Mit Wissen helfen – Studierende der KU beraten ehrenamtlich

Das Handwerkszeug für erfolgreiche Beratungsprojekte zu erlernen, ist das Ziel des Consulting-Badges an der KU. Prof. Dr. André Habisch (v. l.) verantwortet diese Zusatzausbildung, in deren Rahmen Dr. Franz Glatz einen ganz besonderen Pro-Bono-Kurs anbietet. Wie bereichernd dieser ist, konnten Lebenshilfe Bayern Mitte-Geschäftsführer Andreas Jehn und Studentin Annalena Foth selbst herausfinden. (Foto: upd/ Wagner)

Mit konkreten Fragestellungen sozialer Einrichtungen, Unternehmen und öffentlicher Institutionen in Ingolstadt haben sich Studierende der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (WFI) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) in diesem Semester auseinandergesetzt. Im Rahmen des Consulting-Badge-Programms, einem Zusatzstudium zur Vorbereitung auf eine Karriere in der Unternehmensberatung, arbeiteten sie an Pro Bono-Fällen – für die Lebenshilfe Bayern Mitte, das Gymnasium Gaimersheim und das Kulturamt Ingolstadt. Ermöglicht wurde dieses Engagement auch durch die universitäre Transferplattform Mensch in Bewegung, die den Austausch zwischen Universität und Gesellschaft gezielt fördert und strukturell unterstützt. 

Die Masterstudentin Annalena Foth feilte Monate an einem Marketing-Konzept für soziale Nudeln: Gemeinsam mit Kommilitoninnen und Kommilitonen arbeitete sie an einem Plan, wie Nudeln, die Menschen mit Einschränkungen bei der Lebenshilfe Bayern Mitte herstellen, effektiv beworben werden können. „Der Fokus liegt dabei darauf, wie sich Qualität und Inklusion erfolgreich verbinden lassen.“ 

Foth hat das Studium an der KU eigens wegen des Consulting-Badge-Programms aufgenommen: Das Programm verbinde Fachwissen, Praxis und persönliches Wachstum auf „eine einzigartige Weise“. „Mich beeindruckt besonders, wie viel Eigenverantwortung wir haben und wie real die Arbeit am Case ist. Viele universitäre Kurse sind sehr theoretisch – hier ist es genau andersherum. Wir arbeiten wie ein echtes Beratungsteam, mit allen Höhen und Tiefen, die ein Projekt mit sich bringt“, fasst Foth zusammen.

Umgekehrt war es für die Lebenshilfe Bayern Mitte ein großer Vorteil, mit Studierenden zusammenzuarbeiten, wie Geschäftsführer Andreas Jehn betont: „Uns interessiert der Blick von außen, der Blick von jungen Menschen – so können wir unseren Blick weiten.“ Mitarbeitende der Personalabteilung sowie der Unternehmenskommunikation erstellten mit den Studierenden gemeinsam einen Plan für das Nudelprodukt und das zugehörige Marketing. „Wir, das heißt die Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Kommunikation und Produktion, stecken viel Energie in das Projekt und haben große Hochachtung davor, wie viel Energie die Studierenden ihrerseits in das Projekt geben. Uns liegt daran, dass Projekte nie für den Papierkorb sind.“ 

Das Engagement, mit dem die Studierenden ihre Pro-Bono-Fälle angingen, begeisterte Dr. Franz Glatz. Er betreute das Pro-Bono-Modul an der KU. „Es ist spannend zu sehen, wie jeder und jede als Individuum die eigenen Gedanken mit in den Kurs bringt – das macht den Kurs aus, er ist sehr besonders.“ Er öffnete den Studierenden den Blick dafür, worauf es bei einer guten Unternehmensberatung ankomme, „der hilft, das Feingefühl zu entwickeln, das man braucht, um Lösungen herauszukitzeln“. Zusätzlich wurden die Studierenden während ihrer Projektarbeit von der renommierten Managementberatungsfirma BearingPoint begleitet, die mit ihrer Erfahrung dazu beitrug, einen Qualitätsstandard zu erreichen, der mit professionellen Beratungsprojekten vergleichbar ist.

Damit erfüllte der Kurs das Ziel, das Prof. Dr. André Habisch, Professor für Christliche Sozialethik und verantwortlich für das Consulting Badge, damit und mit dem Programm im Allgemeinen verfolgt: „Das Zertifikat bietet die einmalige Möglichkeit, systematisch das Handwerkszeug für erfolgreiche Beratungsprojekte zu erlernen und dieses direkt praktisch zu erproben.“ Gerade im Falle der Pro Bono-Cases sei es für die Studierenden eine große Motivation gewesen, die Stadt, in der sie studieren, „durch ihre neu erworbenen Kompetenzen ein kleines bisschen besser machen zu können“, so Johannes Kellner, wissenschaftlicher Mitarbeiter und mitverantwortlich für das Consulting-Badge-Programm. 

Denn neben dem Nudel-Projekt bearbeiteten die Studierende weitere Themen aus der Region: Eine zweite Gruppe beschäftigte sich mit einer Arbeitgebermarke für die Lebenshilfe auf Basis eigener Recherchen sowie Workshops vor Ort. Ein weiteres Team legte den konzeptionellen Grundstein für den Aufbau eines Alumni-Netzwerks für das Gymnasium Gaimersheim. Dazu gehörten die Entwicklung möglicher Aktivitäten des Netzwerks sowie erste Ansätze für eine Marketing- und Kommunikationsstrategie. Darüber hinaus adressierte eine vierte Gruppe das Problem fehlender Räumlichkeiten für Kreativschaffende in Ingolstadt. Auf Basis von Best-Practice-Beispielen aus Städten wie Ulm und Jena entwickelten die Studierenden ein individuelles Nutzungskonzept für das Kulturamt der Stadt Ingolstadt.

„Die Ergebnispräsentationen wurden gemeinsam mit den jeweiligen Auftraggebern sowie den Mentoren von BearingPoint intensiv diskutiert. Die Mentoren reisten hierfür eigens aus Köln und Frankfurt an“, blickt Kellner zurück. „Bereits jetzt liegen weitere Anfragen von sozialen Einrichtungen aus der Stadt vor, die ebenfalls strategische Fragestellungen von Studierenden des WFI Consulting Badge bearbeiten lassen möchten.“

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Das Handwerkszeug für erfolgreiche Beratungsprojekte zu erlernen, ist das Ziel des Consulting-Badges an der KU. Prof. Dr. André Habisch (v. l.) verantwortet diese Zusatzausbildung, in deren Rahmen Dr. Franz Glatz einen ganz besonderen Pro-Bono-Kurs anbietet. Wie bereichernd dieser ist, konnten Lebenshilfe Bayern Mitte-Geschäftsführer Andreas Jehn und Studentin Annalena Foth selbst herausfinden. (Foto: upd/ Wagner)

Pressestelle/ Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

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