Das Graffiti-Meeting ist in die neue Saison gestartet – und der Auftakt wurde diesmal als Battle ausgetragen.
Damit bekam das Event gleich zum Start eine besondere Dynamik: verschiedene Handschriften, unterschiedliche Herangehensweisen und ein kreativer Wettstreit, der zeigte, wie vielfältig Graffiti-Kunst sein kann.
Unter dem Motto „Helden der Jugend“ entstanden vier starke Motive, gestaltet von rund 20 Künstlern aus München, Augsburg, Nürnberg und Aschaffenburg. Mit dabei waren auch Künstler, die bereits bei der Landesgartenschau 2020 beteiligt waren. Die Werke griffen ganz unterschiedliche Erinnerungen und Bildwelten auf – von Heidi über die Simpsons bis hin zu freien, sehr individuellen Interpretationen. Gerade darin lag der Reiz des Battles: Jeder Künstler brachte seinen eigenen Stil, seine eigene Idee und seine eigene Sicht auf das Thema mit.
Besonders war in diesem Jahr auch, dass mit verschiedenen Formaten gearbeitet wurde. Das machte die Umsetzung noch spannender und verlieh dem Battle zusätzliche Abwechslung. Die Motive waren erneut einzigartig und zeigten, wie breit das kreative Spektrum in der Szene ist.
Das Plakat für das diesjährige Meeting wurde von „Speed“ aus Aschaffenburg entworfen. Zu sehen sind das Schloss, die Altstadt und markante Türme, die zugleich als Sprühdosen gestaltet sind. So verbindet das Motiv in prägnanter Weise das Stadtbild mit der Graffiti-Kultur.
Viele neugierige Blicke von Groß und Klein verfolgten die Arbeiten, staunten über die Motive und kamen mit den Künstlern ins Gespräch. Einige fragten direkt, ob sie beim nächsten Mal selbst mitmachen könnten – auch dann, wenn die eigene Erfahrung vielleicht schon etwas zurückliegt. Auch Familien mit Kindern waren vor Ort, und es war schön zu sehen, wie die Begeisterung selbst auf die Jüngsten übersprang.
Erst im direkten Austausch vor den Motiven wurde sichtbar, wie viel Idee und Deutung in den Arbeiten steckt. So erklärte unter anderem Künstler „Kult One“ vor seinem Werk die Darstellung einer Zeitmaschine, durch die die Helden der Jugend in den Köpfen der Menschen weiterleben. Solche Gedanken verliehen den Bildern eine zusätzliche Tiefe und machten deutlich, dass Graffiti weit mehr ist als Farbe auf Wand.
Auch solche Geschichten gehören zu einem Tag wie diesem: Einer der Künstler erzählte, dass er seinen Entwurf vergessen hatte. Aufhalten ließ er sich davon aber nicht – er machte trotzdem weiter und brachte sein Bild auf die Fläche. Genau dieser spontane und kreative Umgang zeigte einmal mehr, was die Szene ausmacht.
Die Gewinner des Battles dürfen sich über einen besonderen Preis freuen: 102 Sprühdosen, gesponsert von Moin Design. Der Graffitishop Psychic aus Augsburg stellt außerdem die Shirts für die Gewinner.
Organisiert wurde das Graffiti-Meeting erneut vom Stadtjugendring, gemeinsam mit Florian aka Frost und Alex(andra) Degmaier, die mit viel Herzblut dafür sorgten, dass sich die Künstler rundum wohlfühlten. Dazu gehörten nicht nur die Organisation und Betreuung vor Ort, sondern auch Getränke, Brotzeiten, Muffins und Kuchen – manches sogar von Alex selbst gebacken.
Begleitet von starken Beats wurde einmal mehr deutlich, wie lebendig und kraftvoll diese Community ist. Man konnte sehen und hören, wie viel Zusammenhalt, Leidenschaft und Energie in diesem gemeinsamen Treffen steckt.
Der nächste Termin steht bereits fest: Am 08.08.2026 geht das Graffiti-Meeting weiter. Aus dem Organisationsteam heißt es dazu: „Wir haben richtig Bock auf eine neue Saison mit euch – auf fette Pieces, gute Gespräche und eine starke Community.“
Zu sehen ist dieses grandiose Meisterwerk an der Unterführung Sandrachbrücke in Unsernherrn.
Über eine Unterstützung dieses Projekts freut man sich, mehr dazu: Wenn die Farbe fehlt, bleibt die Wand grau.


























