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Tanztage präsentieren ein umfangreiches Programm

Performance, interaktive Erlebnisse, ein Bühnenabend und Workshops

Die Tanztage Ingolstadt 2026 schaffen erneut Raum für gegenseitige Inspiration. Kunst sowie Zuschauerinnen und Zuschauer treffen in einer neuen, lebendigen Form aufeinander, beeinflussen sich gegenseitig und verschmelzen sogar miteinander.

Die diesjährigen Tanztage bieten eine Fülle von Workshops und ein vielfältiges Programm. Zunächst ein Blick auf die Darbietungen der Künstlerinnen und Künstler. Den Start macht eine Solo-Performance mit dem Titel „Run fast, bite hard“ (9.5.). Zwischen Choreografie und Collage, zwischen Nähe und Distanz, Verbindung und Trennung greift die Tänzerin Elisabete Finger Gesten und Praktiken der Fürsorge auf und denkt sie neu. Ihre Arbeit sucht nach offeneren, vielfältigeren Formen des Zusammenlebens – und danach, wie die Menschen in dieser Welt gemeinsam leben und sterben können.

Am 9. und 10. Mai verwandelt sich Ingolstadt wieder in eine Bühne für ein einzigartiges Kulturprojekt: Die Urban Sketchers (USk) treffen zum zweiten Mal auf die Tanztage Ingolstadt. Während Tänzerinnen und Tänzer die Stadt mit ihrer Energie erfüllen, halten Künstlerinnen und Künstler diese flüchtigen Momente in Skizzen fest – eine lebendige, visuelle Chronik der Tanzperformances, entstanden nach dem Motto des USk-Manifests: „Wir zeigen die Welt, Zeichnung für Zeichnung“.

Am 11. und 12. Mai bringt das Kollektiv Zinada die emotionale Achterbahnfahrt während der turbulenten Phase zwischen Kindheit und Jugend in einer Tanzperformance auf die Bühne. Das Stück „Wind und Wand“ richtet sich an junges Publikum ab zehn Jahren und widmet sich einer Zeit voller emotionaler Höhen und Tiefen, sich wandelnder Identität und wachsender Spannungen zwischen eigenen Erwartungen und der Realität. Die Vorstellungen finden direkt in den Turnhallen der Schulen statt. Das Angebot richtet sich exklusiv an Schulklassen.

Ebenfalls exklusiv findet die Veranstaltung am 11. und 12. Mai statt. Dann präsentieren Tänzerin und Choreographin Marie Nüzel und Astrochemiker Dr. Alexander Ruf mit „Sternengeflüster“ einen tänzerisch-astronomischen Erlebnisraum für Kindergärten. In einem Pop-up-Theatersetting verbindet dieses interaktive Wissenschafts- und Bewegungsformat astronomische Grundlagen mit tänzerischer Übersetzung und partizipativen Bewegungsanleitungen. Inspiriert von Sonne, Mond, Sternen und Supernovas erforschen Kinder spielerisch Phänomene wie Sternentstehung, Schwerkraft und Zentripetalkraft – nicht nur durch Denken, sondern durch Fühlen, Staunen und Bewegen.

Als nächstes stehen zwei Stücke der MiR Dance Company an einem Bühnenabend (14.5.) mit anschließendem Künstlerinnen- und Künstlergespräch auf dem Programm. Den Start macht „Millennials“ unter der Überschrift „Die Unfähigkeit, sich verbunden zu fühlen“. Freiheit, Offenheit und vielfältige Möglichkeiten prägen das Selbstverständnis der zwischen 1981 und 1999 geborenen Generation der Millenials. Erfahrungen, über die man posten kann, gelten als Messlatte für Erfolg und persönliches Glück – so steigt der Druck, die individuellen Freiheiten auch auszuleben. Die Angst davor sich festzulegen, zu verpflichten und zu binden führt in eine Einsamkeit, die durch überbordende digitale Vernetzung nur unzureichend kompensiert werden kann.

