Wo Geschichte wieder glänzen lernt

Von der Fahnenstickerei bis zum Metallbau: Hinter den Mauern des Kavaliersgebäudes sorgen Spezialwerkstätten für den Erhalt wertvoller Kulturgüter.

Mit einer kleinen Feierstunde und musikalischer Begleitung ist das sanierte Kavaliersgebäude am Neuen Schloss nach knapp zwei Jahren Bauzeit an das Bayerische Armeemuseum übergeben worden. In dem historischen Nebengebäude befinden sich die Werkstätten des Museums.

Seit September 2023 wurde das Gebäude umfassend saniert und an die Anforderungen moderner Museumsarbeit angepasst. Rund sieben Millionen Euro investierte der Freistaat Bayern in das Projekt. Die Maßnahme blieb im Zeit- und Kostenplan.

Museumsdirektor Prof. Dr. Ansgar Reiß bezeichnete die neuen Werkstätten als wichtigen Baustein für die Zukunft des Hauses. Ein lebendiges Museum entstehe nicht nur in den Ausstellungsräumen, sondern auch hinter den Kulissen. Dort würden Sammlungsobjekte erhalten, restauriert und für kommende Generationen bewahrt.

Stephanie Jacobs, Amtschefin im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, würdigte besonders die Arbeit der Beschäftigten. Die Werkstätten seien die „Maschinenräume“ eines Museums und unverzichtbar für dessen erfolgreiche Arbeit.

Auf die baulichen Herausforderungen ging Arno Zobel, Baudirektor des Staatlichen Bauamts, ein. Ziel der Sanierung sei gewesen, möglichst viel historische Substanz zu erhalten und zugleich moderne Arbeitsbedingungen zu schaffen. Unter anderem wurden Dachstuhl und Holzbalkendecken instand gesetzt, die Haustechnik erneuert sowie Brandschutz und Energieeffizienz verbessert.

Nach den Grußworten wurde symbolisch das rote Band durchschnitten. Anschließend konnten die Gäste bei einem Rundgang die neuen Räume besichtigen, in denen künftig zehn Restauratoren arbeiten. Untergebracht sind dort unter anderem Buchbinderei, Metallbau, Schneiderei, Schreinerei und Fahnenstickerei.

In einem der Werkstatträume erläuterten Dr. Priscilla Pfannmüller und Restaurator Roland Hopp, der seit 30 Jahren am Bayerischen Armeemuseum tätig ist, die Restaurierung eines orientalischen Helms aus dem Depotbestand. Das stark korrodierte Stück wird derzeit behutsam gereinigt und untersucht. Nach und nach treten Verzierungen und weitere Details zutage, die Hinweise auf Herkunft und Alter geben könnten.

Mit der Sanierung erhält das Bayerische Armeemuseum moderne Werkstätten zurück. Zugleich wurde ein weiterer Baustein zur denkmalgerechten Weiterentwicklung des Schlossensembles geschaffen.

Wer selbst einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte, hat dazu am 27. Juni Gelegenheit: Von 10 bis 16 Uhr lädt das Bayerische Armeemuseum zum Tag der offenen Werkstätten ins Neue Schloss ein. Der Eintritt ist frei.

Mehr dazu: https://armeemuseum.de/de/programm/veranstaltungen.html

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