Wenn ein Kind schwer erkrankt, gerät das Leben einer Familie aus dem Gleichgewicht. Zwischen Klinikterminen, Therapien und organisatorischen Herausforderungen bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Genau hier setzt der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst von ELISA Familiennachsorge an und sucht engagierte Menschen, die Familien im Alltag entlasten möchten. Was viele nicht wissen: Kinder- und Jugendhospizarbeit beginnt nicht erst am Lebensende. Anders als in der Erwachsenenhospizarbeit begleitet ELISA Familien bereits ab der Diagnosestellung. Da bei schwer erkrankten Kindern der Verlauf oft nicht vorhersehbar ist, unterstützt der Dienst Familien teilweise über viele Jahre hinweg, nicht nur in der letzten Lebensphase. Im Mittelpunkt steht dabei immer die gesamte Familie. Es geht nicht ausschließlich um das erkrankte Kind, sondern ebenso um Geschwister und Eltern. Ehrenamtliche können – je nach Bedarf – Zeit mit Geschwisterkindern verbringen, mit ihnen spielen oder etwas unternehmen. Ebenso ist es möglich, Eltern durch Gespräche, Zuhören oder kleine Auszeiten im Alltag zu entlasten.
Alltagsbegleitung mit Herz – klar abgegrenzt
Die Aufgaben der Ehrenamtlichen liegen in der zwischenmenschlichen Begleitung und Alltagsunterstützung. Dazu gehören spielen, basteln, backen, spazieren gehen, vorlesen, gemeinsam Zeit verbringen oder einfach da sein und zuhören. Manchmal bedeutet das auch, Sorgen und Gefühle mit auszuhalten und ein verlässlicher Gesprächspartner zu sein. Wichtig ist die klare Abgrenzung: Medizinische oder pflegerische Tätigkeiten gehören ausdrücklich nicht dazu. Ehrenamtliche verabreichen keine Medikamente, übernehmen keine Versorgung von medizinischen Geräten und führen keine pflegerischen Handlungen durch. Der Einsatz konzentriert sich bewusst auf menschliche Nähe, Entlastung und Normalität im Alltag. Die Begleitungen werden wohnortnah in den Regionen Eichstätt, Ingolstadt, Pfaffenhofen, Weißenburg, Donau-Ries und Neuburg-Schrobenhausen vermittelt. Umfang und Termine stimmen Ehrenamtliche und Familie eigenständig miteinander ab.
Engagement ohne Vorkenntnisse – mit verpflichtender Qualifizierung
Für das Ehrenamt braucht es keine medizinische oder pflegerische Ausbildung. Entscheidend sind Offenheit, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, sich auf die Lebenssituation der Familien einzulassen. Voraussetzung ist jedoch ein gesetzlich vorgeschriebener Qualifizierungskurs im Umfang von insgesamt 100 Stunden. Der nächste Kurs startet am 24. April 2026. Die Schulung findet in der Regel etwa einmal im Monat statt – jeweils an einem zusammenhängenden Freitag Nachmittag und dem darauffolgenden Samstag. Wer sich vorab informieren möchte, ist herzlich eingeladen zu den Infoabenden am 25. März um 17:00 Uhr oder am 16. April um 18:00 Uhr in der Stinnesstraße 6 in 85057 Ingolstadt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Weitere Informationen gibt es telefonisch oder per WhatsApp bei Iris Modl (0172 8666496) oder Marina Hendrix (01523 8984744) oder per E-Mail unter hospizdienst@elisa-familiennachsorge.de
Denn oft ist das Wertvollste, was man schenken kann, einfach Zeit.
Fotos: ELISA/Symbolbild
Pressestelle ELISA Familiennachsorge

