Grün wie die Hoffnung
Grüne Bänder, grüne Luftballons und viele persönliche Gespräche prägten am 10. Februar das Bild im Westpark Ingolstadt und in Neuburg. Der Verein ELISA – Familiennachsorge setzte mit seinem Informationsstand ein sichtbares Zeichen zum bundesweiten Tag der Kinderhospizarbeit – und schuf bewusst eine offene, niedrigschwellige Atmosphäre. Einer der Anziehungspunkte war die „Before I die“-Wand, an der Besucher:innen ihre persönlichen Wünsche festhalten konnten. An der Fotowand nebenan sah man zahlreiche Unterstützer:innen aus der Region: Faschingsgesellschaften, die ERC-Damen, die Schanzerinnen, Vertreter verschiedener Parteien, Vereine, Initiativen sowie weitere Engagierte aus Sport, Politik und Gesellschaft. Die grünen Bänder – Symbol der Hoffnung und Solidarität – waren den ganzen Tag über sichtbar. Viele Beteiligte teilten ihre Fotos direkt in den sozialen Medien. So verbreitete sich die Aktion weit über den Westpark hinaus und zeigte eindrucksvoll den Zusammenhalt in der Region 10. Um Hemmschwellen abzubauen, setzte ELISA bewusst auf eine freundliche, einladende Gestaltung des Standes: Grüne Luftballons zogen Aufmerksamkeit auf sich, für Besucher:innen gab es grüne Krapfen, und eine Tombola sorgte bei Kindern für Freude. So entstand eine Atmosphäre, die den Einstieg in ein sensibles Thema erleichterte.
„Viele wissen gar nicht genau, was Kinderhospizarbeit eigentlich bedeutet“, erklärt Marina Hendrix, Koordinatorin des ambulanten Kinderhospizdienstes (AKHD). „Deshalb ist dieser Tag so wichtig. Wir möchten zeigen, dass es bei uns nicht nur um Sterben geht – sondern vor allem um Leben.“


Leben begleiten – von Anfang an
Kinderhospizarbeit beginnt oft bereits mit der Diagnose einer lebensverkürzenden Erkrankung und begleitet Familien über viele Jahre hinweg. Sie unterstützt im Alltag zwischen Arztterminen, Therapien und Sorgen – und schafft kleine Inseln der Normalität.
„Wir begleiten Familien im Leben, im Sterben und über den Tod hinaus“, so Iris Modl vom AKHD. Wir entlasten, hören zu und schenken Zeit.“
Die Resonanz am Stand sei überwältigend gewesen und habe gezeigt, wie groß das Interesse und die Solidarität in der Region sind.
Ehrenamt, das Familien entlastet
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit sind ehrenamtliche Familienbegleiterinnen. Maren Rückert etwa absolvierte 2022 ihre Ausbildung und engagiert sich seither im ambulanten Kinderhospizdienst. Sie begleitet derzeit eine Familie und betreut dort das gesunde Geschwisterkind. „Es geht vor allem darum, Zeit zu schenken“, erklärt Rückert. „Wir spielen, gehen raus oder lesen vor. Für das Geschwisterkind ist das eine ganz besondere Aufmerksamkeit.“ Diese Stunden schaffen Freiräume für die Eltern. „Wenn ich da bin, freut sich die Familie – und genau darum geht es: Entlastung und ein Stück Normalität.“


Junge Stimmen gegen Berührungsängste
Am Stand informierten sich auch zwei Ingolstädter Studentinnen gezielt über ein Praktikum: Kybra (20), Studentin der Sozialen Arbeit, und Nejla (24), die ebenfalls im sozialen Bereich studiert.
„Man darf nicht vergessen, dass die Familien eine enorme Last tragen“, sagt Kybra. „Viele Menschen haben Berührungsängste. Aber wenn man ins Gespräch kommt, merkt man, wie wichtig diese Arbeit ist.“ Neja ergänzt: „Oft denken Menschen: ‚Das könnte ich nie.‘ Aber man muss nichts Besonderes können. Es reicht, da zu sein und zuzuhören.“
Musikalischer Schlusspunkt in Neuburg
Einen besonderen Abschluss fand der Aktionstag am Abend mit einem Benefizkonzert von James Hurley vom Piu Piano in Neuburg. Mit einer halbstündigen musikalischen Reflexion lud er die Anwesenden zur Entschleunigung und zum bewussten Loslassen ein. Sein einfühlsames Klavierspiel setzte einen stimmungsvollen und würdigen Schlusspunkt unter einen bewegenden Tag. ELISA-Vorstandsvorsitzender Dr. Florian Wild richtete dabei dankbare Worte an alle Unterstützenden und Beteiligten.
Qualifizierungskurs für neue Ehrenamtliche
Um die wertvolle Arbeit auch künftig zu sichern, sucht ELISA engagierte Menschen für das Ehrenamt. In diesem Jahr startet erneut ein Qualifizierungskurs für Familienbegleiter:innen. Infoabende finden am Mittwoch, 25. März 2026, um 17 Uhr sowie am Donnerstag, 16. April 2026, um 18 Uhr in der Stinnesstraße 6 in Ingolstadt statt.
Der Aktionstag ist beendet – die grüne Botschaft bleibt: Kinderhospizarbeit bedeutet „Leben begleiten“ und niemand muss diesen Weg allein gehen.
Fotos: Diana Strassburg/Elisa
Titelbild-Freiwillige Feuerwehr Neuburg
Pressestelle/ELISA Familiennachsorge
