Sie haben’s im Kreuz – Richtig wählen leicht gemacht

Wahlen Foto: Stadt Ingolstadt

(hk) Am 8. März 2026 (oder per Briefwahl schon vorher) können Sie bestimmen, wer künftig in Ingolstadt politisch das Sagen haben wird. Diesmal wird zwar nicht der Oberbürgermeister gewählt, aber es werden in Ingolstadt 50 Stadtratsmandate neu vergeben.

Daher haben Sie in Ingolstadt als Wähler 50 Stimmen. Die können Sie (müssen Sie aber nicht) auf 50 verschiedene Kandidaten verteilen. Maximal können Sie einem Kandidaten drei Stimmen geben. Dann müssen Sie vor seinem Namen auf dem Stimmzettel einfach die Zahl „3“ schreiben. Umgekehrt können Sie sogar Kandidaten von einer Liste (die Sie insgesamt angekreuzt haben) streichen. Sollten Sie versehentlich mehr als 50 Stimmen vergeben, ist Ihr Stimmzettel leider ungültig. Aus diesem Grunde bevorzugen viele Wähler die Briefwahl, weil sie dann daheim in Ruhe alles ausfüllen und ihre vergebenen Stimmen nachzählen können. Natürlich können Sie sich auch zu Hause vorbereiten (also einen Spickzettel schreiben) und dann im Wahllokal den Stimmzettel entsprechend ausfüllen.

1. Liste wählen:

Wenn Sie sich einer Partei sehr verbunden fühlen und nur dieser Partei Stimmen geben wollen, dann können Sie einfach die Liste dieser Partei mit einem Kreuz wählen. Es erhält dann jeder Kandidat auf der Liste eine Stimme.

Nun kann es aber vorkommen, dass Sie zwar sehr stark mit einer Partei sympathisieren, Ihnen der eine oder andere Kandidat dieser Partei aber nicht gefällt. Dann können Sie diesen Kandidaten auf der Liste streichen. Er erhält dann keine Ihrer Stimmen. Natürlich können Sie auch mehrere Kandidaten streichen. Auf diese Art und Weise können Sie beeinflussen, wer von einer bestimmten Partei in den Stadtrat kommen soll und wer nicht. Das ist sehr wichtig, denn in der Kommunalpolitik spielen Persönlichkeiten und nicht die Parteizugehörigkeit eine große Rolle. Außerdem sind manche Parteien derzeit innerlich recht zerstritten, so dass Sie bestimmte Flügel der Partei unterstützen und andere abstrafen können.

2. Kumulieren:

Durch das Streichen einzelner Kandidaten bleiben natürlich Stimmen übrig. Diese können Sie anderen Kandidaten der gleichen (oder einer anderen) Partei geben, indem sie beispielsweise vor dem Namen eines bestimmten Kandidaten eine „2“ oder „3″ schreiben. Er erhält dann nicht nur eine sondern eben zwei oder drei Stimmen von Ihnen. Dadurch kann der Kandidat „nach vorn gewählt werden“. Wenn also beispielsweise eine Partei am Ende 15 Stadtratsmandate erhält und der Kandidat auf der Liste der Partei auf Platz 25 platziert war, kann er dennoch für die Partei als Stadtrat gewählt werden, wenn er aufgrund der Anhäufung von Stimmen andere Kandidaten überholt. Es werden nämlich für jeden Kandidaten alle Stimmen einzeln ermittelt und es ziehen dann die 15 Kandidaten in den Stadtrat ein, die bei dieser Partei die meisten Stimmen erhalten haben.

3. Panaschieren:

Sie müssen aber gar nicht die Liste einer bestimmten Partei ankreuzen, sondern können alle Ihre 50 Stimmen einzeln auf Kandidaten der verschiedenen Parteien verteilen. Das machen wohl die meisten Wähler. Schließlich kennen und mögen wahrscheinlich auch Sie Kandidaten von verschiedenen Parteien. Sie können also beispielsweise fünf Kandidaten der einen Partei jeweils drei Stimmen geben und vier Kandidaten einer anderen Partei ebenfalls jeweils drei Stimmen vermachen. So haben Sie beispielsweise 27 Stimmen (5×3 und 4×3) einzelnen vergeben. Wenn Sie ansonsten keine weiteren Kandidaten persönlich kennen, aber eine Vorliebe für eine Partei haben, können Sie zusätzlich deren Liste ankreuzen. Deren Kandidaten erhalten dann die restlichen Stimmen, die noch übrig sind. In unserem Beispielsfall würden die dann noch 23 Stimmen bekommen. Die Kandidaten auf den Plätzen 1 bis 23 dieser Partei erhalten dann jeweils eine Stimme. Streichen Sie einen der Kandidaten auf der Liste (auf den Plätzen 1 bis 23), so erhält der nachfolgende Kandidat die Stimme. Natürlich können Sie auch auf der Liste der Partei, die Sie angekreuzt haben, einzelnen Kandidaten mehr als eine Stimme geben (siehe oben Ziff. 1). Das wird sogar fast immer der Fall sein.


4. Praxistipp:

Die meisten Wähler gehen so vor: Sie suchen sich erst die Kandidaten heraus, denen sie persönlich die maximale Stimmenzahl (also drei Stimmen) zukommen lassen wollen. Das sind in der Regel Kandidaten verschiedener Parteien. Bei diesen Kandidaten schreiben sie eben vor den jeweiligen Namen die Anzahl der Stimmen, die der Kandidat erhalten soll (eine bis drei Stimmen). Als Wähler müssen dabei aufpassen, dass Sie nicht mehr als 50 Stimmen vergeben. Das dürfte aber eher selten vorkommen, da Sie wahrscheinlich nicht mehr als 16 „Favoriten“ haben, denen sSe jeweils drei Stimmen vermachen möchten (Anmerkung: 16×3 Stimmen ergibt 48 Stimmen). Wenn Sie auf diese Art und Weise weniger als 50 Stimmen vergeben, verschenken sie die restlichen Stimmen. Das vermeiden Sie, indem Sie eben zusätzlich dann noch bei einer Partei das Kreuz machen. Deren Kandidaten erhalten dann (in der Reihenfolge auf der Liste) die restlichen Stimmen (siehe oben) und Sie verschenken nichts.

Foto: Wahlen/Stadt Ingolstadt

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