nordost und eine weitere Realschule geplant. Gleichzeitig mahnte sie, bei den geplanten Verlagerungen die übrigen Schulen nicht aus dem Blick zu verlieren. Auch diese warteten dringend auf bessere räumliche Bedingungen.

Leininger fragte außerdem nach dem weiteren Vorgehen am Reuchlin-Gymnasium. Baureferent Franz erläuterte, dass dort zunächst ein Brandschutzkonzept erstellt werde. Auf dieser Grundlage sollten die Maßnahmen festgelegt werden, die für einen sicheren Weiterbetrieb notwendig sind. Wie umfangreich die spätere Sanierung ausfallen werde, sei noch Gegenstand interner Abstimmungen.

Auch die Folgen des Starkregenereignisses Ende Juni beschäftigen die Stadt weiterhin. Besonders betroffen ist die Turnhalle des Katharinen-Gymnasiums, in die Wasser eingedrungen war. Derzeit laufen die Trocknungsarbeiten. Ziel ist es, die Halle nach den Sommerferien wieder für den Schul- und Vereinssport freizugeben.

Die Debatte zeigte: Ingolstadt steht beim Schulbau vor mehreren Aufgaben gleichzeitig. Neue Schulräume müssen geschaffen, bestehende Gebäude saniert und bezahlbare Übergangslösungen gefunden werden. Zugleich dürfen Schulbetrieb und Vereinssport nicht dauerhaft unter den Verzögerungen leiden.

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