Streik im Einzelhandel am 5. und 6. Juni 2026 in Ingolstadt und Region

Beschäftigte setzen klares Zeichen für mehr Lohn und Anerkennung

Die Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel gehen am 5. und 6. Juni 2026 in den Streik. Ab 8:00 Uhr versammeln sich die Streikenden am Franziskanerplatz in Ingolstadt, um für spürbare Entlastungen, faire Löhne und mehr Respekt in den laufenden Tarifverhandlungen zu demonstrieren. Hintergrund ist, dass die Arbeitgeber im bayrischen Einzelhandel in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt haben sowie im Groß – und Außenhandel ein realitätsfremdes Angebot vorgelegt haben. Die berechtigten Forderungen der Beschäftigten nach 222€ bzw. 7% Lohnerhöhung blieben bislang unberücksichtigt.

Die Lage der Beschäftigten im Einzelhandel hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschärft. Die massiven Preissteigerungen der letzten fünf Jahre haben viele Kolleginnen und Kollegen in eine existentielle Krise gebracht. Besonders die Kosten für den täglichen Weg zur Arbeit, für Wohnen und für Lebensmittel belasten die Beschäftigten erheblich. Trotz dieser Entwicklung lehnten die Arbeitgeber in der ersten Tarifverhandlung im Einzelhandel am 8. Mai 2026 die Forderungen der ver.di-Tarifkommission ab und verweigerten ein eigenes verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. 

Im Anerkennungsstreik sind die Beschäftigten von Selgros. Dieser wendet ab 1. Januar 2026 keinen Tarifvertrag mehr an. „Wir nennen das ein Geschäftsmodel der Schande“, so Arina Wolf.

„Gewinne machen mit dem Niedriglohn der Beschäftigten. Sichere Arbeitsplätze und würdige Entlohnung – darauf verzichtet Selgros.“ 

Hinzu kommt: Der bayerische Einzelhandel macht hohe Gewinne, während die Beschäftigten die wirtschaftlichen Folgen der Inflation und der steigenden Lebenshaltungskosten tragen. Gerade vor dem Hintergrund hoher Belastungen und zunehmender sozialer Unsicherheit ist eine schnelle und angemessene Tariferhöhung dringend notwendig. „Wir streiken, weil es so nicht weitergehen kann“, erklärt Arina Wolf, ver.di Ingolstadt. „Die Löhne reichen längst nicht mehr aus, um die steigenden Kosten zu decken. Wir brauchen jetzt ein echtes Angebot, das die Leistungen der Beschäftigten anerkennt und sie vor Armut im Alter schützt.“ 

88 Prozent der Beschäftigten geben an, sie hätten Sorge vor drohender Altersarmut. Die Beschäftigten fordern mit dem Streik zudem ein klares Signal in Richtung der Arbeitgeber:

„Wer den Einzelhandel täglich am Laufen hält, verdient faire Bezahlung, Wertschätzung und verlässliche Perspektiven“, so Claudia Scheck, Geschäftsführung ver.di Ingolstadt und Region.

„Die bisherigen Angebote der Arbeitgeber reichen nicht aus und würden weitere Reallohnverluste sowie eine Verschärfung der sozialen Lage bedeuten“. 

Der Streik in Ingolstadt ist Teil einer bundesweit und landesweit zunehmenden Auseinandersetzung um gute Arbeitsbedingungen im Einzel- und Groß und Außenhandel. Verdi ruft die Beschäftigten dazu auf, sich aktiv an den Aktionen zu beteiligen und den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 16. Juni 2026 angesetzt (Einzelhandel) und für Groß- und Außenhandel am 25.06.26. 

Aufgerufen sind u.a. Märkte In Ingolstadt und Region von EDEKA, KAUFLAND, PENNY, Netto, REWE, BAUHAUS, Selgros, KAUFLAND LAGER, ZARA und H&M 

Konkrete Infos: 

5. Juni ab 08:00 Franziskanerplatz, Ingolstadt (Kundgebungsbeginn 09:30 Uhr)
6. Juni ab 08:00 Streikerfassung im Gewerkschaftshaus und ab 10:00 ein Streikworkshop 

Fragen und weitere Infos: Arina Wolf: 0170 58 48 166

Pressestelle ver.di Ingolstadt

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