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Neues Leben an der Donaustraße

Aus Leerstand wird ein Haus mit Zukunft für Verwaltung und Kreativität

Lange war das Haus an der Donaustraße 11 vor allem eines: ein markanter Bau an prominenter Stelle, der leer stand. Nun beginnt für das Gebäude ein neues Kapitel. Ab März 2026 mietet die Stadt Ingolstadt das Haus als „Kultur- und Bildungsrathaus“ an. Auf rund 2.600 Quadratmetern werden dort zentrale Ämter des Referats IV gebündelt. Gleichzeitig soll im Erdgeschoss ein Standort für die Kreativwirtschaft entstehen. Damit bekommt ein lange ungenutztes Gebäude neue Bedeutung für die Stadt.

Ersparnis durch Synergien und kurze Wege

Künftig ziehen dort die Referatsverwaltung, das Kulturamt, das Amt für Kulturverwaltung und internationale Beziehungen, das Schulverwaltungsamt, das Amt für Kinderbetreuung und -bildung sowie Teile der Theaterverwaltung ein. Kulturreferent Marc Grandmontagne betont, dass sich zwar keine größeren Veränderungen bei den Mietkosten ergeben werden, man aber Einsparungen beim Gebäudebetrieb, etwa bei Reinigung und Nebenkosten, erwarte. Vor allem setzt man auf Synergieeffekte: kurze Wege zwischen den Ämtern, schnellere Abstimmungen, gemeinsam genutzte Besprechungsräume, Teeküchen, Sanitärbereiche sowie zentrale Druck- und Kopiermöglichkeiten. Davon sollen nicht nur die Mitarbeiter profitieren. Auch für Bürger dürften Termine und Abläufe einfacher werden.

Ein zentraler Standort für die Kreativwirtschaft

Während in den oberen Geschossen vor allem Verwaltung einzieht, soll das Erdgeschoss für zusätzliche Belebung sorgen. Dort hat das Wirtschaftsreferat rund 570 Quadratmeter angemietet und stellt die Fläche dem Verein „Neue Sicht e.V.“ zur Verfügung. Ergänzt wird das Konzept durch ein Café im östlichen Bereich zur Donaustraße hin, das Fritz Dippert gepachtet hat. 

Bereits jetzt gibt es erste Kontakte zu Interessierten aus der Kreativ- und Kulturwirtschaft, die dort Arbeitsplätze anmieten möchten. Vorgesehen sind vier kleinere Räume für bis zu zwei Personen, drei größere Räume mit bis zu drei Arbeitsplätzen sowie ein Coworking-Bereich für etwa fünf bis sechs Personen. Hinzu kommt ein Multifunktionsraum, der für Veranstaltungen des Vereins, der Mieter und auch für externe Nutzungen offenstehen soll. Im vorderen Bereich ist zudem ein Pop-up-Store geplant, der für eine Woche oder länger angemietet werden kann. Geplant sind Lesungen sowie Tanz- und Theateraufführungen. Bereits fest vorgesehen ist die Gesprächsreihe „Neue Sicht auf …“, bei der der Vereinsvorsitzende Jan Terstiege im Zwei-Monats-Rhythmus mit interessanten Persönlichkeiten sprechen will. Der Eintritt wird voraussichtlich frei sein.

Wichtig ist den Verantwortlichen die Abgrenzung: Es wird kein Kulturzentrum, sondern ein Ort für Kreativwirtschaft. Diese gehört mit einem Jahresumsatz von mehr als 175 Milliarden Euro zu den bedeutenden Wirtschaftsbranchen in Deutschland. Fast zwei Millionen Menschen arbeiten bundesweit in Bereichen wie Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunst, Film, darstellender Kunst, Presse oder Architektur. Auch in Ingolstadt trägt die Kreativwirtschaft, so die Überzeugung, nicht nur zum wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch zu Innovation und Lebensqualität bei. Entsprechend wird sie von der IFG gefördert.

Neuer Glanz für die prägende Architektur Josef Elfingers

Dass das Gebäude nun diese neue Nutzung erhält, ist das Ergebnis einer längeren Entwicklung. Viele Jahre stand das Haus leer, bevor Achim Schlafke es 2013 für die Firma RMN kaufte. In der Folge gab es unterschiedliche Überlegungen zur Nutzung, darunter auch Wohnungen. Am Ende setzte sich jedoch die Idee durch, an dieser exponierten Stelle ein Büro- und Verwaltungsgebäude zu schaffen, das zugleich zur Belebung des südlichen Stadteingangs beiträgt. Diese Einschätzung deckte sich mit den Empfehlungen des Gestaltungsbeirats.

2024 bekam das Projekt zusätzlichen Schub. Auch Stadtbaurätin Ulrike Wittmann-Brandt unterstützte die Idee eines Kultur- und Bildungsrathauses und begleitete den Umbau intensiv. Gemeinsam mit dem Architekturbüro Neuburger entwickelte die Firma RMN die Planungen weiter. Dabei wurde die markante Fassade des Hauses, die 1953 von Josef Elfinger entworfen worden war, behutsam weiterentwickelt und zu neuem Glanz geführt. Mit der Aufstockung um ein fünftes Geschoss erhielt das „Achim-Schlafke-Haus“ zudem einen neuen architektonischen Akzent.

Auch Werner Rupp, Miteigentümer der Baufirma und Projektmanager, freut sich darüber, dass der Umbau innerhalb von nur neun Monaten realisiert werden konnte. Entstanden ist ein Haus, das Verwaltung, Kreativwirtschaft und öffentliche Nutzung unter einem Dach vereint. Für die Stadt ist das die Chance, einem lange vernachlässigten Gebäude an markanter Stelle neues Leben zu geben.

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