Ein Zentrum zwischen medizinischer Versorgung und gelebter Gemeinschaft
Mit einer herzlichen Begrüßung begann das Jubiläum im Ingolstädter Plasmazentrum: 40 Jahre Plasmaspende in der Stadt – vier Jahrzehnte stille, aber unverzichtbare Hilfe für die medizinische Versorgung. Michael Ruppert aus der Haema-Geschäftsleitung und Zentrumsmanager Klaus Staudacher begrüßten gemeinsam mit dem Team die Gäste und führten anschließend durch das Zentrum.
In ihrer Ansprache dankte Ingolstadts zweite Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll für ein „schönes, zuverlässiges und wichtiges“ Zentrum mitten im Herzen der Stadt. Besonders betonte sie die Bedeutung des Standorts mit guter Infrastruktur: Gerade die zentrale Lage ermögliche es vielen Menschen, die Spende regelmäßig in ihren Alltag zu integrieren.
Im Anschluss sprach die Bundestagsabgeordnete Sarah Vollath. Sie erzählte, dass sie selbst während ihres Studiums Plasma gespendet habe, und unterstrich die gesellschaftliche Relevanz von Blut- und Plasmaspenden. Ohne diese freiwillige Bereitschaft, so ihre Botschaft, wäre moderne medizinische Versorgung in vielen Bereichen nicht denkbar.



Ein Rundgang durch Präzision und Verantwortung
Nach der Begrüßung ging es durch die Stationen des Zentrums: Anmeldung, Gesundheitscheck, medizinische Freigabe – und schließlich in die Spendesäle. Dort wurde gezeigt, wie eine Plasmaspende abläuft: ruhig, routiniert, hochprofessionell. Rund 45 Minuten dauert eine Spende im Schnitt, begleitet von medizinischer Technik, die Sicherheit und Sorgfalt gewährleistet.
Besonders eindrücklich war der Blick hinter die Kulissen. Das Team erklärte, wie das gespendete Plasma gelagert wird und warum die lückenlose Kühlkette dabei entscheidend ist. Jede Spende wird streng kontrolliert und sorgfältig behandelt. Einmal wöchentlich werden die gesammelten Plasmen abgeholt und weiterverarbeitet – ein logistischer Prozess, bei dem Präzision über Wirksamkeit und Sicherheit entscheidet.
Immer wieder wurde dabei betont, wie wichtig es ist, das Thema Plasmaspende stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Denn Plasma kann bis heute nicht künstlich hergestellt werden. Die Versorgung hängt vollständig von freiwilligen Spenderinnen und Spendern ab.
Menschen, die Atmosphäre schaffen
Zu denen, die dieses Zentrum prägen, gehört Christine Rusch. Sie arbeitet vor Ort und ist für viele Spenderinnen und Spender eine der ersten Ansprechpartnerinnen – freundlich, aufmerksam, zugewandt. Insgesamt kümmern sich rund 30 Mitarbeitende im Ingolstädter Plasmazentrum darum, dass Abläufe funktionieren, Fragen beantwortet werden und sich Spender gut aufgehoben fühlen. Rusch begann selbst Plasma zu spenden, nachdem ihre Schwester an Krebs erkrankte. „Mir ist es wichtig, zu helfen, denn Gesundheit ist das Wichtigste“, sagt sie. Begrüßen, begleiten, erklären, Sicherheit geben – genau diese Verlässlichkeit macht für viele den Unterschied.



Fast wie ein zweites Zuhause
Was neben aller medizinischen Professionalität besonders auffiel, war die Atmosphäre. In dem Raum, in dem der Ablauf der Spende erklärt wurde – einem Bereich zum Ankommen und Durchatmen, wo man vor oder nach der Spende noch kurz zusammensitzt – entstand sofort ein Gefühl von Vertrautheit. Man grüßt sich, man kennt sich, man wirkt miteinander verbunden. Es ist diese Selbstverständlichkeit im Miteinander, die dem Zentrum etwas Heimisches gibt.
Viele der Spender kommen seit Jahren, manche seit Jahrzehnten. Einige lesen während der Spende ein Buch, andere genießen einfach die Ruhe. Für viele ist es nicht nur ein Termin, sondern ein bewusstes Abschalten vom Alltag – 45 Minuten, die zugleich Erholung und Hilfe bedeuten.
Zahlen, die Leben sichern
Allein im Jahr 2025 wurden im Ingolstädter Zentrum fast 50.000 Plasmaspenden gesammelt. Für Menschen mit angeborenen Immundefekten, Gerinnungsstörungen oder schweren chronischen Erkrankungen sind diese Spenden lebenswichtig. Ein einzelner Patient benötigt im Durchschnitt rund 130 Plasmaspenden pro Jahr, um dauerhaft medikamentös versorgt zu werden.


Teil eines bundesweiten Versorgungsnetzes
Das Ingolstädter Zentrum ist ein reines Plasmaspendezentrum. Es gehört zur Haema GmbH, dem größten privatwirtschaftlichen Blut- und Plasmaspendedienst in Deutschland. Bundesweit betreibt Haema 40 Zentren und sammelt jährlich über eine Million Blut- und Plasmaspenden. Das Plasma wird unter anderem von Grifols, einem weltweit führenden Unternehmen der Gesundheitsbranche, zu lebenswichtigen Medikamenten weiterverarbeitet.
Ein klarer Appell nach 40 Jahren
Vier Jahrzehnte Plasmaspende in Ingolstadt stehen für Verlässlichkeit, Engagement und Gemeinschaft. Doch sie zeigen auch: Diese Versorgung ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt davon, dass Menschen bereit sind, regelmäßig Zeit zu investieren.
Wer sich informieren oder einen Termin vereinbaren möchte, findet alle Details zum Standort Ingolstadt online unter https://www.haema.de/standorte/ingolstadt/ – dort sind auch die Möglichkeiten zur Terminbuchung und weitere Hinweise zusammengefasst.
Zum Schluss gab es noch einen kleinen, sichtbaren Dank: Deneke-Stoll und Vollath erhielten einen Blumenstrauß.

Plasma rettet Leben – jeden Tag. Wer gesund ist und die Möglichkeit hat, kann mit einer Spende konkret helfen.
