Am Samstag, den 7. März, lud Antoniette Fraedrich Interessierte zur Eröffnung ihrer Ausstellung „Vielfalt mit Schrift“ ins Bürgerhaus Alte Post ein – und dazu, in die Kunst der Kalligrafie einzutauchen. Die Ingolstädterin zeigt in einer Auswahl ihrer Arbeiten, dass sie Schrift nicht nur als lesbaren Text versteht, sondern auch als bildnerisches Mittel einsetzt. Zu sehen sind Papierarbeiten in unterschiedlichen Stilrichtungen – von fein strukturierten kalligrafischen Formen bis zu expressiven, experimentellen Schriftbildern. Die Besucher erlebten ein faszinierendes Zusammenspiel von Schrift, Farbe und Komposition.
Fraedrich führte durch die Ausstellung und erläuterte ihre Werke, in denen sich geplante Struktur mit spontaner Gestik verbindet. Dabei lädt sie dazu ein, Erwartungen an „Schrift“ und „Bild“ neu zu betrachten.



Die Künstlerin ist 1951 in Salzgitter-Bad geboren. Ihre mehrjährige Ausbildung in klassischer Kalligrafie absolvierte sie bei Helmut Birkenstock nach der Schule von Professor Werner Eikel. Lange standen Schrift sowie Karten- und Textgestaltung im traditionellen Sinn im Mittelpunkt. Durch weitere Fortbildungen vertiefte sie ihr Wissen und fand ihren eigenen Stil; zugleich betont sie, dass Werner Eikel für sie bis heute prägend sei. Als freischaffende Künstlerin lebt und arbeitet sie in Ingolstadt. Hier gestaltete sie unter anderem für das evangelisch-lutherische Dekanat von 2002 bis 2007 die Jahreslosung – einige Arbeiten aus diesem Zusammenhang sind auch in der aktuellen Ausstellung zu sehen.
In ihrer Einführung sagte Fraedrich, die ausgestellten Werke gäben einen Überblick über frühere Arbeiten. Ihre heutigen Werke seien noch experimenteller: nicht mehr Papier und Tusche, sondern Leinwand und Acrylfarbe; die Leinwand sei durch Materialien dreidimensional strukturiert. Diese neueren Arbeiten sollen in einer später geplanten Ausstellung im Bürgerhaus gezeigt werden.
Ihre Werke sind bis 26. April im Bürgerhaus zu sehen. (HaGa)

