750 Jahre Franziskanerinnen in Ingolstadt

Ein Licht durch die Jahrhunderte

Rund 50 Jahre nach dem Tod des heiligen Franz von Assisi wurde 1276 in Ingolstadt eine Gemeinschaft in franziskanischer Ausrichtung gegründet: Diemuth Threilacher und Margareth von Puch riefen eine Beginen-Gemeinschaft ins Leben. Beginen waren im Mittelalter religiöse Laienfrauen, die in Gemeinschaft ein frommes Leben führten – ohne feierliche Gelübde und ohne die strengen Ordensregeln eines Klosters.

Heute blickt die Gemeinschaft der Franziskanerinnen in Ingolstadt auf 750 Jahre Geschichte zurück. Dieses Jubiläum erzählt nicht nur von der Entwicklung des Ordens, sondern spiegelt zugleich wichtige Etappen der Stadtgeschichte wider.

Einschneidend war die Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Kirchlicher Besitz wurde verstaatlicht, viele Gemeinschaften gerieten in existenzielle Not. Auch die Ingolstädter Schwestern waren davon betroffen. 1802 wurde die Auflösung der Kongregation verfügt; neue Mitglieder durften nicht mehr aufgenommen werden – langfristig hätte dies das Ende bedeutet. Abgewendet wurde dieses Schicksal, indem die Schwestern Aufgaben in der Bildung übernahmen, insbesondere in der Erziehung und Ausbildung junger Frauen. Damit eröffnete sich der Gemeinschaft eine neue Zukunft.

Im Oktober 1938 verließen die Schwestern aus Sorge vor nationalsozialistischer Verfolgung Deutschland und verlagerten ihren Schwerpunkt als Missionarinnen nach Brasilien. 2006 beschloss die Gemeinschaft, ihre missionarische Tätigkeit auch in Angola aufzubauen.

Anlässlich des Jubiläums haben die Ordensfrauen ein umfangreiches Jahresprogramm zusammengestellt. Eröffnet wird es am 6. Januar mit einem Gottesdienst in der Gnadenthal-Kirche. Neben verschiedenen Veranstaltungen werden auch Kunstwerke von Schwester Euphemia Blaschke gezeigt. Dazu gehört die Krippe in der Gnadenthal-Kirche, die ganzjährig ausgestellt ist und monatlich passend zum Kirchenjahr neu gestaltet wird.

Alle Termine werden in den Medien bekannt gegeben. (HaGa)

Fotos: Archiv-Gert Schmidbauer

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