In der gestrigen Sitzung des Bezirksausschusses (BZA) Nordwest wurde erneut das Thema Quartiersmanagement und die Entwicklung des Quartiers an der Stinnestraße aufgegriffen. Die geplanten Neubauten und die Integration einer Kindertagesstätte, die bereits vorgestellt wurde, stoßen auf rege Diskussionen. „Mittlerweile hat sich hier einiges getan. Die Grundstruktur der Gebäude steht, und der erste Blick in das Gebiet zeigt erhebliche Fortschritte“, so der Tenor der Sitzung.
Baufortschritt und Nutzung der neuen Räume
Der größte Teil der neuen Gebäude ist bereits fertiggestellt, einschließlich zweier Gewerbeeinheiten und der Kindertagesstätte, die ab Herbst 2026 ihre Türen öffnen soll. Derzeit sind bereits 85 Prozent der Wohnungen vermietet. Eine positive Entwicklung, die jedoch auch Bedenken bezüglich der sozialen Durchmischung aufwirft. „Wer wird hier einziehen? Diese Frage wurde uns auch vonseiten des BZA gestellt“, heißt es weiter.
In diesem Zusammenhang wird auch die Notwendigkeit eines Quartiersmanagements für das neue Gebiet betont. Es gibt bereits Überlegungen, zusätzlich zu dem bereits etablierten Quartiersmanagement in der Pfitznerstraße eine Filiale in der neuen Wohnanlage in der Stinnestraße zu integrieren. Die gesamten Räumlichkeiten in der Wohnanlage umfassen 200 Quadratmeter, von denen 110 Quadratmeter für das Quartiersmanagement vorgesehen sind. Diese Fläche umfasst einen Beratungsraum, ein Büro für die Verwaltung und einen Seminarraum für Gemeinschaftsaktivitäten. Der verbleibende Teil der 200 Quadratmeter wird für den Bewohnertreff genutzt, einschließlich eines großen Gemeinschaftsraums für die Bewohner.
Kooperationsansatz und finanzielle Überlegungen
„Die Haushaltslage hat sich jedoch seit dem ursprünglichen Beschluss verschärft“, erklärte Isfried Fischer, Sozialreferent der Stadt. „Ursprünglich war vorgesehen, die Quartiersmanagementräume ohne Einschränkungen bereitzustellen. In Anbetracht der aktuellen finanziellen Situation wird jedoch überlegt, wie dieses Projekt trotzdem realisiert werden kann. Der Vorschlag lautet, durch eine Viertelmillion Euro Einsparung in anderen Bereichen der Stadtteilentwicklung eine 50%-Stelle für das Quartiersmanagement aufrechtzuerhalten.“
Dieser Vorschlag muss jedoch noch vom neuen Stadtrat abgesegnet werden, bevor die Umsetzung endgültig erfolgen kann.
„Das ist eine schwierige, aber notwendige Maßnahme, um das Projekt in der derzeitigen Haushaltslage realisieren zu können“, erklärte Fischer weiter. „Natürlich braucht es auch Unterstützung durch Ehrenamtliche, um die Arbeit vor Ort erfolgreich umzusetzen.“


Dank und Unterstützung für das Quartiersmanagement
Manuel Depperschmidt, Vorsitzender des Bezirksausschusses Nordwest, bedankte sich für die hervorragende Zusammenarbeit und betonte, dass die vorgeschlagene Lösung ein sinnvoller Ansatz sei. „Wir müssen weiterhin mitentwickeln und sicherstellen, dass wir die Menschen im Viertel nicht alleine lassen, gerade zu Beginn“, sagte er. „Es geht darum, jetzt zu integrieren und nicht erst in fünf Jahren, wenn die Entwicklung in eine andere Richtung gegangen ist. Wenn wir integrieren, dann jetzt.“
Integration und Kontrolle der Entwicklung
Depperschmidt wies zudem darauf hin, dass ohne eine frühzeitige Integration und aktive Begleitung durch das Quartiersmanagement die Entwicklung des Viertels möglicherweise in eine falsche Richtung gehen könnte.
Fazit und Ausblick
Die Diskussion zeigt klar, dass es beim Quartiersmanagement nicht nur um die bloße Verwaltung von Räumen geht, sondern um die soziale und nachhaltige Entwicklung eines neuen Stadtteils. Die Bedenken des BZA und der Anwohner über die Zukunft des Quartiers an der Stinnestraße spiegeln die Bedeutung eines funktionierenden und gut eingebundenen Quartiersmanagements wider. Es bleibt zu hoffen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Kosteneinsparung und zur Sicherstellung einer funktionierenden sozialen Infrastruktur umgesetzt werden können, um das Viertel erfolgreich zu integrieren und nachhaltig zu entwickeln.

