Neujahrsempfang „Ingolstadt ist bunt“

Am Sonntag, den 25. Januar trafen sich Vertreter des Bündnisses in der städtischen Harderbastei, um gemeinsam mit der „Kunst und Kultur Bastei“ und dem Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) das neue Jahr zu feiern. Vertreter der beiden Künstlerorganisationen stellten sich im Zusammenhang mit ihrer Bedeutung für die Demokratie kurz vor.

Die Vorsitzende des BBK, Leonore Weiß, ging der Frage nach, ob eine demokratische Gesellschaft Kunst braucht. Kunst gehe weit über bloße Unterhaltung hinaus. Sie habe die Möglichkeit, Grenzen auszuloten und Zustände sichtbar zu machen, und sei der geistige Sand im Getriebe, der bequem gewordene Strukturen hinterfragt. Obendrein unterstütze sie den interkulturellen Dialog und stärke so die Zivilgesellschaft. Auch rechtlich ist die Förderung von Kunst sowohl in der Bayerischen Verfassung als auch im Grundgesetz verankert: „Kunst und Wissenschaft sind vom Staat und Gemeinde zu fördern“

Beate Diao führte die Bedeutung kreativer Räume für die Entwicklung junger Menschen aus: Sie geben ihnen die Möglichkeit, ihre Stimme – manchmal laut, manchmal leise, aber immer wichtig – zu entdecken. Dabei machen junge Menschen die Erfahrung, dass ihre Meinung zählt und sie sichtbar sein dürfen. So erleben sie Selbstwirksamkeit – das wunderbare Gefühl: „Ich kann etwas bewegen.“ Das kann später politische Beteiligung fördern, weil man weiß: Mitmachen lohnt sich. Die Angebote in der „Kunst und Kultur Bastei“ sind niederschwellig und für alle da – unabhängig von Geldbeutel, Herkunft oder Sprache. Gleichzeitig fördern kreative Orte Empathie und Perspektivwechsel. Wenn solche Räume wegfallen, hat das Folgen: weniger Beteiligung, mehr soziale Ungleichheit und leider auch mehr Frust, Rückzug, Einsamkeit, Politikverdrossenheit sowie Anfälligkeit für einfache Antworten auf komplexe Sachverhalte. Wichtig ist auch, sich bewusst zu machen: Ohne analoge Angebote – von denen es weit mehr geben müsste – verbringen junge Menschen deutlich mehr Zeit in digitalen Räumen. Analoge Angebote sind damit ein wichtiges Gegengewicht zu digitalen Radikalisierungsräumen.

Bei einem üppigen Buffet, das aus dem Kreis der Anwesenden beigesteuert wurde, angeregten Gesprächen und der Musik von „Stromlos“ fand der Neujahrsempfang einen schönen Abschluss. (HaGa)

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