Der Auto Club Europa stellt sich im Rahmen eines bundesweiten Infrastrukturtests die Frage, wie sicher Fahrräder an kleineren Bahnhöfen abgestellt werden können. Ziel der Aktion ist es, die Qualität der vorhandenen Fahrradinfrastruktur systematisch zu erfassen und damit eine Grundlage für Verbesserungen zu schaffen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Kombination von Fahrrad und Bahn im Sinne eines nachhaltigen Bike-and-Ride-Angebots. Der ACE-Kreisvorstand hat sich den Haltepunkt Eichstätt Bahnhof sowie die Bahnhöfe Gaimersheim und Eitensheim für den Check vorgenommen.
Am Bahnhof in Gaimersheim konnten Kreisvorsitzender Thomas Pfeil und Ursula Hildebrand, Regionalbeauftragte Club und Ehrenamt beim ACE, eine überdachte Radabstellanlage in Augenschein nehmen. Zudem gibt es Fahrradboxen für zum Beispiel teure E-Bikes. Den E-Bike-Akku allerdings kann man dort nicht laden. Ebenso fehlt eine Reparaturstation mit Werkzeug und Luftpumpe, wie es sie mittlerweile auch an vielen kleineren Bahnhöfen gibt. Je einen halben Punkt gab es für die Sauberkeit und die vorhandenen Toiletten. Mit 9 von 13 möglichen Punkten kommt der Bahnhof Gaimersheim bei den Radabstellanlagen auf die Bewertung „gut“ – nur ein Punkt fehlt auf „sehr gut“. Weitere Punkte hätte es für das Angebot von Leihfahrrädern oder eine Kameraüberwachung gegeben.
In Eitensheim fiel das Ergebnis nicht ganz so gut aus: Hier konnten die ACE-Tester nur sechs Punkte vergeben – Bewertung „befriedigend“. Hier fehlt die Radwegeanbindung – und die Zugänglichkeit lässt zu wünschen übrig. Zudem gibt es keine abschließbaren Fahrradboxen.
Beim dritten Check gab es am Haltepunkt Eichstätt Bahnhof keine Punkte zu notieren. Denn hier gibt es keine Radabstellanlage – Fahrräder werden „wild“ abgestellt. Hier besteht dringend Handlungsbedarf. Denn: Die P+R-Stellplätze für Pkw werden gut genutzt, es gibt kaum noch freie Stellplätze. Der Anreiz aber, mit dem Rad zum Haltepunkt zu fahren, ist hier ziemlich gering.
Auch und gerade in kleineren Orten müsse der Umstieg auf den ÖPNV möglich sein. „Daher muss man das Fahrzeug, mit dem man zum Bahnhof kommt, gut und sicher abstellen können. Das gilt nicht nur für einen Pkw, sondern auch für Fahrräder“, so Thomas Pfeil. Und hier ist auch klar: „Niemand will sein Rad zwischen Unkraut und Müll abstellen – Radabstellanlagen müssen gut beleuchtet, sauber und wettergeschützt sein“, so Ursula Hildebrand. „Und da Fahrräder, speziell auch E-Bikes, durchaus teuer sein können, sind Fahrradboxen dringend notwendig!“ Hier sieht der ACE-Kreisvorstand Ingolstadt bei den drei gecheckten Anlagen noch Nachholbedarf.
Bewertet wurden beim Check der Abstellplatz selbst, die Lage und die Anbindung sowie die Sicherheit. Die bundesweiten Ergebnisse der ACE-Aktion „Fahrrad.Land.Umstieg.“ werden im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis zum 22. September veröffentlicht.
Foto „ACE Ingolstadt Check EMW Gaimersheim Quelle Hildebrand“
Pressestelle ACE Auto Club Europa