Der Choreograf Marcos Morau, selbst Teil dieser Generation, richtet seinen Blick daher auf die Suche nach Verbundenheit und Sinn in unserer digital vernetzten Welt. In Millennials, das er 2018 für Tänzerinnen und Tänzer seines experimentellen Theaters „La Veronal“ und des taiwanesischen Ensembles „B.Dance“ kreiert hat, erforscht er mit eindrucksvoller Bildsprache neue Formen von Nähe und Zwischenmenschlichkeit und macht sichtbar, wie Gemeinschaft und Identität heute neu verhandelt werden.

Der zweite Teil des Abends trägt den Titel „Hasard & Boléro“. Im vorangestellten Stück Hasard greift Komponist Yehezkel Raz Ravels Themen auf, kehrt sie um, setzt sie einen Halbton tiefer und verlangsamt radikal den Rhythmus. Die Melodie ist kaum noch erkennbar. Stattdessen entsteht eine ruhige Impulslosigkeit, die den Tänzerinnen und Tänzern den festen Boden für ihre Schrittfolgen zu entziehen scheint.

Im zweiten Teil folgt der pulsierende Boléro. Dessen elementaren Beat erforscht Sita Ostheimer choreografisch und blickt dabei hinter Ravels Mythos – auf das, was uns Menschen antreibt. Denn alles Leben pulsiert im Rhythmus: Herzschlag, Atem und Schritte. Parallel zur Musik wächst auch die Choreografie zum körperlichen Crescendo: Vom feinen Fingerspiel steigert sich die Dance Company – immer schneller, höher, weiter – bis zur völligen Erschöpfung. Der Verzicht auf Bühnenbild und Illusion rückt den Menschen in den Mittelpunkt und lässt das Rohe und Unperfekte sichtbar werden – unser Sehnen, Scheitern und Wiederaufstehen. Klatschen und Stampfen verweisen dabei auf die volkstänzerischen Wurzeln des Bolero. Sponsor des Abends ist die Sparkasse Ingolstadt Eichstätt.

Zum ersten Mal findet im Rahmen der Tanztage ein „Urban Dance Battle powered by Sparkasse Ingolstadt Eichstätt“ (16.5.) statt. Unter der künstlerischen Leitung von Tami Holischka begegnen sich Tänzerinnen und Tänzer aus ganz Deutschland. Musik fühlen, spontan reagieren, den eigenen Stil präsentieren und sich im direkten Duell messen – in den vier Kategorien Hip-Hop, House, Waacking und „Me Against The Music“ entsteht ein facettenreiches Bild urbaner Tanzkultur, geprägt von authentischen Moves und feinem musikalischem Gespür. Dabei ist ein Urban Dance Battle weit mehr als ein Wettbewerb: Es ist Treffpunkt der Szene, Plattform für junge Talente und ein kraftvolles Statement für Vielfalt, Kreativität und Community. Auf die Erstplatzierten wartet ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Das Kulturamt dankt der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt für die Stiftung des Preises.

Workshops: 
Im Rahmen der Tanztage stehen folgende Workshops auf dem Programm:
Los geht es mit dem zweitägigen Workshop „Light Green Training“ von Segni Mossi. Das Projekt „Segni mossi” wurde vom bildenden Künstler Alessandro Lumare und der Choreografin Simona Lobefaro entwickelt. Es erforscht die Beziehung zwischen Tanz und grafischem Zeichen.

Die Workshops von Segni Mossi sind Gelegenheiten, die Beziehung zwischen Tanz und grafischem Zeichen über einen sinnlichen, nicht wertenden, kollaborativen und spielerischen Ansatz zu erforschen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewegen sich in einem Zustand des Experimentierens, Entdeckens und Staunens.

