Schreinerhandwerk zwischen Bürokratie, neuen Vorgaben und Fachkräftesicherung

Innung fordert praktikable Lösungen für die Betriebe

Steigende Bürokratie, neue gesetzliche Vorgaben und wirtschaftliche Herausforderungen standen im Mittelpunkt der diesjährigen Innungsversammlung der Schreinerinnung Ingolstadt-Pfaffenhofen. Neben einem Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr berichtete Obermeister Jürgen Seißler über aktuelle Gespräche des Handwerks mit der Stadt Ingolstadt. Gastredner Oliver Dawid vom Fachverband Schreinerhandwerk Bayern informierte die Mitgliedsbetriebe über wichtige Entwicklungen für die Branche. 

Die Schreinerinnung Ingolstadt-Pfaffenhofen hat im Rahmen ihrer diesjährigen Innungsversammlung auf das vergangene Geschäftsjahr zurückgeblickt und aktuelle Herausforderungen für das Schreinerhandwerk in den Fokus gerückt. Obermeister Jürgen Seißler informierte die anwesenden Mitglieder über die Arbeit der Innung und gab einen Ausblick auf die Themen, die die Betriebe in den kommenden Jahren beschäftigen werden.

Zu Beginn der Versammlung stellte die neue Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Ingolstadt-Pfaffenhofen, Alexandra Blazic, das Ergebnis der Rechnungsprüfung für das Geschäftsjahr 2025 vor. Da die Prüfer keine Beanstandungen festgestellt hatten, wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Anschließend wurde der Haushalt für das laufende Jahr 2026 vorgestellt.

In seinem Bericht ging Obermeister Seißler auch auf das jüngste Treffen von Vertretern des Handwerks mit der Stadt Ingolstadt ein. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Franz Xaver Peteranderl, hatte er sich mit Oberbürgermeister Michael Kern sowie weiteren Vertretern der Stadtverwaltung zu einem konstruktiven Austausch getroffen. Das regelmäßige Gesprächsformat geht auf eine Initiative des Handwerks zurück und soll den Dialog mit der Stadtspitze weiter stärken.

Im Mittelpunkt standen dabei Maßnahmen zum Bürokratieabbau, die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sowie die Sicherung attraktiver Gewerbeflächen für Handwerksbetriebe. Aus Sicht des Handwerks besteht insbesondere bei Bauanträgen und Genehmigungsverfahren weiterhin Verbesserungsbedarf. Ziel müsse es sein, Verwaltungsabläufe pragmatischer und digitaler zu gestalten, um den Betrieben mehr Planungssicherheit zu geben. Weitere Themen des Austauschs waren die Vereinfachung beim Handwerkerparkausweis sowie die Sicherung bezahlbarer, ortsnaher Gewerbeflächen für das Handwerk in Ingolstadt.

Anschließend begrüßte die Innung mit Oliver Dawid vom Fachverband Schreinerhandwerk Bayern einen ausgewiesenen Branchenexperten als Gastredner. In seinem Vortrag beleuchtete er die aktuelle Situation des Schreinerhandwerks und die Herausforderungen, mit denen die Betriebe derzeit und künftig konfrontiert sind.

Dabei standen unter anderem die stark steigenden Beiträge zur Berufsgenossenschaft, die Altgesellenschulungen in den Bildungszentren sowie die Themen Gefährdungsbeurteilung und psychische Gefährdungsbeurteilung im Mittelpunkt. Darüber hinaus informierte Dawid über den geplanten digitalen Produktpass und die Auswirkungen der EU-Entwaldungsrichtlinie auf die Betriebe.

Die anschließende Diskussion zeigte deutlich, dass diese Themen die Unternehmen bereits heute intensiv beschäftigen. Insbesondere der zunehmende Aufwand für Dokumentations- und Nachweispflichten wurde von den Mitgliedern kritisch angesprochen. Die zahlreichen Wortmeldungen machten deutlich, dass viele der angesprochenen Herausforderungen längst den betrieblichen Alltag prägen.

Oliver Dawid verwies in diesem Zusammenhang auch auf die vielfältigen Unterstützungsangebote des Fachverbandes Schreinerhandwerk Bayern. Gerade die enge Zusammenarbeit zwischen Innung und Fachverband biete den Mitgliedsbetrieben wertvolle Hilfestellungen bei aktuellen fachlichen, rechtlichen und politischen Fragestellungen.

Die Schreinerinnung Ingolstadt-Pfaffenhofen sieht sich damit gut aufgestellt, um ihre Mitgliedsbetriebe auch künftig bei den vielfältigen Herausforderungen des Schreinerhandwerks zu unterstützen.

Pressestelle Schreinerinnung Ingolstadt-Pfaffenhofen – Foerster

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