Schulstreik gegen Wehrpflicht in Ingolstadt

Rund 60 bis 70 Menschen haben am Freitag in Ingolstadt an einem Schulstreik gegen die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht teilgenommen. Anlass war auch der 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa. Die Kundgebung fand zunächst am Rathausplatz statt, anschließend zog ein Demonstrationszug durch die Innenstadt. Organisiert wurde der Protest vom Schulstreikkomitee Ingolstadt.

Im Mittelpunkt stand die Kritik an steigenden Verteidigungsausgaben und einer aus Sicht der Demonstranten zunehmenden Militarisierung. In einem Redebeitrag wurde der Bundesregierung vorgeworfen, Milliardenbeträge in Aufrüstung zu investieren, während gleichzeitig in Bereichen wie Bildung, Soziales, Jugend und Kultur gekürzt werde.

Während des Demonstrationszugs riefen die Teilnehmer unter anderem Parolen wie „Nie wieder Krieg“, „500 Milliarden für Soziales“ und „500 Milliarden für Bildung“. Sie forderten, öffentliche Gelder stärker in Schulen, soziale Einrichtungen und Jugendangebote zu investieren statt in militärische Strukturen.

Auch lokale Themen spielten eine Rolle. In der Rede verwiesen die Organisatoren auf die angespannte Haushaltslage der Stadt Ingolstadt. Aus ihrer Sicht zeigten sich Kürzungen unter anderem bei sozialen Angeboten, Jugendprojekten und Kultureinrichtungen. Diese stellten sie in einen Zusammenhang mit der bundesweiten Debatte über Verteidigungsausgaben.

Die Redner kritisierten zudem die deutsche Außenpolitik, insbesondere mit Blick auf den Krieg im Gazastreifen. Sie warfen der Bundesregierung vor, politische Prioritäten zulasten junger Menschen zu setzen.

Die Organisatoren riefen Schüler, Studenten und Arbeitnehmer dazu auf, sich gemeinsam gegen Wehrpflicht und Aufrüstung zu engagieren. Der Protest richtete sich nach Darstellung der Veranstalter nicht nur gegen eine mögliche Dienstpflicht, sondern grundsätzlich gegen eine stärkere militärische Ausrichtung der Politik.

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