Anton Böhm und Quirin Witty wenden sich mit Petition an Landtag
Seit Monaten setzen sich die beiden SPD-Stadträte Anton Böhm und Quirin Witty hartnäckig für eine resilientere und umfangreichere klinische und insbesondere angemessene Notfallversorgung von Stadt und Region Ingolstadt ein. Dabei verweisen sie stets auf die Situation anderer vergleichbarer bayerischer Großstädte. „Vonseiten des Gesundheitsministeriums als Krankenhausplanungsbehörde bekamen wir bisher nur Textbausteine als Antworten – ohne auch nur annähernd auf unser Anliegen einzugehen“, fasst Quirin Witty zusammen. Dr. Anton Böhm fährt fort: „Die Rückmeldungen der Staatsregierung machen uns fassungslos. Ignoranz verbessert nicht die klinische Versorgung von gut 500.000 Bewohnern in Ingolstadt und Region sowie die Situation vieler überlasteter Berufstätigen im medizinischen Bereich.“ Witty und Dr. Böhm erklären ihr weiteres Vorgehen: „Nun bleibt uns nur das Instrument der Petition, um uns auf Ebene des Freistaats Gehör zu verschaffen.“
Ingolstadt, die fünftgrößte von acht bayerischen Großstädten und zweitgrößte oberbayerische nach München, besitzt mit dem kommunalen Klinikum nur ein Krankenhaus der Versorgungsstufe II. Die Zukunft der benachbarten Klinik Kösching ist ungewiss. Die nächstgelegene Uniklinik des Freistaats Bayern befindet sich mit 72 Kilometern Entfernung in Regensburg. Vergleichbare bayerische Großstädte wie Regensburg, Erlangen und Würzburg weisen eine deutlich bessere klinische Versorgungsstruktur auf: In Regensburg gibt es je ein Krankenhaus der Versorgungsstufe II und III sowie eine Uniklinik, in Würzburg je ein Krankenhaus der Versorgungsstufe I und II sowie eine Uniklinik und in Erlangen ein allgemein versorgendes Krankenhaus der Versorgungsstufe I sowie eine Uniklinik. Selbst die Städte Bamberg und Landshut mit weit weniger als 100.000 Einwohnern sind näher an einer Uniklinik gelegen als Ingolstadt. Die fränkischen Städte Bamberg und Bayreuth mit jeweils ungefähr der halben Einwohnerzahl von Ingolstadt haben Krankenhäuser der Versorgungsstufe III.
Die Bayerische Staatsregierung begründet ihr Engagement in Form von Unikliniken insbesondere damit, dass pro Regierungsbezirk nur ein Haus vorgesehen ist.
Mit dieser Argumentation wird hinsichtlich der bayerischen Regionen zu Ungunsten von Ingolstadt, der fünftgrößten bayerischen Stadt, ein Ungleichgewicht erzeugt:
Die Sonderrolle von München als mit großem Abstand bevölkerungsreichste bayerische Kommune sorgt dafür, dass Ingolstadt offensichtlich benachteiligt ist. Die Benachteiligung hat nicht nur Auswirkungen auf die stationäre Versorgung: Insbesondere Städte mit Unikliniken ziehen den medizinischen Nachwuchs an, was generell zu einer besseren medizinischen Abdeckung und gleichzeitig zur Entlastung der Krankenhäuser führt. Die demografische Entwicklung wird die Ingolstädter Situation in den nächsten Jahren verschärfen.
Dass die Argumentation des Freistaats in der Praxis nicht Stand hält, kann u.a. damit bewiesen werden, dass kompliziertere Fälle aus Ingolstadt und der Region oftmals nicht in München behandelt werden, sondern in anderen Häusern, insbesondere in Regensburg. Die Entfernungen belasten darüber hinaus den regionalen Rettungsdienst.
Im Gegensatz zur Unterstützung im Gesundheitsbereich hat der Freistaat die Notwendigkeit der differenzierten Unterstützung im Bereich der Sicherheit erkannt: In den bayerischen Regierungsbezirken gibt es je ein Polizeipräsidium, nur in Schwaben zwei und in Oberbayern drei.
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Pressestelle/SPD Stadtratsfraktion
