Kreativität als Schlüssel zur digitalen Bildung
Am heutigen Vormittag rückten Wissenschaft, Kreativität und Medienkompetenz für viele Schülerinnen und Schüler eng zusammen – und IN-direkt war Gast im Katharinen-Gymnasium mit dabei. Knapp 50 besonders begabte Jugendliche aus fast allen Jahrgangsstufen nahmen an einem Workshop teil, in dem sie die Grundlagen für wissenschaftlich fundierte Kurzvideos auf TikTok oder Instagram kennenlernten und zugleich kreative Ideenfindung sowie einen reflektierten Umgang mit digitalen Medien trainierten. Immerhin ein exklusiver Rahmen: Das Katharinen-Gymnasium gehört zu den 50 ZDF-Partnerschulen und wurde im Sommer 2025 aus rund 500 Bewerbungen ausgewählt, um einen solchen Workshop zur Stärkung der Medienkompetenz auszurichten.

Geleitet wurde das Format von Lena Merkle und Nils Otte von der Münchner Agentur Bilderfest, die seit 2022 im Auftrag des ZDF Erklärvideos für die Terra-X-Reihe auf TikTok produzieren. Über 200 Clips sind bereits entstanden, manche mit bis zu 1,2 Millionen Aufrufen. Schon die Einführung zeigte, worauf es ankommt: komplexe Inhalte kind- und jugendgerecht erklären. Warum hat der Februar nur 28 oder 29 Tage? Wie entstehen Kalender? Fragen wie diese beweisen, dass Wissenschaft verständlich, kurzweilig und trotzdem korrekt vermittelt werden kann.
Kurzvideos passen zur Medienwelt junger Menschen – und helfen, Wissen aktiv zu verarbeiten statt nur zu konsumieren. Entsprechend sprühten alle vor Ideen und entwickelten in mehreren Kreativphasen eigene Formatkonzepte: überraschend, leicht, humorvoll. Unterstützt durch strukturierte Prompt-Arbeit mit ChatGPT durchliefen die Teams ein mehrstufiges Findungsverfahren. Über den Umweg einer „Anti-Idee“ (Was darf es nicht sein?) entstanden im Zwei-Minuten-Takt neue Perspektiven. Aus scheinbar zusammenhanglosen Sportbegriffen wuchsen kurze Skripte, die sortiert, kombiniert und verdichtet wurden – die Basis erster Video-Prototypen. Innovation zeigte sich hier als klarer Prozess.
Auch Einblicke in den Berufsalltag der Profis gab es: Fehler in Wissensvideos werden offen zugegeben, korrigiert und künftig durch noch sorgfältigere Quellenarbeit vermieden. Für „Frag Leni“ entstehen wöchentlich etwa drei neue Clips; komplexere Themen setzen Merkle und Otte gemeinsam mit Professor Harald Lesch in längeren YouTube-Formaten um.

Der am Ende angebotene QR-Code zur Zusammenfassung? Wurde natürlich sofort von allen Smartphones gescannt. So blieb mehr als ein kreativer Workshop: Die Schülerinnen und Schüler stärkten Innovationskraft, kritisches Denken und einen bewussten Medienumgang – Kompetenzen, die weit über TikTok hinausreichen und in der digitalen Welt unverzichtbar sind.
Fotos: Sabine Hartmann
