Vortrag zum Krieg von 1870/71

Das Bayerische Armeemuseum veranstaltet am 4. Februar 2026 um 18 Uhr im Neuen Schloss Ingolstadt einen Vortrag von Prof. Hermann Hiery zum Thema „Mythen der deutschen Geschichtsschreibung. Der Französisch-Deutsche Krieg von 1870/71 als Staatengründungskrieg“.

Der Deutsch-Französische Krieg gilt als Geburtsstunde des deutschen Nationalstaates und als eine Wegmarke in Richtung eines industrialisierten Massenkrieges. In der Historiographie wird dieser Konflikt oft als zwangsläufige Folge einer geschickten Bismarck’schen Diplomatie dargestellt. Doch bei genauerer Analyse der Quellen zeigt sich ein deutlich differenzierteres Bild, das etablierte Narrative infrage stellt.
 
Prof. Dr. Hermann Hiery sucht in seinem Vortrag mit einigen traditionellen Vorstellungen und Behauptungen aufzuräumen, die in die deutsche Geschichtsschreibung – bis hin zu aktuellen Schulbüchern – Eingang gefunden haben. Betrachtet werden die Kriegserklärung Frankreichs an Preußen, einige Besonderheiten der Kriegführung und der Friedensschluss. Abschließend geht es um die angebliche „Reichsgründung von oben“ und eine Gesamtbewertung der Vorgänge, die eng mit der gängigen Beurteilung des ersten deutschen Nationalstaates zusammenhängen.

Hermann Hiery ist emeritierter Professor für Neueste Geschichte an der Universität Bayreuth. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen das deutsche Kaiserreich und insbesondere die deutsche Kolonialgeschichte. 

Pressestelle/Bayerisches Armeemuseum

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