Vom Planen und Entstehen eines Museums – Umzug in die Gießereihalle
Der Umbau der sogenannten Gießereihalle zum Museum für Konkrete Kunst und Design (MKKD) nach den Plänen des Wiener Architekturbüros querkraft steht kurz vor dem Abschluss. Museen erzählen Geschichten durch Bilder, Objekte und Räume. Doch die Planung und Errichtung eines Museums umfasst weit mehr als die Architektur eines Gebäudes. Weniger sichtbar ist die Geschichte hinter dem Museum selbst: der lange Weg von der ersten Idee über das Konzept bis hin zu den vielen Entscheidungen und Arbeitsschritten, die nötig sind, bevor sich die Türen überhaupt öffnen können.
Mit der aktuellen Ausstellung „Becoming MKKD. Vom Planen und Entstehen eines Museums“ lädt das Museumsteam alle Interessierten dazu ein, sich selbst ein Bild von diesem langen und vielschichtigen Prozess zu machen.
Die Ausstellung im bisherigen Museum macht zugleich deutlich, wie dringend notwendig der Umzug in das Quartier am Gießereigelände ist. Denn viele Kostbarkeiten der Sammlung konnten bislang nicht oder nur eingeschränkt gezeigt werden. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist „Sunset“ von Shannon Finley: ein überwältigendes Kunstwerk, eine Farbexplosion, die den Betrachter sofort in den Bann zieht. Gleichzeitig wird sichtbar, wie viel Raum ein solches Meisterwerk braucht, um seine volle Wirkung entfalten zu können — Raum, der am bisherigen Standort in der Tränktorstraße nicht vorhanden ist.
Platz benötigen auch die rund 15.000 Exponate, die im Laufe von etwa 100 Jahren gesammelt wurden und die die Kuratoren gerne und mit berechtigtem Stolz der Öffentlichkeit präsentieren möchten. Werke von Max Bill, Günther Uecker oder Ludwig Wilding brauchen nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch angemessene räumliche und konservatorische Rahmenbedingungen. Die künftigen rund 2.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche sollen dafür endlich den passenden Rahmen bieten. Zugleich entsteht Raum für Sonderausstellungen und neue Vermittlungsformate.
Dabei geht es nicht allein um größere Flächen. Ein Museum muss auch die Frage beantworten, wie es für möglichst viele Menschen zugänglich wird. Wie lassen sich Besucher mit Beeinträchtigungen besser einbeziehen? Wie können Kinder für Kunst, Gestaltung und Formen begeistert werden? Die Ausstellung gibt einen Eindruck davon, wie dies im neuen MKKD geplant ist. Für junge Besucher ist ein eigener Raum vorgesehen, unter anderem mit einem Expeditionszelt. Dort soll das Kinderbuch des MKKD, „Das Museum der Formen“ von Sven Völker, zur spielerischen Erkundung der Welt der Formen einladen.
Die Ausstellung zeigt außerdem, wie Architektur, Sammlungskonzept und Corporate Identity (CI) des neuen Museums zusammengedacht wurden. Auf das Logo von Anton Stankowski wollte man zu Recht nicht verzichten. Stankowski zählt zu den prägenden Grafikdesignern der deutschen Nachkriegszeit; zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört unter anderem das Zeichen der Deutschen Bank. Für das neue Museum galt es daher, das Akronym MKKD mit Unterstützung der Ingolstädter Agentur Schnellervorlauf konsequent weiterzuentwickeln. Ebenso wurde überlegt, wie digitale Medien die ausgestellten Objekte sinnvoll ergänzen können, ohne sie zu überlagern. Auch die Stiftung für Konkrete Kunst und Design erhält im neuen Haus einen eigenen Raum. So macht „Becoming MKKD“ sichtbar, dass ein Museum nicht einfach entsteht, indem man Kunst in ein Gebäude bringt. Es ist das Ergebnis vieler konzeptioneller, gestalterischer und praktischer Entscheidungen — und genau diesen Entstehungsprozess rückt die Ausstellung in den Mittelpunkt. (HaGa)
Öffnunsgszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Samstag und Sonntag
10 – 17 Uhr
Fotos: HaGa













