Caritas Suchtambulanz Ingolstadt: Es gibt keinen risikofreien Alkoholkonsum
Der „Dry January“, eine ursprünglich 2014 in Großbritannien gestartete Kampagne, erfreut sich auch hierzulande zunehmender Beliebtheit und öffentlicher Aufmerksamkeit. Am vergangenen Mittwoch ging der Ingolstädter Lokalsender tv.ingolstadt in einem Beitrag der Frage nach, welche Auswirkungen der bewusste Alkoholverzicht im Januar hat. Monika Gabler, Leiterin der Caritas Suchtambulanz Ingolstadt, stellte sich dabei den Fragen von Volontär Erik Rösch. Gerade in Bayern, wo Bier fester Bestandteil von Kultur und Identität ist, stelle sich – „zwischen klirrenden Maßkrügen und gegrölten Trinksprüchen“ – die Frage: „Wie viel ist zu viel?“ Gabler beantwortet diese Frage eindeutig: „Es gibt keinen risikofreien Alkoholkonsum, wie man mittlerweile weiß.“
Selbst die bis vor wenigen Jahren auch in der Suchthilfe kommunizierten Grenzwerte von 12 Gramm Reinalkohol pro Tag für Frauen und 24 Gramm für Männer – entsprechend etwa 0,1 Liter Wein oder 0,3 Liter Bier – seien nicht ohne gesundheitliches Risiko. „Alkohol ist ein Zellgift, das für zahlreiche körperliche Erkrankungen wie Leber-, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen verantwortlich ist. Zudem begünstigt er psychische Erkrankungen, soziale Probleme und verursacht enorme volkswirtschaftliche Kosten“, so Gabler.
Der „Dry January“ möchte auf diese Risiken aufmerksam machen und bringt darüber hinaus für Teilnehmende zahlreiche Vorteile mit sich. Neben der bewussten Reflexion des eigenen Trinkverhaltens lassen sich auch gesundheitliche Effekte feststellen: „Selbst bei zuvor moderatem Konsum verbessern sich Fitness, Schlafqualität und Hautbild spürbar, und die Leber kann sich erholen“, erklärt Gabler.
Bei Menschen mit einer bereits manifesten Alkoholabhängigkeit warnt sie jedoch vor möglichen negativen Effekten: „Die Erfahrung, einen Monat lang auf Alkohol verzichten zu können, führt bei abhängigen Menschen häufig dazu, ihr Konsumverhalten zu verharmlosen – nach dem Motto: ‚Dann kann es ja nicht so schlimm sein.‘“
Der Beitrag ist in der Mediathek von tv.ingolstadt abrufbar.
Pressestelle/Caritasverband für die
Diözese Eichstätt e.V.
