Langjährige Tanzkursleitung beendet ihre Tätigkeit an der Volkshochschule
Nach rund 45 Jahren hat Gudrun Stockmann ihren letzten Kurs „Internationale Tanzfolklore“ an der Volkshochschule Ingolstadt gegeben. Die 86-Jährige verabschiedet sich als Kursleiterin – und übergibt den Tanzkurs sprichwörtlich in gute Hände und Füße.
„Einfach ein schöner Auftakt in der Früh – das nimmt man mit in die ganze Woche“, freut sich eine Kursteilnehmerin am Montagmorgen im Rudolf-Koller-Saal der Volkshochschule Ingolstadt. Für viele beginnt der Wochenstart seit Jahren genau so: tanzend im Kurs „Internationale Tanzfolklore“ von Gudrun Stockmann.
Was für die Teilnehmenden pure Freude ist, begann für Gudrun Stockmann selbst mit einer Faszination fürs Tanzen. Selbst begeistert von einem Tanzkursbesuch, ließ die ausgebildete Gymnastiklehrerin sich auf eine Reise durch die internationale Folklore ein. Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Mazedonien oder die Schweiz – nur einige der Länder, in denen sie über viele Jahre hinweg Seminare besuchte, Tänze erlernte und inspirierende Tanzmeisterinnen und Tanzmeister kennenlernte. „Was wir im Kurs tanzen, das sind alles alte Tänze, alte Schritte – und das hat mich eben auch so fasziniert“, erinnert sie sich.
Diese Begeisterung teilte sie erstmals 1981 in einem Kurs an der Volkshochschule Ingolstadt. Die leicht erlernbaren Schrittfolgen, das Tanzen in der Gruppe und die mitreißenden Klänge aus aller Welt fanden schnell Anklang. Seither wurde – mit Ausnahme einer coronabedingten Pause – nahezu durchgetanzt. Auch außerhalb des Kursraums begeisterten ihre Tanzgruppen bei Auftritten, etwa im Klenzepark oder bei Bürgerfesten, zahlreiche Ingolstädterinnen und Ingolstädter.
Dass folkloristische Tänze Menschen weltweit verbinden, erlebte Gudrun Stockmann immer wieder auf ihren Reisen. Musik überwindet Grenzen, Rhythmen schaffen Gemeinschaft. Mit jeder neuen Begegnung wuchs nicht nur die Freude am Tanzen, sondern auch das Repertoire an Tänzen, das sie – seit 1971 in Ingolstadt zuhause – in ihren vhs-Kursen weitergab. „Die Folklore ist ein unglaublich weites Feld. Ich bin dankbar, Menschen begegnet zu sein, die alte Tänze sammeln und bewahren, damit sie nicht verloren gehen“, sagt sie rückblickend. Zu ihren persönlichen Favoriten zählen besonders die schnellen Tänze, etwa aus dem rumänischen Raum.
Der Abschied als Kursleiterin fällt der 86-Jährigen nicht leicht. Viele Tänzerinnen und Tänzer begleiten sie seit Jahren, aus dem gemeinsamen Tanzen sind Verbindungen entstanden – und obwohl der Kurs nie ein Paartanzkurs war, auch das ein oder andere Paar. Immer wieder habe sie erlebt, wie das Tanzen Menschen durch alle Lebenslagen trägt: „In dem Moment, in dem man tanzt, vergisst man eigentlich alles um sich herum und auch seine Sorgen.“
„Für mich war das nie Arbeit, das war einfach Freude und Spaß“, sagt Gudrun Stockmann lächelnd. Ganz aufhören wird sie mit dem Tanzen nicht. Die Kursleitung jedoch gibt sie nun vertrauensvoll weiter: Ab dem Frühjahr-/Sommersemester 2026 übernimmt mit Heidemarie Krause-Böhm eine erfahrene Tänzerin den Kurs „Internationale Tanzfolklore“.
Im Rahmen der letzten Kursstunde wurde Gudrun Stockmann von vhs-Leiterin Dr. Petra Neumann mit der goldenen Ehrennadel des Volkshochschulverbandes ausgezeichnet. Programmbereichsleitung Stefanie Sichert ließ gemeinsam mit der treuen Tanzgruppe die Sektkorken knallen – und würdigte die Grande Dame der internationalen Tanzfolklore mit großem Dank und herzlicher Anerkennung für die lange Zeit an der Volkshochschule Ingolstadt.
Ab Montag, 9. Februar können sich alle Interessierten für diesen und viele weitere Kurse im neuen Semester-Programm der vhs Ingolstadt anmelden – direkt in der vhs Ingolstadt, online unter www.vhs-in-ei.de, per Mail oder für Stammkunden auch telefonisch.
Pressestelle/Stadt Ingolstadt
