Zehn Jahre Reparatur-Café im Bürgerhaus

„Reparieren statt Wegwerfen“ ist eine Erfolgsgeschichte 

Was 2015 als vorsichtiger Testversuch unter dem Motto „Reparieren statt Wegwerfen“ begann, hat sich zu einer der beständigsten und wirkungsvollsten Nachhaltigkeitsinitiativen im Bürgerhaus entwickelt. Ob das Angebot angenommen werden würde, wusste damals keiner der Beteiligten – heute ist klar: Das Reparatur-Café im Neuburger Kasten ist zu einem festen Bestandteil des lokalen Engagements für Ressourcenschonung geworden.
Ins Leben gerufen wurde das Projekt ursprünglich vor zehn Jahren von der Initiative „Ingolstadt im Wandel – TransitionTown“, die neben dem Reparatur-Café unter anderem auch eine solidarische Landwirtschaft sowie einen Weitergabe-Laden in der Innenstadt betrieben hatte. Obwohl sich die Initiative inzwischen aus verschiedenen Gründen aufgelöst hat, wurden einzelne Ansätze weiterverfolgt – getragen von einer beeindruckend aktiven Ehrenamtsgruppe.

Mittlerweile zählt das Reparatur-Café rund 40 freiwillige Helferinnen und Helfer, die sich bei der Mitwirkung an den monatlichen Treffen abwechseln. So ist gewährleistet, dass stets mindestens 20 Ehrenamtliche vor Ort sind, um die oft mehr als 50 Reparaturanfragen pro Termin bewältigen zu können. Mit einer Erfolgsquote von über 60 Prozent gelingt es ihnen, einen Großteil der defekten Alltagsgegenstände wieder instand zu setzen – ein wertvoller Beitrag zur Abfallvermeidung, zum bewussten Konsum und zur finanziellen Entlastung der Besucherinnen und Besucher. Bei manchen Geräten bleibt der Rat zur Entsorgung dennoch unvermeidlich.

Die Gruppe ist fachlich breit aufgestellt: Elektro-, Fahrrad-, Textil- und Holzfachleute arbeiten Hand in Hand und auf Spendenbasis. Mit über 80 Jahren wirkt zudem auch ein ehemaliger Uhrmacher noch mit viel Freude und Energie an dem Nachhaltigkeitsprojekt mit.
Ursprünglich bot das Reparatur-Café neben fachkundiger Hilfe auch Kaffee und Kuchen an – ein geselliges Element, das seit der Corona-Pandemie ausgesetzt werden musste. Trotz dieser Einschränkung ist der Gemeinschaftsgeist erhalten geblieben.
Im vergangenen Jahrzehnt hat die Initiative viel erreicht und auch überregional Akzente gesetzt, etwa durch ihre Teilnahme an der Landesgartenschau. Mittlerweile werden die Veranstaltungen immer wieder spontan durch „Foodsharing“ ergänzt – weitere Freiwillige bringen dann gerettete Lebensmittel vorbei und organisieren kurzfristige Verteilungen. Damit fügt sich der Gedanke der Nachhaltigkeit weiter zusammen: reparieren, teilen, Ressourcen schonen.

Der nächste Termin des Reparatur-Cafés findet am Samstag, 6. Dezember von 15 bis 18 Uhr im Bürgerhaus Neuburger Kasten statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die letzte Annahme erfolgt nach Unterzeichnung eines Haftungsausschusses um 17 Uhr, Ersatzteile und Bedienungsanleitungen sollten mitgeführt werden. Das Angebot pausiert stets im Januar und August und wird ansonsten mit Ausnahme von Feiertagen jeden ersten Samstag im Monat abgehalten.

Ergänzt wird das große Monatstreffen von der wöchentlich in kleinerem Umfang organisierten Reparatur-Ecke, montags von 16.30 bis 18.30 Uhr. Hierfür ist eine Terminreservierung per Mail an reparaturecke-Ingolstadt@posteo.de oder telefonisch unter 0841 / 3 05-5 00 55 erforderlich.

Pressestelle/Stadt Ingolstadt

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