Der Stadtverband für Gartenbau und Landespflege Ingolstadt hat im Sportheim des TSV Oberhaunstadt zu einem Informationsabend zum Vortrag „Obst für jeden Garten, Sortenwahl, Erziehung und Pflege“ eingeladen.
Die Vorsitzende des Stadtverbandes Brigitte Krach konnte dazu Michael Neumüller vom Bayerischen Obstzentrum begrüßen. Neumüller betreibt in Hallbergmoos, südlich des Münchner Flughafens, eine privat wirtschaftende Einrichtung, die das Ziel in seinen Versuchsparzellen hat, neue Obstsorten und kleinkronige Obstbäume für den Hausgarten zu fördern.
Der Referent brach eine besondere Lanze für diese kleinen Obstbäume, die bestens zu jeder kleinen Flächen passen. Bei Ernte -und Pflegearbeiten kommt man besser ran und zu seinem leidenschaftlichen Vortrag passte, „wenn ich nicht weit rauf muss, kann ich nicht weit runterfallen“. Die Erträge setzen bei diesen Bäumen auch früher ein, so Neumüller. Kernobst blüht spätestens im zweiten, Steinobst im dritten Standjahr. Diese kleine Bäume haben auch große Früchte und eine hohen Ertrag, so der Referent
Die kleinkronigen Bäume können auch leichter mit Netzen vor Vogelfraß und mit Folienüberdachungen vor Regen geschützt werden. Mit der Umhüllung insektendichtem Gewebe lässt sich damit auch der Befall mit der Kirschfluchtfliege verhindern , aber auch die Vermeidung von madigen Äpfeln und Zwetschen.
Bei der Sortenwahl nannte er ein breites Spektrum. Bei den Äpfeln ging das ging vom Graf Luckner, zu Graf von Hallberg mit seinem unübertroffenem Geschmack, bis hin zur Laetitia, wobei er letztere als besseren Ersatz im Hausgarten für die viel bekanntere Pink Lady nannte. Bei den Birnensorten nannte er eine Vielzahl von zartschmelzend oder knackigen Sorten, angefangen von Santa Maria bis hin zu Kaiser Alexander und zur Gute Luise. Aber auch gute Tipps gab es bei Süß- und Sauerkirschen, bei Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen und Renekloden.
Wenig warb er für Pfirsiche und Nektarinen, die zwar der Stolz jedes Gartenbesitzers sind. Doch ein guter Ertrag ist bei unserem Klima nicht zu erwarten.
Ausführlich befasste sich Referent Neumüller mit dem Schneiden und erziehen von Obstbäumen. Dazu gilt es , ein leistungsfähiges Kronengerüst aufzubauen. Bei der Spindel als Kronenform reduziert sich das Kronengerüst auf eine einzelne senkrechte Achse. Eine Baumkrone dazu soll lichtdurchlässig sein, damit das Sonnenlicht auch alle Früchte erreicht. Die Krone soll auch locker aufgebaut sein , damit der Wind nach einem Regenschauer die Blätter wieder schnell abtrocknen lässt. Auch über den Zeitpunkt des Winterschnittes gab der Referent einen Rat, nicht im Herbst und frühem Winter, am besten erst im März, nach den schwersten Frösten, so seine Tipps.
Beim Setzen neuer Bäume am richtigen Standort brachte es Neumüller wiederum unterhaltsam herüber,“ wenn sie nicht aufpassen und den jungen Baum zu nahe an das Haus pflanzen, wächst er ihnen später in die Küche“.
Auch zum Düngen gab er ausführliche Tipps, „Mist ist die allerbeste Düngung“ war die einfache Lösung dazu.
Zuletzt appellierte Neumüller, nehmen sie Bäume nur vom Spezialisten, denn Obstbäume könne von Viren und Mikroorganismen befallen sein, die zeitlebens im Baum überdauern.