Der Workshop richtet sich an Pädagoginnen und Pädagogen, Tänzerinnen und Tänzer, Lehrerinnen und Lehrer sowie Künstlerinnen und Künstler.

Termine:
Samstag, 9. Mai, von 16 bis 19 Uhr, Piustreff
Sonntag, 10. Mai, von 14 bis 17 Uhr, Kulturzentrum neun

Im Anschluss an den zweiten Workshoptag findet ab 18 Uhr eine offene Session mit dem Titel „Multiverse“ für alle Interessierten statt. Die Teilnahme an dieser Session durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops ist optional. Der Eintritt zu dieser Session im Kulturzentrum neun ist kostenfrei.

Die Teilnahme an der öffentlichen Session ab 18 Uhr durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops ist optional. Der Eintritt zu dieser Präsentation im Kulturzentrum neun ist frei.

Unter dem Titel „Drunter und Drüber“ stehen zwei weitere Workshops auf dem Programm. 
Ausgehend von den instinktiven Bewegungen von Kindern erkunden Marie Nüzel und Ardhi Engl neue Formen des Tanzens, Wirbelns und Kletterns. Durch spielerische Bewegungsaufgaben wird ein Gespür für die Körpersprache und Bewegungsqualität zwischen Kind und einer vertrauten erwachsenen Person entwickelt. Rollend, hebend, springend, drehend und lauschend erleben sie gemeinsam Tanz als gemeinsames Spiel, voller Freude, Vertrauen und non-verbaler Kommunikation.

Schritt für Schritt wird sich dabei zwischen physischem Spiel, Improvisation und kleinen Hebe- und Fliegemomenten bewegt. Begleitet wird der Workshop mit Live-Musik von Ardhi Engl. Es sind keinerlei Vorkenntnisse notwendig.

Termine:
Samstag, 9. Mai, von 10 bis 11.30 Uhr, Piustreff
Zielgruppe:
Dieses Angebot richtet sich an Kinder im Alter von drei bis vier Jahren gemeinsam mit einer vertrauten erwachsenen Person.

Samstag, 10. Mai, von 12.30 bis 14 Uhr, Piustreff
Zielgruppe: 
Dieses Angebot richtet sich an Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren gemeinsam mit einer vertrauten erwachsenen Person.

Der Workshop „Horses Forces“ mit Elisabete Finger arbeitet mit einem Archiv aus künstlerischen, wissenschaftlichen und historischen Bildern. Sie zeigen unterschiedliche Vorstellungen und Darstellungen von Fürsorge aus verschiedenen Zeiten, Kulturen und Orten. Gemeinsam wird erforscht, wie diese Bilder körperlich erfahrbar gemacht und neu gestaltet werden können.

Dafür werden die Figuren und Bilder durch die Körper der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ersetzt. So werden nicht nur sichtbare Aspekte wie Gesten, Haltungen oder körperliche Besonderheiten nachgebildet, sondern auch unsichtbare Ebenen sichtbar gemacht: politische, soziale und kulturelle Kräfte, die diese Darstellungen prägen und zusammenhalten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden durch Atemübungen, Bewegungsrecherchen sowie durch Nähe und Berührung geführt. Über das wiederholte Einnehmen und Variieren von Bildsituationen entsteht ein gemeinsamer körperlicher Arbeitsprozess. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Termin:
Sonntag, 10. Mai, von 10 bis 13 Uhr, P3

Das Kulturamt dankt den Kooperationspartnern Stadttheater Ingolstadt und Junges Theater Ingolstadt, allen Sponsoren – insbesondere der Sparkasse Ingolstadt Eichstätt, dem Westpark, sowie dem Fördergeber, dem Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Tickets gibt es im Westpark Ingolstadt und über Ticket Regional (www.ticket-regional.de). 

Weitere Informationen und Anmeldung für das Uban Dance Battle: 
www.kulturamt-ingolstadt.de/tanztage 

Pressestelle Stadt Ingolstadt

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