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Neue Debatte um das Herzogsfest: Petition fordert Rückkehr

Das Herzogsfest ist seit der Entscheidung des Stadtrats von 2023 Geschichte. Nun hat Peter Hentschel, ein großer Fan des Herzogsfestes und Einwohner Ingolstadts, eine Petition ins Leben gerufen, mit der die historische Veranstaltung erneut geprüft und perspektivisch wieder in den Ingolstädter Veranstaltungskalender aufgenommen werden soll.

Als die Stadtwache Ingolstadt im Jahr 2008 gegründet wurde, war sie Teil eines größeren Konzepts. Im Zuge der Vorbereitungen für das damalige Herzogsfest entstand die Stadtwache als Teil der historischen Darstellung des Festes. Ihre Mitglieder verkörperten die Ordnungskräfte einer spätmittelalterlichen Stadt, kontrollierten die Zugänge, erhoben symbolischen Wegezoll und sorgten für Ordnung auf dem Gelände. Schnell wurde die Stadtwache zu einem festen Bestandteil der Veranstaltung.

Ein Fest mit historischem Profil

Das Herzogsfest fand zwischen 2008 und 2018 im zweijährigen Rhythmus statt und widmete sich der spätmittelalterlichen Geschichte Ingolstadts, insbesondere der Zeit zwischen etwa 1250 und 1400. Zahlreiche historische Gruppen, Vereine und Ehrenamtliche beteiligten sich an dem Fest und prägten dessen Charakter. Für viele Beteiligte war es ein fester Bestandteil ihres Engagements und ein Format mit eigenständigem Profil im städtischen Veranstaltungskalender.

Nach dem pandemiebedingten Ausfall im Jahr 2020 wurde das Herzogsfest 2022 nicht mehr durchgeführt. Stattdessen fand das Bürgerfest statt.

Beschluss von 2023

Am 28. März 2023 beschloss der Stadtrat Ingolstadt, das Herzogsfest nicht weiterzuführen und stattdessen auf ein jährlich stattfindendes Bürgerfest zu setzen. Mit dieser Entscheidung verschwand ein historisch ausgerichtetes Veranstaltungsformat aus dem öffentlichen Leben der Stadt.

Veränderte Ausgangslage

Inzwischen hat sich die Ausgangslage verändert. In den Haushaltsplanungen der Stadt ist vorgesehen, das Bürgerfest künftig nur noch im zweijährigen Turnus auszurichten. Damit entfällt der ursprünglich geplante jährliche Rhythmus, der bei der Entscheidung zugunsten des Bürgerfests eine zentrale Rolle spielte.

Genau an diesem Punkt setzt die, von der Stadtwache unterstützte, gestartete Petition an. Der Initiator und die Stadtwache sehen darin Anlass, die damalige Entscheidung unter veränderten Rahmenbedingungen neu zu bewerten.

Von der historischen Darstellung zum aktiven Vereinsleben

Aus ihrer ursprünglichen Rolle beim Herzogsfest entwickelte sich die Stadtwache im Lauf der Jahre zu einer eigenständigen Gemeinschaft mit aktivem Vereinsleben. Ihre Mitglieder sind weiterhin bei Veranstaltungen, historischen Lagern und Umzügen präsent und pflegen die Darstellung der Ingolstädter Stadtgeschichte auch über das Herzogsfest hinaus.

Mit dem Wegfall des Herzogsfests fehlt jedoch jener zentrale Rahmen, in dem die spätmittelalterliche Geschichte Ingolstadts in dieser Form öffentlich und in größerem Umfang vermittelt werden konnte. Mit ihrer Petition macht Peter Hentschel und die Stadtwache nun deutlich, dass sie das Ende des Festes nicht als abschließend betrachten.

Forderung nach Neubewertung

Die Petition fordert, das Herzogsfest wieder als eigenständige Veranstaltung in den Blick zu nehmen und seine Rückkehr ernsthaft zu prüfen. Dabei geht es nicht nur um die Wiederaufnahme eines einzelnen Festes, sondern auch um die Frage, welchen Stellenwert historisch geprägte Formate, ehrenamtliches Engagement und gelebte Stadtgeschichte künftig im kulturellen Leben Ingolstadts einnehmen sollen.

Ob das Herzogsfest tatsächlich wieder Teil des Veranstaltungskalenders wird, ist offen. Klar ist jedoch: Mit der gestarteten Petition hat die Debatte neue Aktualität bekommen.

Hier gehts zur Petition: Herzogsfest Ingolstadt

Fotos: Archiv Herzogsfest-Hartmann Sabine

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